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    Archived pages: 17 . Archive date: 2013-05.

  • Title: Präsidentenfindung an der Universität Hamburg
    Descriptive info: .. Präsidentenfindung an der Universität Hamburg.. Bei der Wahl zum Akademischen Senat:.. Akademischer Senat.. am Donnerstag, 17.. Dezember 2009.. um 14 Uhr.. im AS-Sitzungssaal, ESA Hauptgebäude.. Bündnis für Aufklärung Emanzipation BAE!.. ist LISTE 1.. Mit dieser Seite wird informiert über die Präsidentenfindung an der Universität Hamburg.. Hier zu finden sind:.. - öffentlich -.. Dossier über Dieter Lenzen.. (Bewerber um das Präsidentenamt an der Universität Hamburg 2009).. November 2009.. Beschlüsse akademischer Gremien.. - studentische Vollversammlung.. - Technischer- und Verwaltungs-Personalrat der Universität.. - Fakultätsräte.. weitere Beschlüsse.. - LVV GEW.. Aktuelle Flugblätter zur Präsidentenfindung.. Sitzung des Akademischen Senats.. am Donnerstag, 19.. Studentischer Protest.. und.. Rechtfertigung des Akademischen Senats nach der Wahl im Audimax.. Die Freie Universität vor dem Börsengang?.. Bemerkungen zur Ökonomisierung der Wissenschaft.. Abschiedsvorlesung von Bodo Zeuner.. (Emeritus am Otto-Suhr-Institut an der FU Berlin).. Eine kritische Betrachtung der Entwicklung der FU Berlin unter besonderer.. Berücksichtigung Lenzens.. Elite Begabung Exzellenz.. Zur aktuellen Konjunktur einer anti-egalitaristischen Bildungspolitik.. Torsten Bultmann.. Vom Lockruf zum Goldrausch: Bertelsmann und die Stiftungen in der Hochschulpolitik.. Clemens Knobloch (Siegen).. Vortrag Ringvorlesung Uni Hamburg (1.. Dezember 2009).. Gemeinsame Erklärung der Senatorin für Wissenschaft und Forschung, Frau Dr.. Herlind Gundelach,.. und des designierten Präsidenten der Universität Hamburg, Herrn Prof.. Dr.. Dieter Lenzenk.. Auseinandersetzung um Auweter-Kurtz.. Bewerber um das Präsidentenamt an der Universität Hamburg.. Herrschaft des Besten ?.. Der Bewerber für das Präsidentenamt an der Universität Hamburg.. Die großen Transformationsereignisse der letzten fünfzehn Jahre von der sogenannten Wende bis zu maßlosen Millenniumsfeiern haben bei breiten Kreisen der Bevölkerung einen Suff der Gegenwärtlichkeit hinterlassen, der nicht einmal Platz für eine Zukunftssorge auf mittlerem Niveau läßt.. Dieter Lenzen, Planungsrationalität, Kultur und Moral , Rede zum Amtsantritt als Präsident der FU Berlin, 27.. Juni 2003.. Die Massen scheinen mir nur in dreierlei Hinsicht einen Blick zu verdienen: einmal als verschwimmende Kopien der großen Männer, auf schlechtem Papier und mit abgenutzten Platten hergestellt, sodann als Widerstand gegen die Großen und endlich als Werkzeuge der Großen; im Übrigen hole sie der Teufel und die Statistik!.. Friedrich Nietzsche, Unzeitgemäße Betrachtungen, Zweites Stück, Kapitel 9, 1873.. Prof.. Dieter Lenzen, derzeit umstrittener Präsident der Freien Universität Berlin, ist Bewerber für das Präsidentenamt an der Universität Hamburg.. Er vertritt eine reaktionäre Kritik an der derzeitigen Gesellschaft.. Weltanschaulich steht er in liberal-konservativer Tradition und baut auf die Grundwerte Ordnung (als Abwehr sozialer Befreiung), Differenz (Ungleichheit als konstitutives menschliches Merkmal), und elitäre Distanz (als Grundlage herrschaftlichen Eingreifens zur Verteidigung gesellschaftlicher/individueller Privilegien).. Diese Konzeption ist sowohl ideologisch, politisch als auch in der (kulturellen) Praxis seiner Hochschulleitung nachweisbar.. Der berliner CDU galt er zeitweise als möglicher Kandidat für das Amt des Regierenden Bürgermeisters.. Seine Nominierung für das Präsidentenamt durch den Hochschulrat käme einer Kriegserklärung an die Universität und ihre Mitglieder gleich.. Sie wäre sowohl auf die gesellschaftlich notwendige Verwirklichung des universitären Leitbildes als auch wegen der neueren Auseinandersetzung für eine Demokratisierung und kooperative Entwicklung der Universität eine ebenso reaktive wie riskante Maßnahme.. Nachfolgend soll diese Einschätzung nachvollziehbar gemacht werden:.. Zum Dossier online.. Download als PDF | 225 KB.. Beschlüsse zur Präsidentenfindung.. Beschluss der studentischen Vollversammlung vom 23.. Wider die bockige Durchsetzung eines unmöglichen Uni-Präsidenten.. Anstatt aus dem Scheitern einer exklusiv gekürten, wirtschaftsnahen und autoritären Präsidentin zu lernen, haben Hochschulrat und Akademischer Senat nun diese Tragödie als Farce wiederholt.. Hektisch durchgedrückt wurde gegen massiven und begründeten öffentlichen Widerstand Dieter Lenzen, der als Präsident der FU-Berlin unrühmliche Bekanntheit erlangte mit.. - einer strengen Zurichtung der Universität auf wirtschaftsnahe Wissenschaftscluster ,.. - der dazugehörigen Abwicklung gesellschaftskritischer und allgemeinbildender Forschungs- und Studienanteile und.. - der Missachtung demokratischer Gremien, Mitbestimmung sowie studentischer Kritik.. Seine Benennung konnte nur durch ein verschärft antidemokratisches Auswahl- und Entscheidungsverfahren sowie erpresserische Forderungen des Kandidaten gelingen.. Hätten sich die beteiligten Organe der Universität an die vorgeschlagenen Alternativen zur Öffnung, Veröffentlichung und Diskussion des Verfahrens und des bzw.. der KandidatInnen gehalten, wäre die Kür eines Wesensverwandten von Monika Auweter-Kurtz unmöglich gewesen.. Um aber den Wunschkandidaten von Hochschulrat und Hamburger Senat durchzusetzen, wurden selbst Mindeststandards von Gremiendemokratie und Berufungsverfahren verletzt.. Dieter Lenzen ist selbst im betörendsten Schafskostüm als Hochschulpräsident weder geeignet noch erwünscht.. Die Entscheidung ist daher inakzeptabel.. Die studentische Vollversammlung fordert die sofortige Revision.. Eine künftige Universitätsleitung muß:.. - im Einklang mit der Präambel der Grundordnung und dem Leitbild der Universität für sozial verantwortliche Wissenschaft und Bildung mündiger Menschen für eine friedliche, demokratische und gerechte Gesellschaft eintreten,.. - die Einheit von Forschung, Lehre, Studium und Selbstverwaltung vertreten,.. - den kooperativen Zusammenhang der Universität und die Fächervielfalt fördern,.. - in diesem Verständnis für eine bedarfsgerechte, öffentliche Hochschulfinanzierung und demokratische Mittelverteilung einstehen, anstatt die inhaltliche Einflussnahme privater Geldgeber und die konkurrenzverschärfende Drittmittelorientierung zu befördern,.. - die sofortige Abschaffung aller Studiengebühren befürworten und sich aktiv dafür einsetzen,.. - sich den Positionen und Beschlüssen der akademischen Gremien verpflichtet sehen und die gleichberechtigte Verständigung mit allen Statusgruppen und ihren Interessenvertretungen suchen.. Eine neue Leitungs-Findung muß die demokratische Wahl solcher KandidatInnen ermöglichen.. Die Vollversammlung ruft alle Mitglieder der Universität auf, die Aktivitäten für ein gebührenfreies Studium, eine umfassende Studienreform von unten und die Demokratisierung der Uni, insbesondere für die Abschaffung des Hochschulrats sowie für gesellschaftskritische Wissenschaftsinhalte zu intensivieren.. Der Akademische Senat und das derzeitige Präsidium sollen hinkünftig durch Sitzungsbesuche von der kritischen Hochschulöffentlichkeit ihrer Verantwortung für eine sozial vernünftige, kollegiale und demokratische Umgestaltung des universitären Alltags nachdrücklich erinnert werden.. Der AStA wird aufgefordert, sich seiner Verantwortung im Studierendenparlament in öffentlicher Diskussion zu stellen, zu der hochschulöffentlich einzuladen ist.. Die Mitglieder des Akademischen Senats werden aufgefordert, sofort eine juristische Prüfung des stattgehabten und offenkundig regelverletzenden Wahl -Verfahrens mit dem Ziel zu veranlassen, einen Neubeginn der Leitungs-Findung zu ermöglichen.. Dieter Lenzen wird aufgefordert, sich der Kritik in öffentlicher Diskussion zu stellen.. Wir fordern alle öffentlichen Kritiker des Verfahrens und des Kandidaten - auch außerhalb der Universität - auf, sich nicht nur populär zu äußern, sondern ihrer Kritik auch Taten folgen zu lassen und sich mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln für unsere Positionen einzusetzen.. Download als PDF | 88 KB.. Resolution des TVPR zum Wahlverfahren für eine neue Präsidentin, bzw.. einen neuen Präsidenten.. Der TVPR ist über das Verfahren zur Nominierung und Wahl einer/es neuen Uni-Präsidentin bzw.. Präsidenten enttäuscht.. Nach den zurückliegenden Erfahrungen mit der vorherigen Amtsinhaberin, die durch das gleiche Verfahren Präsidentin wurde, wäre ein Modifizierung zur Nominierung und Wahl einer Nachfolgerin oder eines Nachfolgers erstrebenswert gewesen.. Insbesondere hätten wir uns als TVPR ein Verfahren gewünscht, das für alle Angehörigen der Universität eine umfassende Information und Meinungsbildung über die Kandidatinnen und Kandidaten möglich gemacht und eine breite Beteiligung aller an der Nominierung sichergestellt hätte.. Das jetzige Verfahren ist dafür nicht geeignet.. Eine Wahl und eine Beteiligung der Beschäftigten daran im Sinne einer Auswahl zwischen verschiedenen Bewerberinnen und Bewerbern mit unterschiedlichen Ideen und programmatischen Vorstellungen hat es nicht gegeben.. Der TVPR bedauert diese Entwicklung und fordert auch im Sinne zukünftiger Präsidentinnen oder Präsidenten die Rückkehr zu einem demokratisch legitimierten Willensbildungsprozess, der die Unterstützung und Zustimmung möglichst vieler Universitätsangehöriger gewährleistet.. Dies bedeutet auch eine entsprechende Änderung des Hamburger Hochschulgesetzes damit eine demokratische Beteiligung aller Statusgruppen bei derartigen Auswahlverfahren wieder möglich wird.. Beschlossen auf der 26.. Sitzung des TVPR vom 23.. 11.. 09.. Beschluss des Fakultätsrates Wirtschafts- und Sozialwissenschaften vom 25.. 1.. Der Fakultätsrat mißbilligt die Form, wie Herr Lenzen ohne Gelegenheit zur öffentlichen.. persönlichen Darstellung seiner Vorstellungen und Diskussion gewählt worden ist.. 2.. Der Fakultätsrat fordert daher Herrn Lenzen auf, sich der Kritik in einer Sondersitzung des.. Fakultätsrates vor Ende des Jahres zu stellen.. 3.. Der Fakultätsrat fordert eine Änderung des HmbHG in Richtung von mehr Transparenz,.. Öffentlichkeit und Mitbestimmung für alle Gruppen der Universität bei der Wahl des Präsidenten.. Beschluss des Fakultätsrates Geisteswissenschaften.. Einstimmiger Beschluss des Fakultätsrates Geisteswissenschaften der Uni Hamburg, 18.. 2009:.. Für eine demokratische Präsidentenfindung und den sofortigen STOP des laufenden Verfahrens.. Der Fakultätsrat fordert den Hochschulrat und den Akademischen Senat auf, dieses Verfahren sofort zu stoppen und durch eine demokratische Wahl zu ersetzen.. Für diese sollte gelten: Die oder der künftige Präsidentin bzw.. Präsident ist durch ein Universitätsgremium mit umfassender Beteiligung aller Statusgruppen zu wählen (z.. B.. Konzil); solange die Hochschulgesetzgebung die Beteiligung des Hochschulrates an der PräsidentInnenwahl vorsieht, ist diese auf den formalen Akt der Wahl zu beschränken, die der universitären Meinungsbildung verpflichtet ist; die Kandidierenden haben die Pflicht und Möglichkeit, ihre Vorstellungen für die Hochschulentwicklung in einer öffentlichen Veranstaltung darzulegen;.. für die Diskussion um die Kandidierenden ist in der Universitätsöffentlichkeit ausreichend Zeit vorzusehen.. Beschluss des Fakultätsrates Erziehungswissenschaft, Psychologie Bewegungswissenschaft.. Beschluss des Fakultätsrats der Fakultät Erziehungswissenschaft, Psychologie und Bewegungswissenschaft vom 18.. 2009.. Für eine öffentliche Präsidentenfindung.. und den STOP des derzeitigen Verfahrens.. Die ehemalige Hochschulleiterin Frau Prof.. Monika Auweter-Kurtz mußte ihr Amt an der Universität Hamburg verlassen, weil Sie positionell und praktisch nicht die Präsidentin der sondern eine Präsidentin gegen die Universität war.. Dazu konnte es auch wegen eines Wahlverfahrens kommen, dass durch Intransparenz, mangelnde demokratische Beteiligung der Hochschulmitglieder, den Einsatz von Headhuntern und fehlende personelle Alternativen zu kennzeichnen ist.. Noch im Juli gelobten daher VertreterInnen aller Parteien, des übrig gebliebenen Präsidiums und des Hochschulrates, dass die Wahl einer/eines neuen Präsidentin/Präsidenten erheblich demokratischer von statten gehen würde.. So formulierte die wissenschaftspolitische Sprecherin der GAL-Bürgerschaftsfraktion, Eva Gümbel: Wir haben gesehen: Die Uni von oben zu regieren, das fährt gegen die Wand.. Der Fakultätsrat stellt daher mit erstaunen Fest, dass nun offenbar mit Vollgas Kurs auf diese Wand genommen wird.. Das aktuelle Verfahren zur Wahl eines künftigen Präsidenten nimmt - kaum Vorstellbar - noch weiter Abstand von demokratischen Ansprüchen.. Kennzeichen dieser Praxis sind: Eine Ausbleibende Vorstellung von KandidatInnen in der universitären Öffentlichkeit, die Reduzierung der Kandidierendenliste auf eine einzige Person, das Durchführen von Vorstellung, Bewertung, Wahl durch Hochschulrat und Bestätigung  ...   Kandidat ist den Bedürfnissen der Universität nicht angemessen.. Er will in die falsche Richtung.. Niemand sollte sich dahin mitschnacken lassen.. Die Bewegung für die soziale Öffnung der Hochschulen, ein gegenseitig förderliches Zusammenwirken aller Universitätsmitglieder, die lebendige Erweiterung engagierter Mitbestimmung und vor allem: kooperatives Lernen und kritisches Forschen für eine menschengerechte Welt ist wieder begonnen.. Der Triumph von Imperatoren fällt in sich zusammen, wenn er auf das Gelächter des öffentlichen Forums trifft.. In dieser gegenwärtigen Öffentlichkeit liegt das vitale Potential einer erfreulichen Zukunft.. Download als PDF | 197 KB.. Wann haben wir genug vom Neoliberalismus?.. Zu der mangelnden Lernbereitschaft bei der Präsidentenfindung.. Der Mensch ist ein nützliches Lebewesen, weil er dazu dient, durch den Soldatentod Petroleumaktien in die Höhe zu treiben, durch den Bergmannstod den Profit der Grubenherren zu erhöhen, sowie auch Kultur, Kunst und Wissenschaft.. Kurt Tucholsky (als Kaspar Hauser), Der Mensch , Die Weltbühne, 16.. 06.. 1931, Nr.. 24, S.. 889.. Die Universität Hamburg ist auch ein Ort aufklärender sozialer Opposition in der BRD.. Das hängt mit der stadt-typischen Verbindung aus Weltoffenheit, bürgerlicher Aufklärung und Arbeiterbewegung zusammen.. Darauf bezieht sich das Leitbild der Universität:.. Für alle Menschen will sie ein Ort lebenslangen Lernens sein und ein öffentlicher Raum der kulturellen, sozialen und politischen Auseinandersetzung.. ) Sie [die Mitglieder] wollen zur Entwicklung einer humanen, demokratischen und gerechten Gesellschaft beitragen und Frauen und Männern gleichen Zugang zu Bildung und Wissenschaft eröffnen.. ) Geleitet von diesem Bild einer weltoffenen, wissenschaftlich leistungsfähigen Universität setzt sich die Universität Hamburg die Internationalisierung von Bildung und Wissenschaft für eine friedliche und menschenwürdige Welt (.. ) als Ziel(e) ihrer künftigen Entwicklung.. (Leitbild Universität Hamburg, 1998.. ).. Diese Maßstäbe sind bemerkenswert aktuell und zukunftsweisend - für die Demokratisierung, die Studienreform und auch die Wahl einer neuen Uni- Leitung.. Weil sie engagiert zur Geltung gebracht wurden, konnte die stur konservative Präsidentin Auweter-Kurtz nicht bleiben.. Auch die Uni-Versetzung auf den Kleinen Grasbrook ist daran faktisch gescheitert.. Die neoliberale Zerstörungsmacht findet ihre Grenzen vorwiegend in kollektiv praktizierter Humanität.. Es ist dagegen verantwortungslos und irrational, den möglichen kulturellen Richtungswechsel bis zum Letzten zu bekämpfen.. Anstatt eine zügige Demokratisierung der Uni nicht zu behindern, zockt - mit Unterstützung des CDU/GAL-Senats, des Präsidiums, der Akademischen Senats-Mehrheit und des AStA der wirtschaftsnahe Hochschulrat die Besetzung des Präsidentenamtes im geheimen Schnellverfahren durch.. Die Einsetzung eines neoliberalen Zuchtmeisters soll inklusive Wahl im Hochschulrat und Bestätigung im Akademischen Senat am 19.. November ohne einen Hauch von Demokratie exerziert werden.. Dem Hörensagen nach wurden mehrere aufklärungsfreundliche Kandidaten zuvor ausgemustert.. Übrig sei der Präsident der FU Berlin, Dieter Lenzen.. Der Kandidat ist Lobbyist für die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM).. Dieser Verein der Metall-Arbeitgeber kämpft ideologisch für den Standort ( Deutschland ), Studiengebühren, mehr Markt und weniger Sozialklimbim.. Herr Lenzen ist in enger Verbindung zur BMW-Group (Quandt), pflegt gute Kontakte zum Bertelsmann Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) und der ebenso marktradikalen Unternehmensberatung Roland Berger.. Dazu das passende Weltbild: Er propagiert die These des Intelligent Design , einer neo-kreationistischen Antiwissenschaft ( Religion ), die auch G.. W.. Bush zur Legitimation seiner Handlungen herangezogen hat.. Der so verbrämte Sozialdarwinismus materialisiert sich in einer ungehemmten Konkurrenz-, Leistungs- und Elitepolitik - sämtlich: Auslese -, die auf Kosten sozialer Offenheit, kritischer Wissenschaften und kollegialer Praxis rücksichtslos betrieben wird.. Bildungskommerzialisierung und die Privatisierung universitärer Krankenhäuser sind typische Aktionsfelder des Bewerbers.. Bei einer so offenkundig inhumanen Orientierung ist die Umgehung der Selbstverwaltungsgremien an der FU Berlin ein Dauerproblem.. Weltanschaulich linken Professoren wird schon mal die Berufung verweigert.. Überhaupt seien Berufungsverfahren überflüssig, man wisse selbst, wen man wolle.. Die Erstsemester läßt der kleine Fürst vorzüglich von Bundespräsident Horst Köhler (CDU) begrüßen; Polizeieinsätze gegen zivil protestierende Studierende gehören quasi zum Semesterprogramm.. In Berlin bleibt Herr Lenzen aus diesen Gründen nicht mehr lange im Amt.. Diese Personalie wäre ein Schritt vom Regen in die Jauche.. Alltäglich Krieg? Oder doch, menschengemäß: aufgeklärte Kooperation?.. Die Zeit ist reif für Opposition zum Zwecke von Verbesserungen.. Flugblatt als PDF | 181 KB.. Zur Präsidentenfindung: Aufgeklärtes Handeln oder Business as usual?.. Die Gesellschaft als Ganzes braucht Verbesserungen nicht weniger als der einzelne Mensch.. Bertolt Brecht, Über Gesetze , Me-ti.. Buch der Wendungen.. Ist Barak Obama ein Friedenspräsident? - Diese Frage beschäftigt die Welt.. Das international friedliche Zusammenleben als kulturelle Entfaltung auf sozial gesicherter Grundlage ist ein Menschheitsideal.. Es wird nicht dadurch falsch, daß es vielfach negiert sowie als unrealistisch denunziert wird.. Die große Ambition - weltweite (atomare) Abrüstung, wirtschaftliche Kooperation, gesicherte natürliche Lebensgrundlagen, soziale Progression und innenpolitische Entmilitarisierung - verdient uneingeschränkt praktische Zustimmung.. In diesem Zusammenhang ist beispielsweise der friedensschaffende Beitrag desertierender US-Soldaten ungleich größer als der ihres obersten Befehlshabers.. Der Friedenspreis ist somit vor allem ein Signal an die US-amerikanische Reaktion, an ihren schädlichen Bellizismus.. Es sind schon schlechtere Entscheidungen in Oslo gefällt worden.. Für die verantwortungsvolle Durchsetzung humanistischer Ziele bedarf es aber aufgeklärter kritischer Bewegungen in der Gesellschaft.. Darin hat Universität eine positive geistige Aufgabe.. Bekommt die Universität Hamburg nun also - nach dem hiesigen Scheitern der strikt uneinsichtigen Frau Auweter-Kurtz - einen demokratischen Präsidenten resp.. eine demokratische Präsidentin?.. Wird für die Überwindung der strukturellen Unterfinanzierung und die Gebührenfreiheit gekämpft?.. Werden die progressiven Ansätze in der Friedens-, Konflikt-, Klima- und Bildungsforschung universitär und gesellschaftlich verallgemeinert?.. Ist egalitäre argumentative Verständigung der Modus der Weltaneignung für die erfreuliche Entwicklung der Institution?.. Oder wird - wie es Hochschulrat, Präsidium und der etwas unambitionierte Akademische Senat nahelegen - die Auslieferung der Universität an die private Wirtschaft moderiert fortgesetzt? Die inneruniversitäre Konkurrenz und Machtpolitik vertieft? Der humane Nutzen gesellschaftskritischer Wissenschaften, die Partizipation, die Notwendigkeit sozialen Fortschritts negiert?.. Das bisherige Verfahren zur Präsidentenfindung berücksichtigt nur unzulänglich gewonnene Erkenntnisse und Ansprüche.. Gespräche und Auswahl hinter verschlossenen Türen sowie die Beteiligung einer Head-Hunter-Firma (Egon Zehnder Int.. ) sind einer demokratischen Institution immer noch vollständig unangemessen.. Wissenschaftliche Qualifikation , Leitungs- und Gremienerfahrung , internationale Vernetzung und Kommunikationskompetenz (Text der Stellen-Ausschreibung) sind keine ausreichenden Kriterien für die Suche nach einer verantwortungsbewußten kooperativen Persönlichkeit.. Die Kämpfe der vergangenen Semesters für die Re-Demokratisierung der Hochschule, die vernünftige Erweiterung der Universität an ihrem derzeitigen Ort ( Uni bleibt! ), für solidarisches Lernen und nicht zuletzt Gebührenfreiheit haben die Aussicht dafür geschaffen, einen vernünftigen Neubeginn zu wagen.. Erst die große Ambition ist dem gemeinsamen wie individuellen Handeln eine souveräne und sinnvolle Orientierung.. Die Qualität der präsidialen Leitung hängt wie immer von der anspruchsvoll demokratisch engagierten Hochschulöffentlichkeit ab.. Auch deshalb müssen das Anhörungsverfahren und die Diskussionen zur Präsidentenfindung, die für November/Dezember geplant sind, noch durch den Akademischen Senat für alle geöffnet werden.. Lernen, Verstehen, Verwerfen, Anwenden: Emanzipation!.. Galilei: Also werden wir an die Beobachtung der Sonne herangehen mit dem unerbittlichen Entschluß, den Stillstand der Erde nachzuweisen.. Und erst wenn wir gescheitert sind, vollständig und hoffnungslos geschlagen und unsere Wunden leckend, in traurigster Verfassung, werden wir zu fragen anfangen, ob wir nicht doch recht gehabt haben und die Erde sich dreht.. Sollte uns aber dann jede andere Annahme als diese unter den Händen zerronnen sein, dann keine Gnade mehr mit denen, die nicht geforscht haben und doch reden.. Bertolt Brecht, Das Leben des Galilei, 1938.. Die feudale Inquisition ist abgeschafft.. Auch ist die Menschheit mit der Erfindung der Atombombe aus dem Stadium der vermeintlichen Unschuld endgültig herausgetreten; die negative Seite der Möglichkeiten ist deutlich für alle.. Der Schaden einer gewinnsüchtigen und schicksalhaft verbrämten Marktgesellschaft bzw.. die analytische Kritik und die solidarische Opposition zur praktizierten Unvernunft eröffnen aktuell Blick und Handlungsmöglichkeiten für bessere Zeiten.. Der militärischen und ökonomischen Destruktivität steht ein weit höheres Potential lebensbejahender Produktivität gegenüber, das durch kooperative Weltaneignung realisiert wird.. So kommen Bildung und Wissenschaft - und ihre Institutionen - ins erfreuliche Spiel.. Die gemeinsame Befreiung von schädlichen Beschränkungen ist eine erforderliche Wendung: Das Diktat der gewinnbringenden Verwertung, die logisch daraus folgende Hierarchisierung menschlichen Lebens nach Leistung , die gefährliche Banalität vermarktungsfixierter Forschung und Lehre, die geforderte Hektik besinnungslosen Paukens, der politisch geschaffene Mangel an Mitteln und Möglichkeiten zur kulturellen Entfaltung - sind das kumulierte Übel.. Die neoliberale Hochschulgesetzgebung, die von der Handelskammer gefordert und besonders von der CDU in Hamburg vorangetrieben wurde, steht z.. somit auf dem Prüfstand.. Sie ist umfassend zu revidieren.. Dazu gehört zu allererst die Abschaffung der Studiengebühren und eine wissenschaftlich fundierte und antifeudal realisierte Studienreform inklusive die Demokratisierung der Hochschulstrukturen.. Der Akademische Senat (AS) sollte sich dieser Herausforderung in Hinblick auf die erkämpfte Novellierung des Hamburgischen Hochschulgesetzes (HmbHG) stellen und darüber hinaus eine selbstkritische Diskussion für die künftige Entwicklungsrichtung der Universität - wider die totale Vermarktung und für humanen Fortschritt - einleiten.. Ehrliche Problematisierungen, Entwicklungsoffenheit, Kollegialität und Argumentationsfreude werden (auch bei der Präsidentenfindung) dabei nicht schaden.. Die Zivilisationskrise ist eine universelle historische Herausforderung - für alle.. Galilei: Nehmt das Tuch vom Fernrohr und richtet es es auf die Sonne!.. Sitzung des Akademischen Senats am Donnerstag, 19.. Der Akademische Senat mußte in das besetzte Audimax umziehen, da dies der einzige Raum war, der für die über 1.. 100 Protestierenden groß genug war.. Symbolisch wird die Präambel der Grundordnung der.. Universität zu Grabe getragen.. Über 1.. 100 Studierende haben sich im Audimax versammelt um gegen Lenzen zu protestieren.. Der Akademische Senat muss den Studierenden Rede und Antwort stehen.. Auch Frau Löschper, komm.. Präsidentin der Uni, versucht sich in Rechtfertigung.. Rechtfertigungsversuche des Akademischen Senats nach der Bestätigung Lenzens.. am Freitag, 20.. November 2009 im Audimax.. Schnapp verliest die Presserklärung des AS.. Schnapp versucht sich in Erklärungen.. Benjamin Gildemeister (JUSO-HSG, studentischer Vertreter im AS) erklärt, warum er für Lenzen gestimmt hat.. Es informieren die Hochschulgruppen:.. Liste Links - Offene AusländerInnenliste Linke Liste andere Aktive.. harte zeiten - junge sozialisten & fachschaftsaktive.. Fachschaftsbündnis - Aktive für demokratische und kristische Hochschulen.. Regenbogen - Alternative Linke.. Impressum..

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  • Title: Präsidentenfindung an der Universität Hamburg
    Descriptive info: zurück.. Download als PDF | 99 KB.. Eine Universität, die sich als Gemeinwesen versteht, wird sich einem öffentlichen Auftrag verpflichtet fühlen.. und sich über den Inhalt des öffentlichen Auftrags intern streiten.. Eine Universität nach dem Modell des.. Privatunternehmens wird sich umdefinieren zur Unterordnung all ihrer Tätigkeiten unter das oberste Prinzip,.. auf dem Markt erfolgreich zu sein.. Dieses Modell der unternehmerischen Universität nimmt vollständig.. Abschied von der Idee und der Tradition der Universität nicht nur als Gruppenuniversität sondern überhaupt.. als Gemeinwesen.. Gibt es Hoffnung, dass die unternehmerische Universität nicht das Ende der.. Universitätsgeschichte ist?.. Bodo Zeuner,.. Emeritus am Otto-Suhr-Institut an der FU Berlin hat uns seine Abschiedsvorlesung vom 11.. Juli.. 2007 zur Verfügung gestellt.. Der folgende Text erscheint auch im September in der Nr.. 148 der Zeitschrift.. PROKLA.. In dieser Ausgabe werden die Konsequenzen der Verbetriebswirtschaftlichung von immer mehr.. gesellschaftlichen Bereichen untersucht.. Bestellungen über www.. prokla.. de.. Abschiedsvorlesung am 11.. Juli 2007, 18 Uhr, Hs.. A des OSI, Ihnestr.. 21.. Die Freie Universität Berlin vor dem Börsengang?.. Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Mitstreiterinnen und.. Mitstreiter,.. ich hatte am Otto-Suhr-Institut in den letzten Jahren die Chance und das leidvolle Vergnügen, die.. Abschiedsvorlesungen vieler Freunde und Kollegen mitzuerleben und manchmal auch mit zu.. gestalten.. Daraus konnte ich lernen, das solch eine Vorlesung zum einen inhaltlich eine Art.. Resümee des eigenen Tuns und Erkennens als Wissenschaftler sein sollte, dass sie aber zweitens.. auch eine persönliche Komponente haben muss.. Mit dieser persönlichen Komponente fange ich jetzt an.. Es wird sich schon zeigen, wie sie mit den.. wissenschaftlichen Inhalten zusammenhängt.. Ich bin vor fast 30 Jahren hier zum Professor berufen worden, und zwar für Politische Wissenschaft.. allgemein, unter besonderer Berücksichtigung eines Arbeitsgebiets, das, so glaube ich mich zu.. erinnern, politische Soziologie der abhängigen Erwerbspersonen hieß, also mich verpflichtet hat,.. mich besonders um die Analyse der politischen Regulierung der Arbeitsbeziehungen zu kümmern.. Ich war vorher am OSI Student, Assistent und Assistenzprofessor (das ähnelt dem heutigen.. Juniorprofessor) gewesen, zwischendurch Redakteur in Hamburg, beim NDR und später beim.. Spiegel.. Beim Spiegel habe ich, direkt im Anschluss an die Studentenbewegung, für.. Mitbestimmung der Journalisten gekämpft und auch dafür, dass der Spiegel ein von.. selbstbestimmt arbeitenden Journalisten gemachtes noch linkeres Blatt werden sollte, als der.. Herausgeber Rudolf Augstein wollte.. Als Reaktion auf unsere Initiative.. warf Rudolf Augstein erstens fünf Anführer der redaktionsinternen Revolte: Alexander von.. Hoffmann, Hermann Gremliza, Otto Köhler, Dieter Brumm und Bodo Zeuner, hinaus und.. schenkte er zweitens die Hälfte der Eigentumsanteile am Unternehmen Spiegel der.. Belegschaft, behielt aber die Alleinherrschaft als für die Linie des Blattes zuständiger.. Herausgeber.. [1].. Der Spiegel wurde kein linkeres Blatt wie etwa: Le Monde aber die Belegschaft und die.. Redaktion verdienen seither gut mit und sind darauf bedacht, Anzeigenkunden nicht zu verprellen,.. weil das ihren kollektiven Profit mindern könnte.. Ich hatte großes Glück, dass ich 1972, als Augstein mich gefeuert hatte, wieder ans OSI kommen.. konnte: Hier war gerade eine Assistenzprofessur für Interessenverbandsforschung frei und meine.. Freunde aus der inzwischen gegründeten SAZ, der Sozialistischen Assistentenzelle , setzten sich.. dafür ein, dass ich, der ich zuvor eher als Parteienforscher ein Profil bei den Politologen gewonnen.. hatte, diese Stelle bekam.. Ich hatte auch während meiner Zeit beim Spiegel den Kontakt zu den.. Freunden am OSI, insbesondere aus der SAZ, nie abgebrochen.. Jedenfalls wurde ich 1972.. Assistenzprofessor und 1977 Professor auf Lebenszeit am OSI.. Auch bei dieser Berufung hatte ich Glück; auch dabei spielte die Solidarität der SAZ eine Rolle.. Damals expandierte das OSI dramatisch, die Studentenzahlen nahmen zu, und der Staat war noch.. nicht der Meinung, er müsse prinzipiell sparen, die Steuerlast für die Unternehmen senken und die.. Reform bestehe darin, die Universitäten auf private Finanzierungsquellen zu verweisen.. Vielmehr.. galt Bildung noch als öffentliches Gut und öffentliche Aufgabe, die auch öffentlich zu finanzieren.. war und zum Inhalt dieser öffentlichen Aufgabe gehörte es damals, die Hochschulen für breitere.. Schichten zu öffnen, die Studierenden nicht nur für ihr Funktionieren im Beschäftigungssystem zu.. qualifizieren, sondern auch ihr kritisches Analysevermögen zu fördern.. Damals wurden neue.. Stellen geschaffen, die solchen Aufgabenstellungen entsprachen.. Dazu gehörte meine Professur, die.. mir die Möglichkeit gab, mich auf die Politik der Arbeitsbeziehungen und auf die politische.. Erwachsenenbildung zu konzentrieren.. Im heutigen neuen OSI mit, wie in den frühen 60er.. Jahren, nur 11 Großprofessuren gibt es für beide Gebiete, die Arbeitsbeziehungen und die politische.. Erwachsenenbildung, keine eigene Professur mehr und bei der Fortführung der.. Erwachsenenbildung muss, wie ich höre, darum gekämpft werden, dass überhaupt noch eine.. Mitarbeiterstelle für diese Pflichtaufgabe zur Verfügung steht.. Dass ich am OSI Assistenzprofessor und dann Professor wurde, beruhte also, neben meiner.. individuellen Qualifikation und Qualität, auch auf der Solidarität der damaligen Mittelbaugruppe.. und auf persönlichem Glück, letzteres in doppelter Weise: Ich hatte Glück, dass gerade ein Stelle.. frei war, für die sich kein in den Augen der Auswählenden besserer Bewerber fand, und ich hatte.. das Glück, in einer Zeit zu leben, in der das, was ich als Wissenschaftler anbieten wollte und.. konnte, als öffentlich zu finanzierende öffentliche Aufgabe angesehen wurde.. Gewiss, ohne von.. anderen anerkannte Leistung wäre ich nicht Professor geworden, aber der Umkehrung, ich sei allein.. durch hervorragende Leistung meines eigenen Glückes Schmied gewesen, will ich ausdrücklich und.. mit dem Absicht der Generalisierung widersprechen.. Zur Leistung mussten gerade geöffnete.. Gelegenheitsfenster und Solidarität hinzukommen.. Auf Glück und Solidarität werde ich am Ende dieser Vorlesung noch zurückkommen.. Das Thema meiner Vorlesung ist die Ökonomisierung, genauer: die Markt-Ökonomisierung der.. Wissenschaft, vor allem wie sie an den Universitäten betrieben wird, vor allem am Beispiel der.. Freien Universität Berlin.. Ursprünglich hatte ich vor, bei meinem Abschied über ein anderes Thema, zu dem ich in den letzten.. Jahren gearbeitet und mit Irmtraud Schlosser auch eine Ringvorlesung veranstaltet habe, zu reden,.. nämlich Solidarität: Solidarität lässt sich ja, ausgehend von der französischen Revolution, als.. Grundwert, und, ausgehend von Sozialtheorien wie der Emile Durkheims, als unverzichtbares.. Bindemittel jeder Gesellschaft beschreiben.. Was also geschieht mit unseren sozialen Beziehungen.. und unseren politischen Ordnungen, wenn immer mehr Solidarität benötigt und immer weniger.. Solidarität tatsächlich hergestellt und ermöglicht wird? Bricht die weltweite Marktgesellschaft an.. diesem Widerspruch zusammen?.. Ich hätte wie gesagt Lust gehabt, in meiner Abschiedsvorlesung über diese Frage zu sprechen.. Aber.. dann fragte ich eine mir nahe stehende Frau, die das OSI gut kennt, ob ich eher über die.. Ökonomisierung der FU oder über die Probleme der Solidarität reden sollte und sie sagte:.. Natürlich musst du zum Abschied eine kritische Vorlesung zur Freien Universität halten.. Das mache ich also jetzt.. Und am Ende werde ich auf die Frage der Solidarität zurückkommen, und.. zwar, in Anlehnung an eine Formulierung von Leszek Kolakowski, als Frage nach der Möglichkeit.. und Unmöglichkeit, ein solidarisch handelnder Wissenschaftler zu sein.. Die FU vor dem Börsengang? Bemerkungen zur Ökonomisierung der Wissenschaft.. Ich will die Themenfrage nicht mit einer Kapitalmarkt-Prognose beantworten, sondern zunächst.. eine These begründen, nämlich, dass die FU sich bei ihren eigenen Umstrukturierungen so verhält,.. als wolle sie sich demnächst kapitalprivatisieren, als wäre also der Börsengang, wie bei der.. Deutschen Bahn AG, ihr oberstes Entwicklungsziel.. Und selbstverständlich will ich erörtern, was.. diese Entwicklung bedeutet und was aus ihr folgt und in welche Widersprüche das gerät und was.. sich entgegensetzen lässt.. Was kapitalprivatisieren heißt, lässt sich dem IPO-Test entnehmen.. Diesen Test für die Börsen-.. Fitness von Unternehmen veröffentlicht die Deutsche Börse im Internet.. Er besteht aus 10 Fragen,.. bei denen es um grundlegende Kriterien für die Börsenreife geht.. Dazu gehören u.. a.. überdurchschnittliche Perspektiven in einem Kernmarkt (Frage 1), überdurchschnittliches.. nachhaltiges Wachstum in neuen innovativen Märkten (Frage 2), sowie ein überzeugendes.. nachvollziehbares und nachhaltiges Unternehmenskonzept (Frage 3).. Dann folgen Kriterien zur.. Binnenstruktur, die ich etwas genauer zitieren will:.. Strategien und Ziele werden regelmäßig überprüft und in einer detaillierten.. Unternehmensplanung laufend fortgeführt.. (Frage 3).. Ihr Unternehmen hat eine klare Unternehmensstruktur und einem der Unternehmensgröße.. in der Tiefe und Breite angemessene Führungsstruktur.. Alle wesentlichen.. Managementpositionen sind mit Personen besetzt, die eine entsprechende fachliche.. Qualifikation für ihre Aufgabenbereiche mitbringen.. (Frage 4).. Ihr Unternehmen verfügt über effiziente Managementinformations-, Kontroll- und.. Risikosysteme.. (Frage 5).. Ihr Unternehmen verfügt über ein Aufsichtsgremium oder Beirat sowie deren Mitglieder.. über eine fachlich, angemessene Qualifikation (Frage 6).. [2].. Die Fragen 7-10 betreffen das Verhältnis zum Kapitalmarkt, insbesondere zur Bereitschaft, sich.. dem Kapitalmarkt zu öffnen.. Ein kontinuierlicher Dialog mit Investoren und Intermediären muss.. fester Bestandteil der Unternehmensstrategie sein (Frage 8).. Dass derartige Kriterien vom Präsidenten der FU selber als Leitmodell angesehen werden, zeigte.. sich im November 2006.. Damals wurde die Freie Universität Berlin von dem Wirtschaftsmagazin.. karriere und dem Prognos-Institut unter 35 Konkurrenten zur unternehmerischsten Hochschule.. in Deutschland gekürt.. Die Kriterien für dieses Ranking waren denkbar simpel: Es ging um.. größtmögliche Übereinstimmung mit einem Wirtschaftsunternehmen, das Leitbild lautete.. Unternehmen Hochschule.. Dazu gehörte u.. , dass Universitäten nach neuen Wegen der.. Finanzierung und damit mehr Unabhängigkeit von staatlichen Geldern suchen und dass sie nicht.. verwaltet, sondern gemanagt werden.. [3] FU-Präsident Dieter Lenzen erklärte prompt seine Freude.. über diesen Spitzenplatz und darüber, dass unser Kurs zur unternehmerischen Gestaltung der.. Universität gerade in Zeiten knapper Kassen Bestätigung findet.. [4].. Präsident Lenzen ist nicht nur Chefmanager der unternehmerischsten Universität Deutschlands, er.. macht auch aus seiner Parteinahme für Unternehmerinteressen und Unternehmerideologien keinen.. Hehl.. Er ist Fördermitglied der vom Arbeitgeberverband Gesamtmetall ins Leben gerufenen und.. finanzierten Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft.. Die Initiative Neue Soziale.. Marktwirtschaft ist ein neoliberaler Think-Tank, der stolz darauf ist, öffentliche Diskurse zu.. steuern, ja zu manipulieren, Journalisten zu beeinflussen, eine ideologische Deutungshoheit im.. Sinne seiner Auftraggeber herzustellen.. Rudolf Speth, Privatdozent des OSI und vom OSI aus.. leicht erklärlichen Gründen bisher vergeblich für die Ernennung zum apl.. Professor.. vorgeschlagen, beschreibt die INSM als PR-Unternehmen für die Interessen der Wirtschaft , als.. Ausdruck einer Radikalisierung der ökonomischen Eliten, die die Politik ( ) stärker unter Druck.. setzen.. [5] Wer auch nur in den Verdacht gerät, die Wissenschaft in den Dienst einer solchen.. Propagandamaschine stellen zu wollen, müsste nach traditionellen Maßstäben disqualifiziert sein.. für ein Präsidentenamt, das die Autonomie der Wissenschaft zu verteidigen hat.. Herr Lenzen aber ist ein ehrenwerter Mann.. Er wurde 2007 mit wenigen Gegenstimmen.. wiedergewählt, und es gab dabei keine inneruniversitäre Debatte über seine Rolle als Propagandist.. von Arbeitgeberinteressen.. Das kann man nur mit einem kompletten Normwandel hinsichtlich.. dessen, was Universität sein und wozu sie dienen soll, erklären.. Auf diesen Normwandel und den ihm entsprechenden Strukturwandel kommt es mir hier an nicht.. auf einen personalisierenden politischen Angriff auf Präsident Lenzen.. Einige KollegInnen, denen.. ich einen Entwurf dieses Textes zu lesen gab, rieten mir, um nicht in Verschwörungstheorien zu.. verfallen, Herrn Lenzen als Charaktermaske im Marx schen Sinne herauszustellen.. Ich denke,.. dass man über diese Entgegensetzung hinauskommen sollte: Selbstverständlich sind es objektive.. und globale Entwicklungen, die zur Ökonomisierung von Wissenschaft drängen und Akteuren wie.. Lenzen erst ein Aktionsfeld eröffnen.. Andererseits ist der gegenwärtige FU-Präsident nicht nur ein.. passives Rädchen im Getriebe der Systemzwänge, sondern ein exemplarischer und auch bundesweit.. führender Protagonist und Promotor der Markt-Ökonomisierung von Wissenschaft.. Der Normwandel ist, was das angestrebte Ziel angeht, leicht zu beschreiben: Es geht um die reale.. und gewollte Anpassung der Universität in Struktur und Funktion an ein zum Zweck der.. Profiterzielung wirtschaftendes Privatunternehmen.. Dazu gehören mindestens folgende,.. miteinander verkoppelte und gleichzeitig vollzogene Restrukturierungsprozesse (neudeutsch.. Reformen ) genannt:.. Kommodifizierung der Wissenschaftsprodukte.. Geschäftsziel ist die Produktion von Waren, die privat nutzbar und auf dem Markt veräußerbar.. sind, statt von Kollektivgütern: Also werden die Studierenden zu Kunden umdefiniert, die.. verwendbare Qualifikationen und entsprechende Zertifikate nachfragen und auch mit.. Studiengebühren bezahlen.. Weiterbildungsangebote werden entsprechend zahlungskräftiger.. Nachfrage der Berufstätigen oder ihrer Arbeitgeber entwickelt.. Die Gewinnung wissenschaftlicher.. Erkenntnisse zielt ebenfalls auf die zahlungskräftige Nachfrage, im wesentlichen der Wirtschaft.. und der öffentlichen Hände.. Hier stellt sich allerdings schon ein Problem: Wissenschaft kann sich nicht vollständig den Schuhoder.. Automobil-Produzenten angleichen denn sie unterliegt dem Wahrheitskriterium, Schuhe und.. Autos müssen dagegen nur nützlich sein.. Diese Bindung an das Streben nach Wahrheit macht sogar.. den spezifischen Gebrauchswert der Wissenschaft aus und verleiht ihren Produkten eine besondere.. Würde und Autorität.. Sie erst begründet das Grundrecht auf Wissenschaftsfreiheit.. Ein Professor,.. der von vornherein zugeben würde, dass er sein wissenschaftliches Gutachten inhaltlich an den.. Interessen des Meistbietenden orientiert, würde dieses Gutachten entwerten.. Ähnliches gilt für die.. Ware Qualifikation, die nur dann einen Wert hat, wenn sich mit ihr eine dokumentierbare Leistung.. verbindet: Sollte sich herumsprechen, dass akademische Titel und Zertifikate käuflich oder doch für.. Reiche mit wesentlich geringerem Leistungsaufwand zu erwerben sind als für andere, dann würde.. das die Titel und Zertifikate entwerten.. Die Umstellung der Wissenschaft von der Produktion öffentlicher Güter auf die Warenproduktion.. hat also ihre Tücken, weil sich auch in der Ware Wissenschaft und der Ware Zertifikat noch.. bestimmte Wesenselemente des früheren öffentlichen Guts wiederfinden lassen müssen.. Die.. übliche Lösung des Problems bei der Privatisierung von öffentlichen Gütern ist die Einrichtung von.. Regulierungsbehörden, die Mindeststandards sicherstellen, etwa: Landesmedienanstalten,.. Bundesaufsichtsamt für das Versicherungswesen.. Vergleichbares hatten wir bei den Universitäten.. schon immer, nämlich als Staatsaufsicht.. Nun aber wird auch diese privatisiert, etwa bei der.. Akkreditierung neuer Studiengänge durch miteinander konkurrierende Akkreditierungsfirmen.. gewissermaßen eine Privatisierung zweiter Ordnung, bei der auch die Kontrolle der Erfüllung.. gemeinwohlorientierter Minimalstandards noch in private Hände gegeben wird.. Und wir haben mit.. dem CHE (Centrum für Hochschulentwicklung) der Bertelsmann-Stiftung ein privates und.. Privatinteressen eines Konzerns förderndes Über-Wissenschaftsministerium, das zum Beispiel in.. Nordrhein-Westfalen sowohl das neue sogenannte Hochschulfreiheitsgesetz konzipiert hat als.. auch vom Innovationsminister Pinkwart (FDP) mit der Umsetzung dieser Hochschulfreiheit.. beauftragt worden ist.. [6].. Die Umstellung auf Warenproduktion bedeutet auch, worauf Konrad Paul Liessmann in seinem vor.. einem Jahr erschienenen brillanten Essay über die Theorie der Unbildung hingewiesen hat, eine.. Industrialisierung des universitären Produktionsprozesses, wobei Industrie, als Gegenbegriff zu.. Handwerk, verstanden wird als die tendenziell mechanisierte und automatisierte Herstellung von.. identischen Produkten unter identischen Bedingungen mit identischen Mitteln.. [7] Liessmann sieht.. in den Naturwissenschaften mit ihrem Verfahren des Experiments durchaus eine Anschlussstelle für.. die Industrialisierung von Wissenschaft, während die Theorieproduktion, die Grundlagenforschung.. und die Geisteswissenschaften eher dem Handwerksmodell folgen und sich der Standardisierung.. entziehen.. Diese Industrialisierung der Produkte von Forschung und nicht Lehre, sondern Ausbildung.. scheint mir die gegenwärtige Ökonomisierung übrigens auch für die Gewerkschaften attraktiv.. gemacht zu haben bis hin zur Unterstützung des Bologna-Prozesses durch meine eigene.. Bildungsgewerkschaft GEW.. Ich kritisiere mich selbst als Gewerkschaftsforscher und.. Gewerkschafter dafür, mich nicht frühzeitig gegen diese Politik engagiert zu haben.. Marktabhängigkeit der Wissenschaftsproduktion und der Wissenschaftsunternehmen.. Diese hängt mit der unter 1.. genannten Kommodifizierung zusammen, geht aber darüber hinaus.. und verdient deshalb eine gesonderte Betrachtung.. Die Reform begnügt sich ja nicht damit, die.. Universitäten mehr oder weniger auf die Herstellung verkäuflicher Produkte und Dienstleistungen.. umzuorientieren.. Vielmehr wird ein nationales und globales System der marktförmigen Konkurrenz.. zwischen den Wissenschaftsunternehmen konstruiert, das auf brutale Resultate ausgerichtet ist:.. Ruinöse Konkurrenz nach dem Prinzip Winner takes all.. Nur wer an der Spitze mitmischt, wer.. international in der ersten Liga spielt, und wie die Metaphern alle heißen, hat eine.. Überlebenschance.. Der seit zwei Jahren inszenierte bundesweite Exzellenz -Wettbewerb liefert dafür prächtige.. Beispiele.. Der Sache nach geht es um die Verteilung unzureichender Mittel für universitäre.. Forschung durch die staatlichen Haushalte.. Um von der Unterfinanzierung des öffentlichen Guts.. wissenschaftliche Forschung abzulenken, wird ein ruinöser Wettbewerb um das künstlich.. verknappte Gut Exzellenz und den Titel Eliteuniversität veranstaltet.. Wer nicht gewinnt, steigt.. ab.. Diese Anrufung wurde von der Freien Universität und auch von unserem Fachbereich besonders.. begeistert und besinnungslos aufgenommen.. Anfang 2006, nachdem die FU zum Wettbewerb um.. das Label Eliteuniversität in die Runde der letzten 10 gekommen war, schrieb Präsident Lenzen.. in einem Rundbrief an alle Professoren der FU:.. In diesen Jahren entscheidet sich, ob die Freie Universität unter den ,Top Ten auch weiterhin.. ihren Platz hat, oder ob sie zurückfällt.. Das bedeutet auch, dass alle strategischen Entscheidungen.. über Strukturen, Berufungen, Schwerpunkte, Arbeitsziele immer auch vor dem Hintergrund dieses.. Ziels bewertet und getroffen werden müssen.. Am Fachbereich Politik- und Sozialwissenschaften wurde Lenzens Marschroute, alles dem.. Exzellenzwettbewerb unterzuordnen, sofort befolgt: Es gab Umbaumaßnahmen zur Freiräumung.. eines ganzen Traktes, temporäre Schließungen und dauerhafte Verlagerungen ganzer Bibliotheken.. mitten im Semester mit dem alleinigen Ziel, der externen Bewertungskommission bei einer.. Begehung vorzuführen, dass das vom Fachbereich geplante Exzellenzcluster für den Fall seiner.. Bewilligung die benötigten Räume unverzüglich bereit stellen könne.. Die Wettbewerbsfähigkeit.. des Standorts OSI bzw.. FB PolSoz sollte um jeden Preis optimiert werden.. Das Cluster fiel dann.. trotzdem durch.. Die bis heute leer stehenden Räume sollen jetzt anderen Zwecken zugeführt.. werden.. Der Witz bei dieser Marktunterwerfung ist, dass sie funktioniert, auch wenn ein realer Markt, auf.. dem Güter und Dienstleistungen gegen Geld getauscht werden, gar nicht vorhanden ist.. Marktprozesse lassen sich im Universitätswettbewerb sehr gut simulieren.. Eine ganze Industrie von.. Ranking- und Evaluierungsfirmen versucht einen virtuellen Markt herzustellen, auf dem die.. einzelnen Universitäten und Hochschulen verbittert und atemlos um Anteile und Positionen.. kämpfen.. Auf diesem simulierten Markt ist die Konkurrenz mindestens so gnadenlos wie auf.. echten Märkten.. Den ideologischen Konstrukteuren des Marktradikalismus ist es gelungen, einen.. Real-Bluff zu installieren: Sie können, um ein Wort von Wolf Wagner aus seinem berühmten Buch.. über Uni-Bluff [8] aufzugreifen, den Kuchen essen, ohne ihn überhaupt zu haben.. Wie gewaltsam.. diese simulierten Marktzwänge wirken, wurde mir klar, als ich neulich mit einem auswärtigen.. Mitglied eines Hochschulkuratoriums sprach und von ihm die resignierte Einschätzung hörte: Kein.. Hochschulpräsident könnte sich dem Wettrennen um Exzellenz verweigern, auch wenn er diesen.. Wettbewerb für politisch unsinnig und gefährlich hielte.. Immerhin könnte ein solcher Präsident, wenn es ihn denn gäbe, die FU hat ihn nicht, versuchen, ein.. wenig Sand in das Getriebe der besinnungslosen Konkurriererei zu streuen und sich mit den.. Mitkonkurrenten zu beraten und vielleicht sogar zu verständigen.. Denn auf die Frage, ob man aus.. einer als ruinös erkannten Konkurrenz, aus einem race to the bottom, aussteigen kann, gibt es in der.. Tradition der Arbeiterbewegung eine Antwort: Organisierung von Solidarität zum Bau von.. Dämmen gegen Unterbietungskonkurrenz.. Darauf komme ich am Ende zurück.. Unternehmisierung des Universitätsbetriebs.. 1.. Das Programm der Unternehmisierung.. Der dritte Restrukturierungsprozess auf dem Wege zum Privatunternehmen betrifft die.. Binnenstruktur des Unternehmens.. Ich nenne sie Unternehmisierung und nicht.. Verbetriebswirtschaftlichung , denn gegen gute Betriebsführung wäre ja nichts einzuwenden.. Freie Universität Berlin hat eine miserable Betriebsführung, wie sich zu Beispiel bei der Einführung.. des Registrierungssystems Campus Management zeigte aber sie wird trotzdem zur.. unternehmerischsten Hochschule ernannt, weil sie sich den Zielen der Transformation in ein.. Unternehmen besonders verschrieben hat.. Über diese Unternehmisierung der Universität am.. Musterbeispiel FU will ich jetzt ausführlicher reden.. Was das neue Leitbild Unternehmen Hochschule bedeutet, lässt sich gut am Vergleich mit den.. beiden vorangegangenen Strukturmodellen für deutsche Universitäten zeigen, etwa was die.. professionelle Autonomie der Wissenschaftler betrifft, mit den Worten des Grundgesetzes: die.. Freiheit von Forschung und Lehre:.. Die Humboldtsche Gelehrtenrepublik war getragen von großem Vertrauen in eine.. Wissenschaft, die ihren Wert in sich trägt, die Forschung und Lehre miteinander verknüpft.. und damit den Professoren eine sehr große, lediglich durch dienstrechtliche Aufsicht des.. Staates eingeschränkte, professionelle Autonomie garantiert.. Die gegen den Muff unter den Talaren erkämpfte Gruppenuniversität beschnitt.. professorale Privilegien durch eine differenzierte Mitbestimmung aller funktionalen.. Gruppen; beibehalten wurde aber die große professionelle und fachliche Autonomie derer,.. die Wissenschaft betreiben.. Das Modell Unternehmen Hochschule koppelt dagegen die Produktion von Wissenschaft und.. Studierendenausbildung direkt an Markterfolge und erlegt den Universitäten auch die.. Binnenstruktur eines marktorientierten Unternehmens auf.. Darin hat professionelle Autonomie nur.. noch in dem Maße Platz, wie sie dem Geschäftsinteresse dient.. Innerhalb der unternehmerischen.. Universität geht es um die optimale Verbindung von Hierarchie und Konkurrenz.. Das bedeutet auf.. jeden Fall die Aufhebung, mindestens aber das Leerlaufenlassen aller Formen von Demokratie und.. Mitbestimmung.. Ohne jede Bemäntelung machte dies Margret Wintermantel, Präsidentin der.. Hochschulrektorenkonferenz und damit höchste Repräsentantin der universitären Wissenschaft, auf.. einer Tagung in Berlin im März dieses Jahres deutlich.. Uwe Schlicht referierte im Tagesspiegel.. vom 20.. 3.. 2007 unter der Überschrift Wer das Sagen an der Uni hat folgende Aussagen von.. Wintermantel:.. Die Hochschulen ( ) müssten ( ) lernen, langfristig strategisch zu planen.. Diese.. Professionalisierung falle vielen Präsidenten und Dekanen jedoch noch schwer.. Darum sei es auch.. schwierig, neue Rektoren zu finden.. Konflikte zwischen den unternehmerisch denkenden.. Hochschulräten oder Kuratorien und den Akademischen Senaten würden aufbrechen.. Doch.. benötige das Leitungspersonal für die neuen Aufgaben eine umfassende.. Entscheidungsbefugnis.. (Herv.. B.. Z.. ) Den Gremien der akademischen Selbstverwaltung weist die.. HRK-Präsidentin die Aufgaben der  ...   erachtet wurden,.. dass das Präsidium besser als das OSI überblicken könne, welche Berufungen dem von der.. Universitätsleitung angestrebten Profil am besten entsprächen.. Da gab es dann auch.. Empfehlungen aus dem FU-Präsidium, etwa: Schlagt doch lieber Herrn A als Frau B vor!.. Herr A hat sich in den Medien einen Namen gemacht! oder: Wenn das OSI zwei Grüne.. benennt, ist das zuviel!.. Durch Kommissionen erarbeitete Vorschlagslisten für die Besetzung von Dauer-Professuren.. und die sind selbstverständlich für die Zukunft des Instituts noch viel wichtiger als die.. zuvor genannten apl.. Professuren wurden vom Präsidium ebenfalls mit derselben.. Begründung Wir als Uni-Leitung sind zuständig fürs Profil angehalten,.. zurückgewiesen, gestoppt, zurückgezogen, statt, wie es sich bei Respektierung der.. Fachkompetenz gehört hätte, an den für die Berufung zuständigen Senator weitergeleitet.. Das Prinzip der Selbstfinanzierung wurde auch jenen Service-Einrichtungen der FU.. aufgezwungen, die nach einem vor-neoliberalen Verständnis eine Bringschuld gegenüber.. der Gesellschaft haben, etwa der Kooperationsstelle FU-DGB.. Diese Kooperationsstelle.. kann seit dem Wandel zu Lenzens Reformuniversität Angebote für Arbeitnehmer nur.. noch dann machen, wenn die Kosten von den Arbeitgebern oder von den Teilnehmern selbst.. bezahlt werden.. Bei der Beantragung von größeren Forschungsprojekten aus den Fachbereichen ist die.. Unterstützung durch den Präsidenten ein entscheidendes Kriterium für die Förderung dieses.. Projekts durch Drittmittelgeber, etwa die Deutsche Forschungsgemeinschaft; mithin müssen.. sich die Wissenschaftler als Antragsteller nicht nur um die Qualität ihres Vorhabens,.. sondern auch um das politische Wohlwollen der Universitätsleitung bemühen;.. Bei der Planung für die Lange Nacht der Wissenschaft vor einigen Jahren wurde eine.. Initiative aus dem Fachbereich, geplant von Peter Grottian gemeinsam mit anderen.. Dozenten und Studierenden, deshalb gestoppt, weil der Präsident, in seiner übergeordneten.. Zuständigkeit für das Profil der FU, Grottian schlicht nicht wollte.. Also verbot er einfach.. diese Initiative, und der damalige Dekan stellte diesen Befehl ebenso einfach durch.. (Es ist.. ja bei Lenzen, wie im Tagesspiegel-Streitgespräch 2005 klar wurde, für die Dekane die.. Rolle eines Fachbereichs- oder Abteilungsleiters wie bei Mercedes vorgesehen.. Der.. damalige Dekan ist dieser Rolle voll gerecht geworden.. Wie in einem Wirtschaftsunternehmen muss man sich also mit denen da oben gut stellen, sonst.. wird man nichts, sonst kriegt man nichts, sonst ist man ein loser.. Schon bevor Präsident Lenzen die Umwandlung der FU nach dem Modell Mercedes zum.. obersten Entwicklungsziel erklärt hatte, gab es zwei grundlegende Umbrüche der Freien Universität.. in Richtung auf privatwirtschaftliche Strukturen die Zielvereinbarungen der Fachbereiche mit.. dem Präsidium und die Einrichtung von Kostenstellen für die einzelnen Wissenschaftsproduzenten,.. d.. h.. für Professoren.. In den Zielvereinbarungen zwischen dem Präsidenten und den Dekanen der Fachbereiche.. wird entsprechend den Ideen der Zentrale festgelegt, was die Fachbereiche tun sollen.. wenn nicht, erhalten sie weniger Haushaltsmittel.. Gewiss kann dabei den Fachbereichen im.. Prinzip ebenso Sinnvolles wie Unsinniges auferlegt werden, etwa: Frauenförderung oder.. aber, im Fall des OSI und seiner Berufsfeldorientierung im Hauptstudium besonders.. unsinnig: Reduzierung der Lehraufträge von Praktikern.. Ob Sinnvolles oder Unfug.. begünstigt wird, entscheidet aber nicht die Fakultät nach ihren fachlichen Gesichtspunkten,.. sondern die Zentrale, und die entscheidet nicht nach generellen Richtlinien, sondern nach.. Gutdünken im Einzelfall.. An die Stelle des allgemeinen Gesetzes tritt der Vertrag als.. privatrechtliches Instrument, so wie schon bei den Verträgen des Senats von Berlin mit den.. einzelnen Hochschulen über deren Finanzierung.. Aber während diese Verträge wenigstens.. formal noch einer Ratifizierung durch das Landesparlament bedürfen, sind die analogen.. Zielvereinbarungen auf der nächst unteren Ebene, also zwischen dem.. Universitätspräsidium und den Fachbereichen, weitgehend geheime Vereinbarungen.. zwischen Chefs, die sich nicht in die Karten gucken lassen.. Mehrere geschäftsführende.. Direktoren des OSI haben Kämpfe gegen die Dekane ausgefochten, allein darum, dass sie.. und die gewählten Gremien an der Abfassung solcher Zielvereinbarungen beteiligt wurden.. Ein früherer Dekan verweigerte dem Institutsrat des OSI sogar die Information über den.. Inhalt der zwischen ihm und dem Präsidenten abgeschlossenen Zielvereinbarung, obwohl.. dieser Inhalt die Geschäftsgrundlage für den Institutshaushalt war.. In der politischen Theorie.. und der Verfassungstheorie gibt es den Unterschied zwischen Gesetzen, die vom Parlament.. zu beschließen sind, und Verträgen, die vom Parlament nur noch ratifiziert oder eben auch.. abgelehnt werden können.. Dann gibt es noch, bei ausdrücklicher Ermächtigung, Verträge,.. die nicht der Ratifizierung bedürfen, aber immerhin den Parlamenten zugänglich sein.. Geheimverträge, die keinem demokratisch bestellten Kontrollgremium mehr.. vorgelegt werden müssen und dennoch gelten, gibt es nur in Privatunternehmen oder in.. Diktaturen.. Vor Lenzen eingeführt wurde an der FU auch das System der Kostenstellen, das den.. Professoren nach Leistungspunkten Haushaltsmittel zu ihrer zur persönlichen Verfügung.. bereitstellt auch dies ein Schritt zur internen Ökonomisierung, zur Verschärfung der.. Konkurrenz zwischen den Professoren, zur Erschwerung von Kooperation und.. Interdisziplinarität und zur Erhöhung der Hierarchie innerhalb der Lehrstühle, also der.. Herrschaft der Professoren über ihre Mitarbeiter.. Dies bedeutete einerseits die.. Wiedereinführung des Ordinarienprinzips, andererseits wurde an die Stelle der kollektiven.. Regierung des Professorenstandes die Konkurrenz zwischen den professoralen.. Unternehmern um verknappte Mittel gesetzt.. Hier wurde etwas versucht, was man.. heutzutage hybrid zu nennen pflegt: Eine Kombination von Restauration der.. Ständegesellschaft mit marktradikalem Konkurrenzprinzip.. Alle diese Schritte zur Entmachtung der demokratisch gewählten Gremien wurden von diesen.. Gremien selbst beschlossen.. Sie waren anscheinend überzeugt davon, dass mehr Warenproduktion,.. mehr Wettbewerb, mehr Herrschaft des Managements besser ist als ihre eigene Mitbestimmung.. Insofern gibt es eine doppelte Parallele zu Deutschland im Jahre 1933, als die Demokratie sich.. durch ermächtigenden Mehrheitsbeschluss für eine Diktatur selbst abschaffte: Erstens waren die.. Demokraten zu schwach und zerstritten, und zweitens war die öffentliche Stimmung gegen die.. Demokratie, veranstaltet unter anderem von den Medien und unterstützt von wichtigen.. Unternehmern wie damals Hugenberg, zu stark.. Nicht die Folgen ich denke nicht daran, den neoliberalen Markttotalitarismus in Ideologie oder.. Praxis mit dem Nationalsozialismus gleichzusetzen , wohl aber die Mechanismen der.. Nichtverteidigung der Demokratie, der Abdankung von Selbst- und Mitbestimmung aus.. Karrieregründen und Charakterlosigkeit, sind ziemlich ähnlich.. Ich meine diesen Vergleich auch selbstkritisch, was meine Generation von Wissenschaftlern, von.. linken Wissenschaftern, von 68ern, angeht: Wir haben es nicht geschafft, die demokratische, die.. Mitbestimmungsuniversität, die wir schon glaubten, erkämpft zu haben, auf Dauer zu stellen.. um das zu erreichen, hätte unsere Generation an den Unis sich besser solidarisch organisieren, und.. nicht nur vernetzen müssen.. Vernetzen als Prinzip der Kooperation jenseits von Hierarchie.. und Markt gedacht fanden alle immer großartig.. Was bei der Vernetzungsidee indessen immer.. fehlte, war die Verbindlichkeit.. Jeder nutzt das Netz nach eigenen Bedürfnissen.. Wenn es aber.. darum geht, zur Abwehr von diktatorischen Übergriffen zusammenzustehen, reicht die Vernetzung.. nicht aus.. Das Vorhandensein eines Netzes ist eine gute Voraussetzung für Solidarität aber es.. kann sie nicht ersetzen.. Insgesamt: Wenn ich der Humboldtschen Professorenrepublik vorwerfe, sich in den Jahren 1933ff.. widerstandslos dem Nationalsozialismus an den Hals geworfen zu haben, dann werfe ich der von.. meiner Generation bestimmten demokratisierten Gruppenuniversität vor, sich in den 90er Jahren.. ebenso widerstandslos der Umwandlung ihrer Universitäten in Privatunternehmen gebeugt zu.. haben.. Um es in den Worten des Wiener Philosophen Konrad Paul Liessmann zu sagen, dessen luzide.. Streitschrift Theorie der Unbildung ich dringend zur Lektüre empfehle:.. Wer zusieht, wie Universitätsfunktionäre jede noch so dumme Phrase aus dem Repertoire der.. Heilslehren des New Management beflissen adorieren, muß sich über die einstige Willfährigkeit der.. Intelligenz gegenüber anderen ideologischen und totalitären Versuchungen nicht mehr wundern.. [12].. 4.. Widersprüche und Widerstände: Was lässt sich tun?.. Zum Schluss soll die Frage nach Widersprüchen und möglichen Widerständen im beschriebenen.. Prozess der Umwandlung vom Gemeinwesen zum Privatunternehmen erörtert werden bei der hier.. gebotenen Kürze notwendigerweise ein wenig schematisch.. Von Widerspruch spreche ich, wenn.. innerhalb eines Prozesses unterschiedliche Funktions- und Handlungslogiken aufeinanderstoßen.. und das System durcheinanderbringen.. Von Widerstand ist die Rede, wenn Widersprüche zum.. Gegenstand subjektiven Handelns von sozialen Akteuren werden.. [13].. Etliche im System der unternehmerischen Universität angelegten Widersprüche wurden bereits.. benannt:.. Eine Wissenschaftsproduktion, die das Streben nach Wahrheit dem Markterfolg unterordnet,.. könnte ihren eigenen Gebrauchswert ruinieren.. Der industrialisierten Wissensproduktion könnte die handwerkliche Kreativität abhanden.. kommen.. Ebenso könnte die Abdrängung der professionellen Autonomie der.. Wissenschaftsproduzenten in eine Nischenexistenz die Kreativität und die Produktivität.. gefährden.. Die ihrerseits privat verfassten und private ökonomische Interessen verfolgenden Agenturen.. des Coaching, Controlling, Monitoring, Ranking, Benchmarking etc.. und der.. Akkreditierung könnten sich als unwirksam, chaotisch und in höchstem Maße selber.. überwachungs- und regulierungsbedürftig erweisen.. Auch ein systemtheoretischer Blick im Gefolge Luhmanns lässt Reibungen und.. Kommunikationsstörungen erwarten, wenn der kommunikative Code der Ökonomie.. besinnungslos auf das System Wissenschaft übertragen wird.. Nicht alle Dekane werden es.. z.. als Ehre ansehen, wie ein Bereichsleiter bei Mercedes behandelt zu werden.. Studierende, die als Käufer und Kunden von Wissenschaft bzw.. Ausbildung auftreten,.. werden auf schlechte Lehre, für die sie nun auch noch bezahlen müssen, vielleicht mit mehr.. Wut als bisher reagieren.. Auch rein betriebswirtschaftlich gesehen steht die Unterwerfung der Wissenschaft unter.. reale oder real-simulierte Marktmechanismen, etwa: permanente Berichtspflichten,.. Evaluationen etc.. , der Konzentration der Wissenschaftler auf ihre eigenen.. wissenschaftlichen Leistungen entgegen.. Obwohl es also systeminterne Widersprüche gibt, die Zweifel am Funktionieren des Projekts der.. Unternehmisierung der Hochschulen nähren, ist Vorsicht geboten bei dem Versuch, aus diesen.. Widersprüchen Hoffnung auf eine positive, demokratische und wissenschaftsgerechte Umkehrung.. der beschriebenen Entwicklung abzuleiten.. Der Widerspruch wird keineswegs von selbst zum.. Widerstand.. Denn zum einen drängen die Widersprüche nicht alle in dieselbe Richtung.. So führt die Wut.. des Kunden über schlechte Warenqualität keineswegs automatisch zum Wunsch nach.. qualitativer Veränderung der Ware.. Wer sich als Student empört, an der Uni zu wenig.. Karrieretaugliches zu lernen, wird deshalb nicht nach mehr wahrheitssuchender und.. kritischer Wissenschaft verlangen, sondern im Zweifel eine noch marktgerechtere.. Ausbildung fordern.. Zweitens kann das System darauf verweisen, dass es noch nicht perfekt sei, und dass noch.. mehr Unternehmisierung, noch mehr Wettbewerb, Kundenorientierung und Management die.. Lösung der bisher aufgetretenen Probleme sei.. So gebiert das Scheitern der ersten Reform.. die zweite Reform , und die Entwicklung in dieselbe Richtung wird noch beschleunigt.. Es.. ist überhaupt ein Kennzeichen der marktradikalen Ideologie, dass sie in allen Bereichen, vor.. allem bei der Bekämpfung von Armut und Arbeitslosigkeit, auf den empirischen Beweis des.. Versagens ihrer Rezepte mit der Forderung nach noch mehr Markt reagiert.. Strategie der Selbstimmunisierung der neoliberalen Religion gegen empirische Widerlegung.. wird auch als Reaktion auf Misserfolge und Systemwidersprüche im Wissenschaftsbereich.. bisher erfolgreich angewandt.. Drittens wäre es ein Fehler, dem Wissenschaftssystem selber eine besonders kräftige.. Widerstandspotenz zu unterstellen.. Dazu noch einmal ein Zitat von Konrad Paul Liessmann:.. Gerade dass die modernen Wissenschaften seit ihrer Etablierung unter unterschiedlichsten.. gesellschaftlichen Bedingungen klaglos funktionierten im liberalen Amerika so gut wie im.. nationalsozialistischen Deutschland, in der stalinistischen Sowjetunion so gut wie im.. autoritären China , sollte vorsichtig gegenüber der These stimmen, dass es die Produktion,.. Verteilung und Verwertung von Wissen selbst ist, die die Kraft haben könnte, eine.. Gesellschaft zu formieren.. (Liessmann 2006, S.. 48).. Auch wenn sich aus den Widersprüchen trotz dieser Schwierigkeiten ein Widerstand ergäbe, könnte.. es sein, dass er chancenlos wäre.. Die marktradikalen Umstrukturierungen der Wissenschaft könnten.. ja, obwohl Ergebnis politischer Entscheidungen, unumkehrbar gemacht worden sein.. Haben wir es.. mit einem Lock-in-Effekt zu tun, bei dem ursprünglich vorhandene Alternativen systematisch.. vernichtet wurden und werden? Elmar Altvater hat das kürzlich so beschrieben: Dem Tina-Wort.. Margaret Thatchers: There is no alternative , B.. folgen also Tina-Taten.. Neben der gezielten.. Blockade von Alternativen heißt dies insbesondere die Errichtung von Sachzwängen, an denen.. alternative Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik und Versuche des Ausscherens aus der Logik des.. Marktes scheitern sollen.. [14].. Für die Lock-in-Vermutung sprechen im Wissenschaftsbereich vor allem die internationalen und.. globalen Rahmenbedingungen, etwa GATS, TRIPS, die weltweit den Staaten umfangreiche.. Liberalisierungen, Privatisierungen, Marktöffnungen für private Anbieter auch im Bildungsbereich.. aufzwingen oder nahelegen, und der europäische Bologna-Prozess , der durch die.. Selbstverpflichtung zur Angleichung der Hochschulabschlüsse zu einer Kommodifizierung von.. Bildungsleistungen, z.. durch ECTS-Punkte für inhaltlich sehr Verschiedenes, beiträgt.. [15].. Dagegen spricht, dass gerade im Bereich von Bildung und Wissenschaft nicht zu sehen ist, warum.. einmal getroffene politische Entscheidungen nicht erneut politisch zur Debatte gestellt werden und.. revidierbar sein können sollen.. Schließlich geht es hier bei den Entscheidern und beim.. Entscheidungsgegenstand in besonderer Weise um Subjektives, um Wissen, Denken,.. Überzeugungen um Geist.. Geist zur Ware zu machen, das wird mit Macht versucht aber das.. Gelingen ist weniger sicher als bei anderen Waren.. Es kommt sehr stark auf Deutungen an und.. darauf, wer die Deutungshoheit hat.. So wäre zum Beispiel die Ökonomisierung der universitären Wissenschaft im Sinne des Modells.. der unternehmerischen Universität samt der Zweckverschiebung von der Produktion öffentlicher.. Güter zur Warenproduktion in den 60er, 70er und 80er Jahren noch nicht möglich gewesen.. Wer.. damals ein Programm der Universität als Wirtschaftsunternehmen à la Mercedes propagiert hätte,.. den hätte man bildungspolitisch und bildungstheoretisch als unseriös angesehen.. Das Lenzensche Programm setzt eine neoliberale Deutungshoheit im öffentlichen Diskurs voraus,.. die erst in den 80er Jahren errungen wurde.. [16] Bis dahin haben auch die Konservativen die.. Wissenschaft als öffentliches Gut angesehen und dieses Gut sogar gegen vermeintliche.. Eroberungsversuche durch Linke, Marxisten, Gewerkschafter etc.. zum Teil mit großem.. propagandistischen Aufwand zu verteidigen versucht so etwa die Notgemeinschaft für eine Freie.. Universität mit Aufrufen gegen die Gefahr, die FU Berlin würde von Hammer und Sichel.. beherrscht.. Heute haben nur wenige Konservative noch etwas dagegen, wenn Universitäten vom.. Mercedes-Stern geprägt werden und die Gewerkschaften begleiten den Bologna-Prozess.. positiv, statt sich gegen die Durchmarktung der Wissenschaft zu wehren.. Dennoch: Auf Deutungen, auf den Kampf um Hegemonie kommt es an, und da er nicht zu Ende ist,.. gilt auch das TINA-Prinzip nicht in der Bildungs- und Wissenschaftspolitik schon gar nicht.. Allerdings kann der Kampf um eine nicht mehr marktradikale Deutungshoheit nicht auf diesem.. Politikfeld allein und nicht in einem Lande geführt werden.. Ich denke dass es eine internationale.. Gegenbewegung geben kann und muss, bei der insbesondere die Studenten eine große Rolle spielen.. können.. Ein ganz wichtiges Ziel, wenn nicht sogar das Hauptziel des ganzen Programms zur.. Ökonomisierung der Wissenschaft scheint mir zu sein, die Studentinnen und Studenten, dieses in.. jeder Gesellschaft immer wieder nachwachsende Potential an Infragestellung und zuweilen auch an.. Rebellion, dauerhaft karrieristisch ruhig zu stellen.. Da die Nachfrage nach akademischer.. Qualifikation im Beschäftigungssystem prinzipiell nicht vorhersagbar ist, lässt sich auch die.. karrieristische Kalmierung nicht wirklich reibungslos planen.. Sie wird auch deshalb nicht gelingen,.. weil die Studierenden, jedenfalls in den Wissenschaften, deren Aneignung nur bei selbständigem.. Denken der Lernenden funktionieren kann, niemals daran zu hindern sind, selbstständig weiter und.. über gesetzte Grenzen hinaus zu denken.. Einen solchen Überschuss des erlernten Denkvermögens.. über die gebrauchte Qualifikation, ein überschüssiges Bewusstsein hat schon Rudolf Bahro in.. seiner Kritik des Staatssozialismus als ein Problem des Systems und ein Ferment der Veränderung.. beschrieben.. [17] Es ist sicherlich auch nicht falsch, Studierenden überall auf der Welt, ob in.. Berkeley, Bogotá, Berlin oder Beijing, eine besonders große Bereitschaft zur Suche nach Sinn und.. zur Kooperation statt Konkurrenz zu unterstellen.. Allerdings gilt es hier illusionslos soziologisch zu analysieren: Studiert wird mit dem Ziel, die.. eigenen Berufs- und Karrierechancen zu verbessern, sich also in der Konkurrenz besser als andere.. zu positionieren.. Mag das bei den Studierenden noch zu einem ambivalenten Selbst- und.. Lebensverständnis von einerseits Altruismus/Solidarität und andererseits rein individuellem.. Karrierestreben führen bei ihren akademischen Lehrern ist diese Ambivalenz fast immer zur Seite.. der Karriere hin aufgelöst.. Bei den Universitätswissenschaftlern besteht eine strukturbedingte Unfähigkeit zu solidarischem.. Handeln.. Ihnen wird im Zuge ihres Aufstiegs Konkurrenz als Habitus ansozialisert und.. Solidaritätsbedürfnisse werden wegsozialisert.. Man muss auf jeden Fall besser sein als die oder der.. andere.. Was es unter den individuell auf Konkurrenz gegeneinander ausgerichteten.. WissenschaftskarrieristenÍnnen gibt, sind nicht-solidarische Gruppenzusammenschlüsse von stets.. prekärer Art: Seilschaften und Zitierkartelle.. Das heißt: Jeder kann jeden fallen lassen, wenn es ihm.. gerade opportun erscheint.. Und wer sich in diesem Kampf als Gewinner erweist, der darf sich noch rühmen, aus dem edlen.. Wettstreit als Bester hervorgegangen zu sein.. Wer dieses Erfolgserlebnis hinter sich hat, wird dann.. auch das ganze Konkurrenzsystem für gerecht, und, wenn er besonders bequem denkt, sogar für.. objektiv halten.. In der Wissenschaft aufgestiegene Menschen, vor allem die Professoren, sind daher im allgemeinen.. sozial sehr viel dümmer als etwa Fabrikarbeiter, die ziemlich früh durch Erfahrung lernen, dass es.. ihnen schlechter geht, wenn sie nur für sich ihr Glück versuchen, statt sich zusammenzuschließen:.. Allein machen sie dich ein, lautet die Formel für diese Solidarität.. Der Normal-Wissenschaftler macht in seiner Karriere vielleicht noch die Erfahrung, dass er allein.. eingemacht wird, aber nicht die Gegenerfahrung, dass sich dagegen Solidarität organisieren lässt.. Ich dagegen hatte das Glück, diese Gegenerfahrung gleich zweimal machen zu können: In der.. solidarischen, die eigene berufliche Existenz riskierenden Gruppe von linken Journalisten beim.. Spiegel , und dann in der SAZ, der Sozialistischen Assistentenzelle am OSI, ohne die ich, wie.. gesagt, nicht Professor am OSI geworden wäre.. Ich weiß nicht wirklich, was sich daraus lernen lässt.. Ich wünsche dem Projekt des Chefmanagers.. Lenzen, das alle in ruinöse Konkurrenzen treibt, von Kopf und von Herzen den Zusammenbruch an.. seinen eigenen Widersprüchen und, noch besser: an bewussten Widerständen.. Ich wünsche mir,.. dass es eine solidarische Wissenschaftlergruppe ähnlich der SAZ wieder gäbe.. Diese Gruppe.. müsste sich überhaupt nicht mehr sozialistisch nennen, aber sie müsste die Idee der Solidarität.. gegen das menschenfeindliche und gesellschaftszerstörende Konkurrenzprinzip verteidigen und.. vertreten.. Das Schweigen der Lämmer kann doch keine Perspektive sein!.. Meine Antwort auf die Frage nach der Möglichkeit und Unmöglichkeit, ein solidarisch handelnder.. Wissenschaftler zu sein, die ich am Anfang gestellt habe, ist also klar: Es gibt keine Unmöglichkeit,.. sondern nur eine geringe Wahrscheinlichkeit, dass Wissenschaftler sich solidarisch verhalten.. Wahrscheinlichkeit wird größer, wenn Solidarität als soziale Norm auch in anderen.. Gesellschaftsbereichen wieder an Geltung gewinnt.. Und wenn Wissenschaftler, die wissen, dass.. keine Gesellschaft ohne Solidarität überleben kann, diese Erkenntnis auch auf sich selber beziehen.. Und wenn schließlich die Studierenden es sich nicht bieten lassen, in einen gnadenlosen.. Konkurrenzkampf gegeneinander getrieben zu werden, sondern an dem Anspruch einer tendenziell.. universal-menschenrechtlich ausgerichteten Solidarität festhalten.. Die Proteste gegen den G8-.. Gipfel in diesem Jahr und auch die von den Studierenden des OSI dazu in diesem Semester.. selbständig organisierten Veranstaltungen geben mir Hoffnung, dass die unternehmerische.. Universität nicht das Ende der Universitätsgeschichte ist.. Dankeschön.. BZ.. [ 1] Vgl.. Bodo Zeuner: Veto gegen Augstein.. Der Kampf in der Spiegel -Redaktion um.. Mitbestimmung, Hoffmann und Campe, Hamburg 1972.. [ 2] Ich zitiere wörtlich samt Fehlern aus dem IPO-Test , http://deutsche-boerse.. com; download.. v.. 24.. 4.. 2007.. Die Beherrschung der deutschen Sprache gehört offensichtlich nicht zu den Kriterien.. für Börsenfitness.. [ 3] So Prognos-Geschäftsführer Christian Böllhoff lt.. BerliNews vom 23.. [ 4] FU-Pressemitteilung Nr.. 261 aus 2006.. [ 5] Rudolf Speth: Die politischen Strategien der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft,.. Düsseldorf (Hans-Böckler-Stiftung) 2004, S.. 43.. [ 6] vgl.. Ursula Link-Heer: Die neue Hochschulfreiheit.. Nach Diktat reformiert und.. verbetriebswirtschaftlicht.. In kultuRRevolution Nr.. 52, April 2007, S.. 60-61.. [ 7] Konrad Paul Liessmann: Theorie der Unbildung.. Die Irrtümer der Wissensgesellschaft, Paul.. Zsolnay Verlag Wien 2006, S.. 38.. [ 8] Wolf Wagner: Uni-Angst und Uni-Bluff.. Wie studieren und sich nicht verlieren, Rotbuch-.. Verlag Berlin 1977.. [ 9] zit.. nach Martin Wildermuth: Reform und Konflikt am Otto-Suhr-Institut 1968 bis 1972.. In:.. Kontinuitäten und Brüche in der deutschen Politikwissenschaft, hg.. Gerhard Göhler und Bodo.. Zeuner, Nomos Baden-Baden 1991, S.. 199-220, Zit.. 205.. [ 10] FU Berlin: Internationale Netzwerkuniversität.. Das Zukunftskonzept der Freien Universität.. für die Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder im Überblick, Ms.. , Mai 2007 (im folgenden.. zit.. als FU-Zukunftskonzept 2007).. [ 11] Alain Accardo, Philippe Corcuff: Kapitulieren die Intelektuellen? In: LE MONDE.. diplomatique, März 2001.. [ 12] Konrad Paul Liessmann: Theorie der Unbildung.. 47.. [ 13] Vgl.. Bodo Zeuner: Widerspruch, Widerstand, Solidarität und Entgrenzung neue und alte.. Probleme der deutschen Gewerkschaften.. In: Kritische Theorie im gesellschaftlichen.. Strukturwandel, hg.. v.. Joachim Beerhorst, Alex Demirovic und Michael Guggemos, Suhrkamp.. Frankfurt 2004, S.. 318-353.. [ 14] Elmar Altvater: Solidarisches Wirtschaften: prekär oder emanzipativ? In: Solidarische.. Ökonomie, hg.. von Elmar Altvater und Nicola Sekler, Reader des Wissenschaftlichen Beirats von.. Attc, VSA-Verlag Hamburg 2006, S.. 9.. [ 15] Vgl.. David Hachfeld: Das GATS-Abkommen und die Kommerzialisierung von Bildung in.. der BRD.. In: Universität im Umbruch.. Der globale Bildungsmarkt und die Transformation der.. Hochschulen, hg.. AStA der FU Berlin Hochschulreferat, Berlin 2005, S.. 30-55.. [ 16] Näheres bei: Bodo Zeuner: Zum Wandel der normativen Grundlagen der Wissenschafts-,.. Hochschul-, und Bildungspolitik.. In: Politik der Integration Symbole, Repräsentation, Institution.. Festschrift für Gerhard Göhler zum 65.. Geburtstag, hg.. v, Hubertus Buchstein und Rainer Schmalz-.. Bruns, Nomos Baden-Baden, 2006, S.. 137-155.. [ 17] Rudolf Bahro: Die Alternative.. Zur Kritik des real existierenden Sozialismus.. Europäische.. Verlagsanstalt, Frankfurt/M.. 1977..

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  • Title: Präsidentenfindung an der Universität Hamburg
    Descriptive info: Download als PDF | 35 KB.. Mittlerweile hat sich die deutsche Öffentlichkeit daran gewöhnt, dass in regelmäßigen Abständen Eliteuniversitäten politisch ausgerufen werden, die das deutsche Hochschulsystem als Typus traditionell nicht kennt.. De facto handelt es sich dabei um ein Bund-Länder-Programm zur Sonderförderung von Spitzenforschung, dessen amtliche Bezeichnung Exzellenzinitiative ist.. Als diese im Jahre 2004 politisch einfädelt wurde (Bultmann 2004), galt die ausdrückliche Bezugnahme auf das Konzept Elite in der Öffentlichkeit noch als heftig umstritten.. Zwischenzeitlich hat sich in den Medien des Mainstreams völlig unwidersprochen der Begriff Eliteuniversitäten als selbstverständliche und affirmative Bezeichnung durchgesetzt.. Das ist eine politisch beachtliche Diskursverschiebung.. Hinter dieser verbirgt sich eine bereits seit längerem wirksame offensive politische Legitimationsstrategie für gesellschaftliche Ungleichheit, mit der auch die Zuteilung ungleicher Bildungschancen gerechtfertigt wird.. Wer sich damit auseinandersetzen will, kommt ohne das begriffliche Instrumentarium der Kritischen Psychologie kaum aus.. Diese bemüht sich soweit es der Autor dieses Textes als interessierter Laie wahrnimmt seit ihrer Entstehung darum, die gesellschaftlich produzierten und ideologisch gerechtfertigten Schranken für gleiche Entwicklungschancen aller Menschen zu analysieren, zu benennen und damit einen Beitrag zu ihrer politischen Aufhebung zu leisten.. Gerade in der Pädagogik und in der Bildungspolitik leistete die Kritische Psychologie einen messbaren Beitrag dazu, Konzepte zu bekämpfen, die Ungleichheit naturalisieren, in dem sie gesellschaftliche Beschränkungen von Bildungschancen auf ungleiche invariante Eigenschaften und Begabungen von Individuen zurückführen.. Letzteres markiert exakt den Punkt, an dem semi-wissenschaftliche Konzepte sich mit dem gesunden Menschenverstand und dem Stammtisch verbünden und gerade auf diese Weise politisch wirksam sind.. Ziel dieser kritischen Intervention war nie ein gewünschter Zustand formalerGleichheit.. Es ging vielmehr um die Beseitigung strukturellerUngleichheit bzw.. um die Bedingungen dafür, dass individuelle Entfaltungsmöglichkeiten nicht durch jene strukturellen Benachteiligungen behindert werden, die der Elitediskurs naturalisiert.. (Markard 2005, 8).. Diese Beseitigung ist eine Voraussetzung für gleichberechtigte Vielfalt (ebd.. Es ist kein Zufall, dass namentlich Morus Markard angesichts der Renaissance des Elitenmotivs in der Wissenschaftspolitik ab dem Jahre 2004 einer der am häufigsten angefragten politisch-wissenschaftlichen Diskutanten auf Kongressen und Veranstaltungen war, welche das politische Ziel einer Dekonstruktion dieses bildungspolitischen Ansatzes verfolgten.. Der vorliegende Beitrag möchte diese Debatte fortsetzen.. Zum einen geht es mir um eine schärfere Identifikation der wiederkehrenden Momente des Elitenmotivs als Begründungsmuster für Herrschaft und soziale Ungleichheit.. Zum zweiten möchte ich auch die Momente des Neuenim aktuellen angestrebten Paradigmenwechsel der deutschen Wissenschaftspolitik beleuchten, die, sich m.. E.. nicht auf jene wiederkehrenden Momente reduzieren lassen.. Ich sehe darin auch den Versuch einer Strategie für Herrschaftssicherung in der nach-fordistischen hochtechnologisch basierten Produktionsweise ( Wissensgesellschaft ).. Diese Strategie kann gelingen oder scheitern.. Zu Letzterem möchte ich gerne einen Beitrag leisten.. Das Elitenkonzept als politische Reaktion.. Es ist schon häufig angemerkt worden, dass die Beschwörung von Eliten in einem politisch operativen Sinne in der Geschichte der bürgerlichen Gesellschaft relativ spät auftritt; schließlich wird damit das Gleichheitsversprechen der ursprünglichen bürgerlichen Revolutionen dementiert.. In Deutschland findet dies etwa im späten 19.. Jahrhundert statt.. Der Bezug auf Eliten als vermeintlich naturwüchsig zur Herrschaft erkorene soziale Minorität geht einher mit der aktiven Entnennung der Klassenfrage (Markard 2005, 6).. Dies setzt ein gewisses Niveau in der Entwicklung der Klassenauseinandersetzungen, insbesondere in der Politisierung der Arbeitsklasse voraus.. Das Bürgertum kann sich vor diesem Hintergrund nicht mehr mit einem auf die gesamteGesellschaft bezogenen Leistungsbegriff rechtfertigen.. Dies fördert Bestrebungen, die die politisch benennbaren Ungleichheits- und Machtverhältnisse zu personalisierentrachten und damit politisch unsichtbar machen: Herrschaft als gesellschaftliches Strukturmoment verschwindet in unterschiedlichen Eigenschaftenvon Menschen.. (Ebd.. ) Eine soziale Elite rechtfertigt sich so durch ihre besonderen Fähigkeiten, ihre Hochbegabung bzw.. ihre naturbedingte Auserwähltheit.. Dem derartig politisierten Elitenmotiv haftet von vornherein der Widerspruch an, sich einerseits auf quasi-naturhafte Voraussetzungen zu berufen, die es andrerseits politisch und institutionell erst herstellen will.. Das setzt aber gerade voraus, dass eine Art Gleichgewicht der Reproduktion von Macht bereits in einem erheblichen Maße politisch gestört ist: etwa durch das Drängen der sozialen Massen nach Gleichheit und Bildung.. Paradox formuliert: in jeder Form von Elitenpolitik gilt es, gerade die Momente von sozialer Emanzipationzu identifizieren, welche verhindert werden sollen.. Diese Identifikation ist Voraussetzung dafür, dass sich der Spieß auch umdrehen lässt.. Elitenpolitik ist somit Reaktionauf der ganzen Linie: im politisch wertenden Sinne von reaktionär und auch ganz buchstäblich.. Sie ereignet sich nicht aus selbstbewusster Machtvollkommenheit, sondern dient der Abwehr politischer Ansprüche von unten.. Damit ist diese Praxis typischer Ausdruck der für die deutsche bürgerliche Tradition prägenden defensiven Modernisierung (Bollenbeck 1994, 156), die sich auch als merkwürdige Balance von Teilzugeständnissen an breitere gesellschaftliche Schichten und speziellen institutionellen Maßnahmen der Privilegiensicherung beschreiben lässt.. Dieses Muster prägt insbesondere die deutsche Bildungspolitik streng genommen bis heute.. Bereits im späten 19.. Jahrhundert erforderte etwa die industriell-technische Entwicklungsdynamik eine Steigerung des gesellschaftlichen Bildungspotenzials.. Diese Bildungsexpansion wurde auf besondere Schulzweige des mittleren Niveaus (Realbereich) kanalisiert; zeitgleich wurde die Sonderstellung des (damals) altsprachlichen Gymnasiums gefestigt, welches im Wechselspiel mit den Universitäten vor allen Dingen die Ausbildung für den höheren Staatsdienst zu gewährleisten hatte (von Friedeburg 1989, 197f).. Solange dieses Muster relativ stabil blieb, gab es bis in die jüngere Vergangenheit weder spezielle Eliteuniversitäten noch politisch inszenierte Elitendebatten.. Die fünf Prozent eines Altersjahrganges, die etwa in den 1950er Jahren an westdeutschen Universitäten ausgebildet wurden, warendie Elite ohne jeglichen Legitimationsaufwand.. In zyklischen Abständen auftretende, kampagnenpolitisch inszenierte Debatten um Elitenförderung , die es in diesem Sinne erst seit den 1970er Jahren gibt, sind daher typisches Begleitmoment von Bildungsexpansion und Hochschulausbau.. Gezielt wird damit auf die ideologische Dekonstruktion von bildungspolitischen Leitbegriffen wie Chancengleichheit , Bildung für alle oder soziale Öffnung der Hochschulen , welche in der öffentlichen Meinung mehrheitlich positiv besetzt waren.. Alle derartigen Kampagnen transportieren bis heute die Behauptung eines sich ausschließenden Gegensatzes zwischen Gleichheit und Leistung.. Auf einen Nenner gebracht bringen Pro-Eliten-Kampagnen den Widerstand konservativer Kreise gegen die gesellschaftliche Öffnung der Hochschulen und die damit verbundene Politisierung des Hochschulsystems zum Ausdruck (Bultmann 2004, 16).. In der Regel endeten diese Kampagnen wie das Hornberger Schießen.. Dass die synthetische Konstruktion von Eliteuniversitäten auf einmal als durchsetzbar erscheint, erforderte andere und zusätzliche Voraussetzungen.. Eine Art Vorgeschmack dafür war 1997 die Rede des damaligen Bundeskanzlers Dr.. Helmut Kohl anlässlich einer Preisverleihung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG): Unsere Gesellschaft hat sich in den letzten Jahren eine törichte Diskussion um den Elitenbegriff geleistet.. Das hat uns geschadet.. Wir stehen in weltwirtschaftlicher Konkurrenz mit Ländern, die gezielt eigene  ...   Matthäus-Prinzip noch einmal forciert (Hartmann 2004).. Das heißt aber nichts anderes, als dass die Leistungsabstände , mit denen das offizielle Programm argumentiert, selber zuvor materiell produziert wurden, wodurch diese Argumentation tautologisch wird.. Um dies zu belegen, muss gar nicht spekuliert werden, es reicht ein Blick in die offizielle Statistik.. Die DFG ist bekanntlich die größte deutsche Forschungsförderorganisation, die auf Antrag und mit fachlicher Begutachtung öffentliche Mittel an die Hochschulen verteilt.. Knapp 60 Prozent aller DFG-Mittel konzentrieren sich aber auf nur 20 Universitäten.. DFG-Förderung gilt zugleich als Basisindikator für Forschungsqualität insgesamt.. Auf diese Weise wird ein Effekt produziert, den die DFG selbst als korrelativ bezeichnet: je mehr DFG-Mittel eine Hochschule erhält, umso größer auch ihr Zuwachs an zusätzlichen Drittmitteln aus anderen, überwiegend privaten Quellen, umso höher ihr Anteil an Stiftungslehrstühlen industrieller Sponsoren etc.. (vgl.. DFG 2007, 118-123).. Dieser sich selbst verstärkende kumulative Effekt finanzieller Zuwächse kann durchaus als Matthäus-Prinzip bezeichnet werden.. So nimmt es auch nicht wunder, dass nur jene Top-20-Hochschulen des DFG-Rankings die Exzellenzinitiative unter sich ausfochten.. Gleichzeitig finden wir hier das vor, was Klaus Holzkamp in Bezug auf das Schulsystem als bildungspolitisch induzierten Pygmalioneffekt (Holzkamp 1992, 17) kritisiert: ein zuvor produzierter Leistungsabstand zwischen Normal- und Hochleistern wird wiederum als Begründung für die Auslese und gesonderte Förderung von Hochbegabten herangezogen.. Der Effekt ist der einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung, durch die man Ressourcen an gesellschaftlich nutzbaren Leistungsmöglichkeiten nicht wie beabsichtigt fördert, sondern im Gegenteil durch die Vernachlässigung und Entmutigung der Nichtauserwählten unterdrückt und verschleudert (ebd.. Exzellenz als technokratische Ideologie des Posordisrnus.. In seiner Kritik der Exzellenzinitiative macht der Wiener Philosoph Konrad Paul Liessmann auf einen Aspekt aufmerksam, der in der öffentlichen Debatte bisher weitgehend untergegangen ist: Das elaborierte Wissen einer Gesellschaft aber programmatisch auf eine auserlesene Schar nichts anderes meint Elite zu beschränken, ist schlichtweg vormodern und drängt den Wissenschaftler in die Rolle des Priesters.. (2006, 17) Damit wird in der Tat eine kritiklose Wissenschafts- und Expertengläubigkeit bedient, die in den letzten Jahren gesellschaftlich zugenommen hat.. Dies verdeutlicht etwa die Rolle von Expertenkommissionen (Hartz, Rürup) bei den einschneiden Sozialreformen der letzten Jahre.. Die Bezugnahme auf deren Expertise ersetzte tendenziell politische Aushandlungsprozesse und Begründungspflichten.. Resultat ist die Entpolitisierung gesellschaftlicher Interessengegensätze.. Frank Fischer und Alan Mandell belegen, dass dieses Hantieren mit Wissenschaftlichkeit und Exzellenz bereits seit den späten 1980er Jahren die US-amerikanische Debatte zur Reorganisation des Bildungs- und Erziehungssystems prägte und die dortigen herrschenden Eliten (sich) um ein spezifisches programmatisches Konzept einer technokratischen postindustriellen Gesellschaft sammelten.. (Fischer u.. Mandell 1994, 129) Dieses Konzept ist mit Zukunftsvisionen verbunden, welche etwa die Lösung offener sozialer, politischer oder ökologischer Konflikte an die Wissenschaft delegieren und damit die Fragestellung einer Veränderung der gesellschaftlichen Strukturen und Verteilungsverhältnisse ausblenden.. Dieser Ansatz verlangt nach der Etablierung eines eher wissenschaftlich organisierten Regierungssystems, das die Demontage des traditionellen pluralistischen Systems der Interessengruppenpolitik erfordert.. Die Interessengruppen selbst werden als das hauptsächliche Hindernis gesehen, um die technokratische Koordination zu erreichen (130).. Auf diese Weise wird ausdrücklich unpolitisch aufgefasste Professionalität zu einer zentralen organisierenden und integrieren- den Ideologie (131).. Gefördert werden soll in diesem Rahmen die Bereitschaft, Experten zu vertrauen, sowie die Wertschätzung der Wissenschaft an sich , und zwar losgelöst von Kriterien ihrer gesellschaftlichen Beherrschung und des konkreten Nachweises ihres gesellschaftlichen Nutzens (142).. Die gleichen Muster finden sich auch in der Exzellenzinitiative hierzulande wieder: dafür spricht allein die Bundesliga- oder Oscar-Preisverleihungsatmosphäre, die in jeder Vergaberunde vor Bekanntgabe der Sieger zielgerichtet medial erzeugt wurde.. Dies schließt Appelle an die Bürger und Studierenden der prämierten Standorte ein, sich mit ihrer Eliteuniversität zu identifizieren.. Die marketingmäßige und rankinglistengestütze Demonstration von Leistungsfähigkeit ersetzt als ideologischer Effekt den tatsächlichen Nachweis des gesellschaftlichen Gebrauchswerts der jeweiligen Forschungsergebnisse.. Diese Elitenpolitik ist nicht lediglich eine technokratische Verkürzung komplexer gesellschaftlicher Fragen, sondern in jeder Hinsicht eine negative Utopie bzw.. ein sozialreaktionäresKonzept von Herrschaftssicherung.. Dessen Kern ist die Verhinderung der gesellschaftlichen Aneignung der Wissenschaft.. Das elaborierte Wissen wird einer kleinen Gruppe exklusiv zur Verfügung gestellt und umgekehrt proportional der gesellschaftlichen Bewertung und Verfügbarkeit entzogen.. Damit wird Wissenschaft zugleich fetischisiert und aus ihren gesellschaftlichen Produktions- und Aneignungsbedingungen herausgelöst.. In Wirklichkeit ist Wissenschaft immer beides zugleich: individuelle Erkenntnistätigkeit undein auf sozialer Kooperation und Überlieferung beruhendes gesellschaftliches Kollektivprodukt, ohne das erstere nicht möglich wäre.. Die nach-industrielle hochtechnologische Produktionsweise fördert im Grunde diese zunehmend wissens- und wissenschaftsbasierte soziale Kooperation auf immer breiterer gesellschaftlicher Grundlage.. Die soziale Verallgemeinerung wissenschaftlicher Urteilsfähigkeit im Sinne des alten Programms Bildung für alle! ist dadurch objektiv leichter realisierbar.. Vor diesem Hintergrund erweist sich Elitenförderpolitik als eine Art Defensivstrategie zur Verhinderung dieser politischen Möglichkeit.. Als geeignetes Gegenkonzept konkretisiert sich daher das alte und zu aktualisierende Programm einer Demokratisierung der Wissenschaft.. Literatur.. Bollenbeck, Georg, 1994: Bildung und Kultur Glanz und Elend eines deutschen Deutungsmusters, Suhrkamp Insel Verlag Frankfurt/M.. Bultmann, Torsten, 2004: Deutschland sucht seine Elite Konsequenzen für das künftige Hochschulsystem, in: Arbeitshefte Nr.. 105 Zeitschrift der Juso-Hochschulgruppen(Oktober 2004), Berlin, 16-23.. Ders.. , 2007: Veränderungen des Hochschulzugangs Die aktuelle Debatte in Deutschland und ihre Hintergründe, in: S.. Kuba (Hg.. ), Im Klub der Auserwählten, Erhard Loecker Verlag Wien, 75-88.. Bund-Länder-Kommission (BLK Juni 2005): Pakt für Forschung und Innovation Beschluss vom 23.. 6.. 2005.. Bund-Länder-Kommission (BLK Juli 2005): Vereinbarung gemäß Artikel 91b des Grundgesetzes (Forschungsförderung) über die Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder zur Förderung von Wissenschaft und Forschung an deutschen Hochschulen Beschluss vom 18.. Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG 2007): Förder-Ranking 2006: Institutionen Regionen Netzwerke, Bonn.. Fischer, Frank, und Allen Mandel, 1994: Bildungspolitik und postindustrielle Transformation: Excellence als technokratische Ideologie, in: H.. Sünker, D.. Timmermann u.. Fr.. -U.. Kolbe (Hg.. ), Bildung, Gesellschaft, soziale Ungleichheit, Suhrkamp Verlag Frankfurt/M.. von Friedeburg, Ludwig, 1989: Bildungsreform in Deutschland Geschichte und gesellschaftlicher Widerspruch, Suhrkamp Verlag Frankfurt/M.. Hartmann, Michael, 2004: Elitehochschulen die soziale Selektion ist entscheidend, in: Prokla 137, 535-550.. Hochschulrektorenkonferenz (HRK 1996): Zur Finanzierung der Hochschulen, Bonn 8.. /9.. 1996 (Ms.. Holzkamp, Klaus, 1992: Hochbegabung : Wissenschaftlich verantwortbares Konzept oder Alltagsvorstellung?, in: Forum Kritische Psychologie29, 5-29.. Liessmann, Konrad Paul, 2006: Platz für die Elite!, in: Freitag21.. April 2006, 17.. Lux, Vanessa 2007: Eignung und Anpassung zur Prognostik von Studierfähigkeitstest , in: Forum Wissenschaft4/2007 , 41-44.. Markard, Morus, 1998: Begabung.. Motivation.. Eignung.. Leistung.. Schlüsselbegriffe der aktuellen Hochschulregulierung aus kritisch-psychologischer Sicht, in: Forum Wissenschaft1/1998, 36-40.. , 2005: Elite : Ein anti-egalitaristischer Kampfbegriff, in: UTOPIE kreativ171, Januar 2005, 5-11..

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  • Title: Präsidentenfindung an der Universität Hamburg
    Descriptive info: Download als PDF | 60KB.. Dezember 2009, 18-20 Uhr).. Jeder ist unseres Glückes Schmied (Bertelsmann-Motto für das Jahr 1999).. [1] Vom Lockruf zum Goldrausch: die Stiftungen.. Es ist ein ultrastabiles massenmediales Erzählmuster, das die privaten Stiftungen, die neuen kompakten Akteure der außerstaatlichen Hochschulreform ins Spiel bringt.. Es geht so: Die zunehmenden Finanznöte der öffentlichen Hände, der unweigerliche Rückgang der für Universitätsbildung verfügbaren öffentlichen Mittel, all das ruft den uneigennützigen Stifter auf den Plan, der seine staatsbürgerlichen Pflichten (und womöglich sogar die Gemeinwohlverpflichtung des Grundgesetztes) ernst nimmt und selbstlos das Gemeinwesen fördert.. Diese Geschichte ist freilich zu schön, um wahr zu sein.. Die Interessenverflechtungen der Stiftungen mit den Mutterkonzernen sind inzwischen bestens belegt.. Ähnlich wie an den Schulen und auch zum Teil bereits in den öffentlichen Verwaltungen nutzen die Stiftungen indirekte Techniken des induzierten Strukturwandels.. Über die ganz selbstlose Einführung von Rankings, Testsoftware, Evaluationsverfahren kreieren sie ihre Problemwahrnehmung an den Institutionen.. Über Public Private Partnership (PPP), vermehrt auch in der Forschung, lenken sie öffentliche Mittel in die eigenen Forschungsabteilungen und bekommen Teile der avancierten Hochschulforschung in die Hand.. Aus dem Lockruf der Stifter ist längst eine Art Goldrausch geworden.. Wer jetzt noch keine Eliteuniversität sein eigen nennt, der bekommt keine mehr.. Die großen Stiftungen überschlagen sich mit der öffentlichen Präsentation ihrer immer marktradikaleren Hochschulkonzepte.. Was noch vor wenigen Jahren kein Satiriker vorzuschlagen gewagt hätte, wird heute bereits ernsthaft gefordert.. Die Wissenschaft, so heißt es regelmäßig in den einschlägigen Publikationen, steht am Anfang der Wertschöpfungskette.. Das heißt im Klartext: Sie hat dort zu stehen, gleich ob sie öffentlich oder privat finanziert ist.. Sie soll Gewinn bringen und sonst gar nichts.. Wenn im oben genannten PPP-Text des Stifterverbandes ein Schering-Professor kategorisch fordert:.. Die mit öffentlichen Mitteln erarbeiteten Ergebnisse müssen exklusiv der kooperierenden Firma angeboten werden.. dann illustriert das immerhin die Mentalität, mit der die Wirtschaft ihre öffentlichen Kooperationspartner traktiert.. Anders als die Öffentlichkeit hat sie mitbekommen, dass die staatliche Forschungsförderung einen kompletten Richtungswechsel vorgenommen hat.. Während bisher eine Art Subsidiaritätsprinzip galt, heißt es nun: Das öffentliche Geld fließt dem privaten hinterher.. Über Jahrzehnte galt, dass die staatliche Forschungsförderung unmittelbar marktfähige und privaten Gewinn versprechende technologische und sonstige Projekte nicht finanziert hat.. Bestand eine solche Konstellation, wurde der Antrag auf öffentliche Förderung abgelehnt.. Die staatlichen Mittel sollten dahin fließen, wo Themen von allgemeiner und industriepolitischer Bedeutung erforscht wurden, die aber nicht direkt markt- und produktbezogen waren.. Jetzt ist es genau umgekehrt: Je marktnäher, desto höher die Förderungspriorität von Staat und DFG.. Für das Technologieförderungsprogramm der Bundesregierung für 2007 (14,5 Milliarden Umfang) gilt, dass nur Projekte gefördert werden können, die unter industrieller Führung stehen.. Das kommt einer direkten Auslieferung des öffentlichen Forschungsetats an die Privatwirtschaft gleich und wäre noch vor einigen Jahren undenkbar gewesen.. Während die Ergebnisse öffentlich finanzierter Forschung bislang öffentlich zugänglich gemacht, publiziert werden mussten, können die Hochschulen seit einigen Jahren auch Patente anmelden und verwerten.. Damit soll ihnen eine zusätzliche Einkommensquelle erschlossen werden.. Tatsächlich dürfte jedoch (wie in allen Konzepten der NPM-Universität vorgesehen) die Existenz profitabler Patente zu privatwirtschaftlichen Ausgründungen führen, die dann diese Patente verwerten mit der Folge, dass wiederum das öffentliche Geld dem privaten hinterher fließen kann.. Damit der Leser auch den Geschmack des neuen unternehmerischen Wissenschaftsverständnisses auf die Zunge bekommt, zitieren wir abschließend noch den oben bereits zu Wort gekommenen Schering-Professor zu der Frage, wer in öffentlich-privaten pharmakologischen Forschungsverbünden den Ton angibt:.. Ein schneller klinischer Versuch mag zwar wissenschaftlich ganz interessant sein, für die industrielle Entwicklung eines Produktes kann ein solcher schneller Handversuch aber durchaus unangenehme und nachhaltige (sic) und für die Zulassung eines Produktes außerordentlich störende Konsequenzen haben.. So dass wir also ganz sicher sein können, mit wissenschaftlichen Ergebnissen, die die Zulassung eines Pharmaproduktes nachhaltig (jawohl, nachhaltig) zu stören geeignet sind, künftig nicht mehr behelligt zu werden.. Wir werden sie bekommen, die von Philip Morris gesponserte Gesundheitsforschung und den Nestlé-Lehrstuhl für Ernährungswissenschaft.. [2] How it all happened.. Die unternehmerische Umwälzung der Hochschulen, deren Ergebnisse wir hier bestaunen, nahm ihren Anfang in den 90er Jahren des vergangnen Jahrhunderts.. Ihr Ende ist natürlich offen.. Seit die Finanzkrise das Ansehen des Marktes als alleinseligmachende Regulationsform arg ramponiert hat, tönen auch die Wortführer der neuen akademischen Leitkultur etwas kleinlaut.. Damals aber war alles anders.. Aus der politisierten, aufmüpfigen und alternativen Studentenschaft, die noch in den 80er Jahren regelmäßig große Streiks und Aktionen inszenierte, war zwischenzeitlich die konsumistisch befriedete Generation Golf geworden.. Der neue Kasinokapitalismus platzte schier vor Selbstbewusstsein und traute sich beinahe alles zu während die Angst vor Prekarität und Arbeitslosigkeit langsam, aber sicher auch die Mittelschichten zu erfassen begann.. Ironischerweise war das westdeutsche Universitätssystem gerade zuvor noch auf das Gebiet der ehemaligen DDR übertragen worden.. Erneuerung der dortigen Universitäten hieß das öffentlich und hoffnungsfroh, ganz kurz bevor man dann einhellig feststellte, das System der deutschen Universitäten sei unzeitgemäß, im Kern verrottet und nicht mehr zu retten.. Mit einem Male schien die Gelegenheit günstig, lange gehegte Pläne in die Tat umzusetzen.. Lange schon waren die Länder es satt, die politische Verantwortung für notorisch unterfinanzierte Universitäten ständig neu zu schultern.. Und lange schon hatten die Unternehmerverbände gefordert, die Universitätsausbildung den eigenen Anforderungen anzupassen.. Zugleich begann in den USA der Boom der rein kommerziell betriebenen For Profit -Hochschulen.. Deren Handelsware ist die Angst, öffentliche Universitäten könnten am Arbeitsmarkt vorbei ausbilden.. Besonders im Umkreis der wirtschaftlich wachsenden asiatischen Volkswirtschaften begann zeitgleich ebenfalls ein lukrativer Handel mit höherer Bildung, der Blütenträume von einem milliardenschweren globalen Bildungsmarkt trieb.. Da wollte auch Deutschland, die alte Bildungsgroßmacht, nicht abseits stehen.. Und als dann noch der sogenannte Bolognaprozess eine europäische Form für dieses Zielbündel bot, war der Weg frei für den radikalen Umbau der deutschen Hochschullandschaft, deren Zeugen wir sind.. In dieser Lage traf der Lockruf der Stiftungen auf offene Ohren.. Den bedrängten Hochschulen versprach man tatkräftige Hilfe, allen voran die rührige Bertelsmann Stiftung, das Aushängeschild von Europas größtem Medienkonzern.. Zusammen mit der Hochschulrektorenkonferenz, bis dahin ein eher unscheinbares und wenig einflussreiches Gremium, gründete Bertelsmann 1994 das Centrum für Hochschulentwicklung und versah es mit dem flotten Kürzel CHE.. Den Hochschulrektoren versprach man, was ihnen fehlte: zuerst ein professionelles Management der öffentlichen Meinung schließlich beherrscht das Haus Bertelsmann ein Presse- und Fernsehimperium von nahezu unbegrenzter Reichweite.. Und dann aber auch: mehr exekutive Macht in der Universität der Zukunft.. Und schon hatte man die Rektoren im Sack und eine zuvor kaum einnehmbare hochschulpolitische Bastion erobert.. Es dauerte nicht lange, bis das Wort die Runde machte, der Chef des CHE sei der heimliche Bundesbildungsminister.. Fortan jedenfalls führte das Haus Bertelsmann die deutsche Hochschulpolitik am Nasenring.. Die Medienprofis verkauften das Programm der unternehmerischen Hochschule den Arbeitgebern als effizient, den Landesministern als kostensparend, den Gewerkschaften als sozial gerecht und den Grünen als nachhaltig.. Wo der eine Bertelsmann aufhört, fängt der nächste Bertelsmann an.. Von den Studiengebühren über die Hochschulräte bis zur rhetorischen Fassade von Freiheit und Autonomie der Universitäten stammt alles, was in den letzten Jahren öffentlich propagiert und gesetzlich implementiert worden ist, aus dem Hause Bertelsmann.. Andere Stiftungen sprangen auf, als der Zug Fahrt gewann.. Besonders der Stifterverband für die deutsche Wissenschaft, Dachverband aller privatwirtschaftlichen Wissenschaftsstiftungen, hat sich inzwischen ebenfalls zum hochschulpolitischen Megaakteur gemausert.. Unübersehbar prägt die Handschrift der Bertelsmänner erstmals das Hochschulrahmengesetz von 1998.. Es gibt die Rechtsform der Universitäten frei und erlaubt damit den Ländern, mit Stiftungen und anderen Formen akademischer Scheinselbständigkeit zu experimentieren.. Das ist stets der erste Schritt zum Marktsubjekt.. Regelmäßige Evaluation und leistungsorientierte Finanzierung zwei Ecksteine des Gesetzes von 1998 stellen sicher, dass die Länder ihre Hochschulen auch weiterhin steuern können, nur eben jetzt mit finanziellen Mitteln.. Aus dem politischen Skandal der Unterfinanzierung ist über Nacht ein ökonomischer Steuerhebel geworden.. Indem die Länder nämlich den gewährten Globalhaushalt an Leistungsbedingungen binden, die sie selbst definieren.. Dieser Gedanke ist so charmant, dass kein Minister sich im entziehen kann.. Auf einen Schlag verlagert die finanzielle Autonomie alle Konflikte in die einzelnen Hochschulen hinein.. Für die gleichwohl fortdauernde Detailkontrolle der Länder wurde der Name Ziel- oder Leistungsvereinbarung üblich.. Kreditpunkte, gestufte Studiengänge (B.. A.. und M.. ) und das Recht, die Studierenden selbst auszusuchen, runden das Bild ab.. Lediglich die Studiengebühren fehlen noch im Gesetz von 1998.. Dafür schien die Zeit noch nicht reif, obwohl Arbeitgeberverbände und Stiftungen seit langem ad nauseam wiederholt hatten, dass echter Wettbewerb unter den Hochschulen ohne die segensreichen Steuerwirkungen von Studiengebühren nicht zu haben sei.. Die Lage an den deutschen Hochschulen passte vorzüglich in das Beuteschema marktextremistischer Ideologen: Staat ist schlecht, Markt und Wettbewerb sind gut.. Die Dauerkrise der unterfinanzierten und überfüllen Universitäten schien ein eklatanter Fall von Staatsversagen.. Blockiert durch bürokratische Vorschriften und staatliche Regelungswut schrien die Hochschulen geradezu nach den heilsamen Kräften von Markt und Wettbewerb.. Stets mobilisierbar ist die Furcht, im globalen Wettbewerb der Wirtschaftsstandorte zurückzufallen.. Und sind Universitäten nicht die Standortfaktoren in der aufziehenden Wissensgesellschaft? Der neidvolle Blick auf private US-amerikanische Eliteeinrichtungen wie Harvard, Yale, Stanford prägte die Debatten.. Wirkliche oder vermeintliche Sorge um die Attraktivität des Wissensstandortes Deutschland ( Ich sage nur: PISA! ) taten ein Übriges.. Das System der deutschen Abschlüsse: Diplom, Magister, Staatsexamen sei international nicht anschlussfähig, hieß es.. Die besten deutschen Nachwuchswissenschaftler ziehe es unwiderruflich ins Ausland.. Und die Kinder der globalen Eliten studierten lieber anderswo.. Am Horizont stand drohend der Brain Drain, bisher allenfalls Schicksal von Entwicklungsländern.. So schien es.. Doch wo die Gefahr am größten ist, wächst das Rettende auch.. Diesmal in Gestalt der Bologna-Erklärung zur Harmonisierung und Konvergenz der europäischen Hochschulsysteme.. Diese Erklärung ist in vieler Hinsicht genial.. Einmal, weil sie zugleich eine europäische Vision und einen europäischen Sachzwang etabliert.. Beides sind kostbare Ressourcen.. Was immer man tut, man kann jetzt nach Bedarf auf Brüsseler Bürokraten zeigen oder die Einheit Europas beschwören.. Besonders in Deutschland fungiert Bologna seither als Turbolader der Markttransformation.. Dann aber auch, weil Bologna den akademischen Machtwechsel mit Zielen versieht, gegen die wirklich niemand etwas haben kann.. Gefördert werden soll studentische Mobilität durch vergleichbare und leicht verständliche Abschlüsse.. Und entstehen soll in Europa der größte wissensbasierte Wirtschaftsraum der Erde.. Mit Verweis auf die Weltgeltung des anglo-amerikanischen B.. /M.. -Systems erklärt Europa, ebenfalls ein solches gestuftes System verbindlich etablieren zu wollen.. Damit sind gleich mehrere Erwartungen verbunden.. Als Global Player will Europa attraktiver werden auf dem weltweiten Bildungsmarkt.. Für die breite Masse sollen die Studienzeiten verkürzt und die Inhalte den Erfordernissen des Arbeitsmarktes untergeordnet werden.. Darum ist der europäische B.. immer berufsbezogen und immer sechssemestrig, was ihn von seinem erklärten angelsächsischen Vorbild erheblich unterscheidet.. In der englischsprachigen Welt gibt es auch achtsemestrige (und auch forschungs- und wissenschaftsbezogene) B.. s.. [3] Alte und neue Fahnenwörter.. Wer unvermittelt aus der Hochschuldiskussion der 60er und 70er Jahre in die Gegenwart springen wollte, der wäre kaum davon zu überzeugen, dass von der gleichen Institution die Rede ist.. Der sprachliche Tapetenwechsel ist nahezu vollständig.. Demokratie, Menschenbildung, Chancengleichheit, Kritikfähigkeit, Öffnung der Hochschulen das klingt herüber wie aus einer anderen Welt.. Und es zeigt an, dass es der Studentenbewegung gelungen war, den alten und etwas müden Bildungsidealismus mit zeitgemäßen und resonanzfähigen Zielen neu zu bebildern.. Die Öffnung der Hochschulen, davon war man überzeugt, werde der Demokratisierung der Gesellschaft dienen, den allgemeinen gesellschaftlichen Nutzen der Wissenschaften mehren, die Arbeitswelt humanisieren und dazu noch den Aufstieg breiter Schichten in sozial angesehene Berufe erleichtern.. Das Studium sollte den Charakter eines Privilegs für wenige verlieren und vielen den Zugang zu wissenschaftlicher Bildung eröffnen.. So klang die Begleitmusik dessen, was jetzt, nach 25 Jahren Überlast und Unterfinanzierung, mit einigem Recht als Massenuniversität bezeichnet wird.. Die Probleme der Massenuniversität sind es, die durch ihre mediale Dauerpräsenz das Publikum auf die unternehmerische Universität eingestimmt haben.. Wir erinnern uns: Von der nachlassenden Studierfähigkeit der Abiturienten war da die Rede.. Das Studium sei zu lang, die Studierenden zu alt, die Abbrecherquoten zu hoch.. Mit diesem Dreiklang harmonierte fast immer der Vorwurf, die Studieninhalte seien unpraktisch, berufsfern und für den wissenschaftlichen Nachwuchs geeignet, nicht aber für die Masse derer, die in andere Berufe gehen.. Dazu, als Generalbass, die Melodie von den stets leeren öffentlichen Kassen (die etwas schräg klingt, seit wir täglich von staatlichen Milliardenbürgschaften für die Finanzwelt lesen).. Als Begleitung dann immer noch der faule, privilegierte und überversorgte Beamtenapparat.. Wer tatsächlich vergleichen wollte, der müsste zur Kenntnis nehmen, dass der träge deutsche Beamtenprof seit 25 Jahren nicht allein ein Mehrfaches der Studentenzahl ausbildet wie sein britischer, niederländischer oder US-amerikanischer Kollege.. Er forscht und publiziert auch mit einer Hingabe, als ob er die Verbeamtung lebenslang noch vor sich habe.. Trotz der hoffnungslosen Überlast ist die hohe Motivation der Studierenden wie der Lehrenden überraschend robust.. Die Zyniker unter den Reformern (und derer sind nicht wenige) überlegen denn auch schon, wie man dem künftigen deutschen Lehrprof der Handelsklasse B  ...   sondern auch Schulen, Wirtschaftsstandorte und Nationalstaaten.. Es gibt einen so genannten Bertelsmann Transformation Index (BTI), der jawohl! die internationale Öffentlichkeit informiert (ich zitiere aus dem BTI 2006) über den Entwicklungsstand und Qualität des Managements , wohlgemerkt des staatlichen Managements.. Bewertet werden 119 Staaten.. Die höchsten Ränge erzielen in diesem Staatsindex wen wundert es? regelmäßig diejenigen Staaten, die bei der Privatisierung des öffentlichen Sektors vorangehen.. Marktwirtschaftliche Transformation heißt das dann und klingt prima.. Die Schulbewertungssoftware SEiS (=Selbstevaluation in Schulen) kommt als Hilfsmittel für die Schulverwaltung.. Faktisch definiert sie, was eine gute Schule zu tun hat.. Das Haus Bertelsmann will in der Politik das werden, was die Ratingagenturen im Finanz- und Wirtschafsleben sind: Eine Zentralinstanz, die mit wechselnden Bewertungskriterien die Bereiche faktisch steuert, die sie nur zu bewerten vorgibt.. Aber bleiben wir bei den Hochschulen.. In den letzen Monaten und Jahren haben sich zahlreiche Fachbereiche, Fakultäten, erste Berufsverbände und auch ganze Hochschulen aus dem bekannten CHE-Ranking abgemeldet.. Der erste Reflex ist natürlich: Wer da aussteigt, der scheut den Vergleich mit anderen Hochschulen und hat im Zweifel etwas zu verbergen.. Er fürchtet, auf den hinteren Plätzen zu landen.. So hat der Bonner Asta-Vorsitzende, nachdem die Uni Bonn ihren Ausstieg verkündete, geargwöhnt, die Uni-Oberen hätten Sorge, sie könnten in der Lehre schlecht abschneiden und mieden darum den Wettbewerb.. Auf diesen massendemokratischen Reflex setzen die Bertelsmänner, und in der Tat haben auch die Studierenden einigen Grund, ihren Hochschulleitungen in diesen Dingen zu misstrauen.. Es ist jedoch wichtig sich klarzumachen, dass hinter dem Überdruss an der Dauerbewertung von Hochschulen etwas anderes steckt.. In den (viel zitierten) USA waren es die hoch renommierten Eliteuniversitäten, die sich zuerst aus den Rankings verdrückt haben.. Klar: Wenn man Harvard oder Yale heißt, braucht man keinen Reputationsverstärker.. Man hat von guten Plätzen nicht viel zu gewinnen, aber von schlechten viel zu verlieren.. Das Problem liegt jedoch etwas tiefer.. Es liegt darin, dass jede solche Bewertungsprozedur in dem Augenblick zu grobem Unfug wird, wo der Rangplatz selbst zum eigentlichen Handlungsziel der Akteure wird und genau das erzwingen Rankings.. Ich beginne mit dem Beispiel der Berufsakademie Mannheim.. Die nämlich weist ihre Studies dezent darauf hin, dass ein positives Abschneiden der eigenen Schule ihre späteren Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessert.. Was einer ganz unverhohlenen Aufforderung gleichkommt, nur ja gegenüber dem CHE das eigene Nest nicht zu beschmutzen.. Die verordnete Corporate Identity Lektion hat man hier bereits gelernt.. Na ja, wenn s der Wahrheitsfindung dient.. So ist das eben, wenn Messgrößen Handlungsziele werden.. Andere Fachschaften und Asten empfehlen ihren Studierenden den Boykott.. Schon diese Konstellation macht die Daten auf denen das Ranking beruht, völlig wertlos, sie spiegeln eine Einstellung zum Ranking, nicht den tatsächlichen Ist-Zustand der Institution.. Zur Paradoxologie des Ranking gehört auch dessen Selbstimmunisierung gegen Kritik.. Einmal in der Welt, schafft jedes Ranking fröhlich Fakten.. Wer nämlich von einem hinteren Platz aus mosert, der ist einfach ein schlechter Verlierer.. Wer weit oben gelandet ist, der wird kaum der Versuchung widerstehen, aus seinem guten Ergebnis eine Ressource oder eine zugkräftige Eigenwerbung zu machen.. Wer in der Mitte steht, fällt nicht auf und hält darum die Klappe.. Etablierte Nobelmarken jedoch das ist ganz wie bei der Stiftung Warentest können im Lotteriebetrieb der Rankings leicht ihren Nimbus einbüßen.. Das erklärt, warum die Ivy League Hochschulen der USA nicht nur die Mühen der Akkreditierung, sondern auch die nationalen Rankings misstrauisch beäugen.. Jeder halbwegs seriöse Sozialwissenschaftler wird Ihnen sagen, dass solche Rankings bestenfalls edutainment , ein unterhaltendes Spiel sind.. Einen Erkenntniswert haben sie nicht.. Aber das ist eigentlich eine Verharmlosung.. Real sind zwar nicht die Daten, real sind aber die Folgen des Rankings.. Als die Siegener Sprach- und Literaturwissenschaftler ihren Ausstieg aus dem CHE-Ranking verkündeten, konterten die Bertelsmänner, sie würden ihre Erhebungsbögen gleichwohl an willige Teilnehmer verschicken.. Dabei entsteht natürlich eine vollkommen schiefe und willkürliche Auswahl der Befragten.. All das zeigt aber, dass sich die Protagonisten des Rankings einer Tatsache sehr wohl bewusst sind, der nämlich, dass Rankings Tatsachen schaffen, aber keine Tatsachen feststellen.. Sinn haben sie nämlich nur als das, was Sozialwissenschaftler self fulfilling prophecy nennen, sich selbst erfüllende Prophezeiung.. Wenn Ihre Uni einen niedrigen Rangplatz einnimmt, dann spricht sich das herum und beeinträchtigt ihre Reputation.. Ist die Reputation einmal beeinträchtigt, dann führt das dazu, dass Rangplätze zu Kriterien für die Allokation von Ressourcen, von Forschungsmitteln und Lehrkapazitäten werden.. Erst darin zeigt sich ihre eigentlicher Sinn: Sie stellen die Rangordnung tatsächlich her, die abzubilden sie vorgeben.. Das mögen Sie bitte aus dem Vergleich mit den Ratingagenturen der Finanzwelt lernen.. Da nämlich führt das Triple-A, das Top-Rating, unweigerlich dazu, dass Sie beste Kreditbedingungen eingeräumt bekommen, während Sie mit CCC horrende Zinsen zahlen müssen.. Ratings verstärken Differenzen.. Deswegen sind sie gewünscht von den Predigern der Spreizung des Hochschulsystems.. Das logische Ende ist eine Hochschullandschaft mit billigen Massenausbildungsstätten am unteren Rand und wenigen prestigeträchtigen und reichen Forschungsuniversitäten am oberen Rand.. Und just diese Verhältnisse werden sich ganz objektiv, naturwüchsig und rechtmäßig einstellen , wenn wir uns an die Rankings gewöhnen.. Die Bertelsmänner sind zufrieden, wenn sie die Unis überhaupt in eine Rangfolge bringen können.. Das was sie durchsetzen wollen, hängt alleine davon ab, dass es eine solche Reihenfolge gibt und dass sie real wird in den Konsequenzen der Mittelzuweisung.. Ein Wort noch zum Stiftung Warentest Effekt.. Man verkauft Ihnen das CHE-Ranking ja als eine Art Dienstleitung, die es den Kunden erleichtern soll, ihre Entscheidung für die eine oder andere Hochschule zu treffen.. Tatsächlich ist die Qualität einer Hochschule vom Hörensagen nicht zu bestimmen.. Sie ist gar kein einheitlicher und auch gar kein messbarer Tatbestand.. Das Ranking kann Ihre Entscheidung steuern, informieren hingegen kann es Sie nicht.. Als sich abzeichnete, dass das Ungleichgewicht zwischen überlaufenen westdeutschen und unausgelasteten ostdeutschen Unis sich verstärken würde, da veranstaltete das CHE prompt ein Ranking der Studienbedingungen, bei der einmal nicht die üblichen Verdächtigen (nämlich die unternehmerischen ) Hochschulen auf den vorderen Plätzen auskamen, sondern eben die ostdeutschen mit guten, neuen Bibliotheken und erfreulichen Betreuungsrelationen.. Es hat sich dabei zweifelsfrei herausgestellt, dass Rankings als Steuerinstrumente eingesetzt werden, es hat sich aber auch herausgestellt, dass sie als solche nicht funktionieren.. Denn am konstatierten Ungleichgewicht hat sich bisher nichts verändert.. Faktisch waren Unis noch nie so durchsichtig für Studierende wie heute im Zeitalter des Internet.. Sie können per Mausclick erfahren, was Ihr Prof so forscht, lehrt und veröffentlicht, wie viele Studierende in Ihrem Studiengang eingeschrieben sind und vieles andere mehr.. Diese Informationsquelle ist weit verlässlicher als das CHE-Ranking.. Aus der höchst wünschenswerten Verschiedenheit der Hochschulen nach Themenkonstellationen, Fächerschwerpunkten und Forschungstraditionen macht das Ranking eine pseudoobjektive Reihenfolge.. Dass die Evangelische Fachhochschule Ludwigshafen im Februar 2008 den Entschluss gefasst (mitgeteilt und zur Nachahmung empfohlen) hat, sich am Hochschulranking des allmächtigen CHE nicht mehr zu beteiligen, kam insofern einer kleinen Revolution gleich.. Es gehört offenbar inzwischen Mut dazu, aus dem solchermaßen etablierten Zwang zur Selbstkannibalisierung auszusteigen und die diversen Rankings und Ratings als das zu bezeichnen, was sie sind: Techniken, die bezwecken, das relativ homogene Feld der Hochschulen auseinanderzuziehen, indem die pseudoobjektiven Daten all dieser undurchsichtigen Bewertungen als Grundlage für differenzierte Mittelzuweisung, als Basis für die Selbstverstärkung der festgestellten Tendenzen etabliert werden.. Der Mechanismus ist immer gleich und immer gleich simpel.. Stellt das Rating eine Forschungsschwäche in einem bestimmten Bereich fest, fließen dort keine Mittel mehr hin, mit dem Ergebnis, dass sich die Forschungsschwäche alsbald bewahrheitet.. Für alle anderen Bereiche gilt Entsprechendes.. Es ist evident, dass Hochschulrankings, die Qualitätsunterschiede, die sie zu konstatieren scheinen, zu allererst herstellen helfen.. Hören wir einen professionellen Sozialwissenschaftler über die Praxis des Hochschulrankings:.. Rankings sollen entweder Informationen für Akteure bereitstellen, die Auswahlen zwischen unterschiedlichen Angeboten treffen müssen, oder sie werden mittel- oder unmittelbar zur Ressourcenallokation genutzt.. Sie dienen also letztlich einer Stimulation des Wettbewerbs, verbunden mit der Hoffnung, dass so eine beständige Qualitätsverbesserung erreicht werden kann.. Entsprechend waren Rankings im US-amerikanischen Hochschulsystem mit seinem hohen Anteil an privaten Anbietern und seiner starken Marktorientierung sehr früh verbreitet.. Unmittelbare Mittelzuweisungen in Verbindung mit Rankings führen meist zu heftigen Anpassungsreaktionen, wobei nicht unbedingt nur die intendierten Effekte einer Qualitätsverbesserung eintreten, sondern auch eine intelligente Optimierung von Indikatoren betrieben wird.. Besonders problematisch wird dies, wenn nicht-anreizkompatible Indikatoren benutzt werden.. (Hornbostel 2006).. Was heißt das, wenn man es in Alltagssprache rückübersetzt? Nun, es heißt, dass sich die gerankten Akteure auf die Parameter stürzen, auf denen das Ranking beruht, und sie mittels kreativer Image-, PR- und Selbstdarstellungsarbeit zu schönen suchen.. Wenn die Zahl der Promotionen zählt, wird nicht promoviert, was das Zeug hält, sondern die Zählweise wird verändert.. Wenn die Drittmittel zählen, dann sucht man nach neuen Berechnungsgrundlagen.. Die Arbeitslosenstatistik macht es ja vor! Wenn der Rangplatz zum Ziel des Handelns wird, entstehen sofort gehäuft dysfunktionale und abenteuerliche Folgen.. Das fasst der Sozialwissenschaftler als intelligente Optimierung von Indikatoren.. Inzwischen arbeitet in der Hochschulpolitik fast jeder mit seinen eigenen Zahlen.. Und was die Allokationsfunktion der Rankings betrifft, so haben wir sie uns folgendermaßen vorzustellen: Ein niedriger Rangplatz in einem für repräsentativ geltenden Ranking führt dazu, dass die Zuweisung öffentlicher Mittel verringert wird, ein hoher Rangplatz führt dazu, dass zur Belohnung gewissermaßen die Mittelzuweisung erhöht wird.. Man muss nicht 8 Semester Soziologie studiert haben, um zu erkennen, dass Rankings mit Allokationsfunktion das sind, was man self fulfilling prophecies nennt.. Sie stellen die Unterschiede her, die sie zu beschreiben scheinen.. Sobald es eine solche Allokationsfunktion gibt, bleibt den Hochschulen nur eine einzige rationale Handlungsstrategie: Sie müssen alles tun, um ihren Rangplatz zu erhöhen, und alles unterlassen, was ihn senken könnte.. Damit ist faktisch der Zustand hergestellt, dass der Veranstalter des Rankings mit seinen Kriterien die Hochschulpolitik vollständig steuert und dominiert.. Ihre semantische Überzeugungskraft beziehen die Leitvokabeln der normalistischen Kontroll- und Verdatungsprozeduren durch die Suggestion von Gleichheit und Objektivität, mit der sie einher kommen: Evaluation, Ranking, Qualitätskontrolle etc.. Wer sich dem entzieht, muss immer den Vorwurf gewärtigen, er habe etwas zu verbergen oder müsse den Vergleich mit den anderen scheuen.. Außerdem ist eine Hochschulwelt, die sich lesen lässt wie eine Bundesligatabelle, von herrlicher Evidenz und Einfachheit.. [7] Schluss.. Insgesamt stehen die bildungspolitischen Aktivitäten von Bertelsmann gleich ob es sich um Evaluationssoftware für Schulen, um Uni-Ranking, um Haushaltsautonomie für Hochschulen, um Modularisierung von Bildungsinhalten etc.. handelt für ein marktfundamentalistisches ideologisches Projekt.. Der Staat wird (mit dem Versprechen von Kostenersparnis) gedrängt, überall da marktförmige Bereiche und Marktsteuerungen einzurichten, wo ehedem öffentliche Daseinsfürsorge bestand: In Schulen, Hochschulen, Krankenhäusern, Stadtverwaltungen.. Das scheint den Staatsakteuren auch darum attraktiv, weil damit die öffentliche und politische Verantwortung für das, was vor Ort schief geht, aus den politischen Büchern verschwindet.. In den letzten Wochen konnten Sie studieren, was das rhetorisch bedeutet.. Alle Kultusminister haben unisono erklärt, bei der Umsetzung der Bolognareformen hätten die Universitäten handwerkliche Fehler gemacht, die sie nun nachbessern müssten.. Kein Wort davon, dass alles Implementierte strikten Vorgaben von oben entsprach.. Der Soziologe Clemens Albrecht (2009) hat das Konzept der autonomen Hochschule mit dem der bad bank verglichen.. In beiden Fällen sollen Risiken ausgelagert werden.. Politische Risiken an der autonomen Hochschule, ökonomische Risiken bei der bad bank.. Erst wenn alles zusammenkracht, wird deutlich, dass die Risiken doch am Ende wieder bei der Politik landen werden.. Es spricht einiges dafür, dass die Kommodifizierung und Vermarktlichung des Bildungsbereichs zur zentralen Auseinandersetzung der nächsten Jahre werden könnte.. Hier wären für überschüssiges, nach neuen Anlagesphären suchendes Kapital Milliarden zu verdienen, wenn das System der öffentlichen und kostenfreien Bildung ausgehebelt würde.. Wie schrieb doch neulich Horst Siebert, Ex-Präsident des Instituts für Weltwirtschaft und langjähriges Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung:.. Die zentrale Aufgabe lautet, den Bildungsbereich nach dem Wettbewerbsprinzip zu organisieren.. Die Firma Bertelsmann mit ihren zahllosen Unterabteilungen ist der Eckstein in der Umsetzung dieser ökonomischen Strategie in Deutschland.. [8] Literaturhinweise.. Albrecht, Clemens (2009): Die Zukunft der deutschen Universität.. Von Steuerungsbürokratien und anarchistischer Unterwanderung.. In: Forschung und Lehre 1/2009, S.. 8-11.. Barth, Thomas, Hg.. (2006): Bertelsmann: ein Medienimperium macht Politik.. Hamburg.. Barth, Thomas Schöller, Oliver (2005): Der Lockruf der Stifter.. Bertelsmann und die Privatisierung der Bildungspolitik.. In: Blätter für deutsche und internationale Politik 11/2005, S.. 1339-1348.. Hornbostel, Stefan (2006): Theorie und Praxis von Hochschulrankings.. In: Statistik und Wissenschaft.. Amtliche Hochschulstatistik und Hochschulrankings.. Beiträge zur wissenschaftlichen Tagung des Statistischen Bundesamtes am 9.. /10.. November 2006 in Wiesbaden.. Knobloch, Clemens (2010): Wir sind doch nicht blöd! Die unternehmerische Universität.. Münster: Westfälisches Dampfboot.. Lohmann, Ingrid (2007): Die gute Regierung des Bildungswesens: Bertelsmann Stiftung.. Wernicke Bultmann (2007: 153-170).. Schöller, Oliver (2004): Gestiftete Bildung.. Das Centrum für Hochschulentwicklung.. In: Müller, Ulrich Giegold, Sven Arhelger, Malte (Hg.. ): Gesteuerte Demokratie.. Wie neoliberale Eliten Politik und Öffentlichkeit beeinflussen.. Hamburg: VSA.. 59-64.. Wernicke, Jens Bultmann, Torsten, Hg.. (2007): Netzwerk der Macht Bertelsmann.. Der medial-politische Komplex aus Gütersloh.. Marburg: BdWi-Verlag..

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  • Title: Präsidentenfindung an der Universität Hamburg
    Descriptive info: die Flugblätter (s.. u.. eine.. kommentierte Quellensammlung.. ein.. Pressespiegel.. Alles weitere ist eine Frage der Vernunft.. Frau Auweter-Kurtz knapp bestätigt.. "Markt und Demokratie stützen einander also nicht mehr automatisch.. Eine diesen Vorgang erklärende Aufklärung wäre gewissermaßen der philosophische Part der heutigen Friedensforschung.. Politisches Ziel ist die Herstellung eines welt-innenpolitischen, eines globalen Rechtsrahmens, damit die Investoren nicht in Kindersklaverei- und Umweltsünder-Staaten und die Reichen nicht in Steueroasen ausweichen können.. Man macht sich natürlich mit dieser Aufklärung bei den heutigen Mächtigen, den Marktgewinnern, nicht beliebt!".. Ernst Ulrich von Weizsäcker, "Naturwissenschaft und Friedensforschung: eine vertrackte Beziehung", Festvortrag zur Eröffnung des Carl Friedrich von Weizsäcker-Zentrums Naturwissenschaft und Friedensforschung, 7.. Juli 2006.. Nach einem demokratisch sehr zweifelhaften Verfahren (headhunting, programmlose Kandidatinnenfindung, geheime Hochschulratssitzung, Ad-hoc-Feriensitzung des Akademischen Senats, zu schwache Mehrheit des Gremiums) ist Frau Auweter-Kurtz mit neun zu sechs Stimmen als Präsidentin der Universität im Akademischen Senat bestätigt worden.. Die Für-Stimmen kamen von den Professorinnen und Professoren, die Gegenstimmen mehrheitlich: 2 von 3 von studentischer Seite, vom Technischen und Verwaltungspersonal sowie von den wissenschaftlichen Mitarbeitern.. Es standen sich gegenüber ein undemokratisches bzw.. intransparentes Verfahren, eine senatskonforme Kandidatur oder ein souveränes Procedere nach vernünftigem Programm, die soziale Offenheit des Studiums, ein freimütiger kollegialer Zusammenhang der Universität und ihrer Mitglieder sowie nicht zuletzt das gesteigerte Gewicht einer verantwortlichen und öffentlich wirksam agierenden Friedensforschung, die anregend für die Gesamtentwicklung der Wissenschaften wirksam ist.. Bei dieser Kontroverse wird es bleiben.. Krieg ist entgegen mancherlei Propaganda nicht Frieden.. Die Vernunft ist keine Handelsware.. Wer sich nicht entmutigen läßt, positioniert sich aussichtsreich.. Das Flugblatt als.. pdf-Datei.. Antrag an den Akademischen Senat am 27.. 07.. Golnar Sepehrnia Olaf Walther.. Leitlinien zur Präsidentschaft.. Als kompetenter und engagierter Berater hochrangiger Politiker hat sich Wolfgang Panofsky seit 1945 vehement für atomare Rüstungskontrolle und Abrüstung eingesetzt.. Seine enge Verbundenheit mit der Universität Hamburg zeigte er durch zahlreiche Vorträge zu diesen Fragen.. Bis zum heutigen Tag hat Wolfgang Panofsky wissenschaftliche Projekte an der Universität Hamburg und am Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik durch wertvollen fachlichen und persönlichen Rat unterstützt.. Mit der Ernennung zum Ehrensenator dankt die Universität Hamburg Wolfgang Panofsky für seine langjährige wissenschaftliche Verbundenheit und würdigt sein friedensförderndes Engagement in der Wissenschaft.. ".. Ernennungsbeschluß des Akademischen Senats vom 1.. Juni 2006.. 1) Dann gibt es nur eins.. Ob nun gefühlt, gemeint, gedacht, geforscht, gesagt oder geschrieben: Daß der Krieg möglicherweise nicht der Vater, sondern die Mutter aller Dinge sei, macht ihn (oder sie) nicht besser und die dogmatische Aussage über den Ursprung allen Seins als fatale Handlungsmaxime nicht richtiger.. Zivile Bedingungen und Entwicklungen ermöglichen das Leben der Wahrheit, die martialisch unbedrohte demokratische Partizipation, die produktive Kontroverse zur freudigen Realisierung des Allgemeinwohls.. George W.. Bush hat sich als "Kriegspräsident" bezeichnet.. Die Universität braucht einen Friedenpräsidenten/eine Friedenspräsidentin.. 2) Die Universität als Republik.. Unter hohem äußeren Druck ist Demokratie als Struktur, Haltung und Praxis einer Institution und all ihrer Mitglieder für ein vernünftiges Zusammenwirken lebenswichtig und entwicklungswürdig.. Das faire gleichberechtigte Zusammenspiel von kollegialem Präsidium, Akademischem Senat, Kammer, Konvent, Fakultätsräten und den Organen der Interessenvertretung (Personalräte, AStA) ist am meisten gedeihlich für das Wissen schaffen und seine Subjekte.. Hierfür hat ein Präsident/eine Präsidentin besondere Verantwortung.. 3) Soziale Offenheit.. Studiengebühren sind ein Zwangsmittel zur sozialen Selektion und zur Einengung der Persönlichkeiten respektive der Wissenschaften.. Sie sollen suggerieren, der Mensch sei erst dadurch, daß er kaufe oder käuflich sei.. Wer Menschen gleichwertig betrachtet und behandelt, mißt ihnen höhere Bedeutung bei.. Ein Präsident/eine Präsidentin sollte Studiengebühren aus Gründen der Menschlichkeit ablehnen.. 4) Geschichte, Genauigkeit und Zukunft.. Was ist, ist geworden; was geworden ist, ist gemacht; was gemacht ist, ist zu verantworten; was ist, ist nicht alternativlos.. Die Welt ist nicht zum Besten.. Wissenschaften sollten andere Möglichkeiten ergründen und in Stadt und Land zum Erfordernis machen.. Das Stirnrunzeln der Handelskammer sei kein Hindernis.. Vernunft ist eine öffentliche Angelegenheit.. Ein Präsident/eine Präsidentin darf sich mit den Übeln nicht abfinden.. "Abendblatt: Was war in Ihren Anfangszeiten anders als heute? Was war besser, was war schlechter?.. Flimm: Damals war besser, daß wir gelernt haben, Texte bis in die hinterste Ecke auszuloten, um den Blick in die Menschen zu öffnen.. Man wollte den Riß zeigen, der durch die Welt geht.. Man erkennt heute in den Aufführungen den Kulturverlust durch Vereinfachungen und Verknappungen.. Ich sehe gerne Aufführungen, die ausführlich die vielen Möglichkeiten des Schauspielers und des Menschen zeigen.. Dazu gehören aber Regisseure, die in die Texte hineingehen wollen, anstatt sie sich vom Halse zu halten.. Ich glaube, das Theater ist utopieloser geworden.. Jürgen Flimm Interview mit dem "Abendblatt" vom 22/23.. Juli 2006, S.. 7.. Wissenschaft, Kunst und Leben haben eine gewisse Verwandtschaft.. Hamburg, den 25.. '06.. Kritische Vernunft oder pragmatisches Dienen?.. Zum Richtungsstreit um die künftige Universitätsleitung.. "Die Wissenschaft hat keine moralische Dimension.. Sie ist wie ein Messer.. Wenn man sie einem Chirurgen und einem Mörder gibt, gebraucht es jeder auf seine Weise.. Wernher von Braun, Raketenforscher, der Mondreisen anstrebte; zunächst entwickelte er für die Nazis die "Wunderwaffe" V2, nach 1945 forschte er für US-Armee und die NASA.. "Was die wahre Freiheit und den wahren Gebrauch derselben am deutlichsten charakterisiert, ist der Mißbrauch derselben.. Georg Christoph Lichtenberg, "Einfälle und Bemerkungen", Heft L, 1796-1799.. Was wäre eine Welt ohne Waffen?.. Ist ein menschenwürdiges Leben in der ebenso materiell wie an Erfahrungen und Erkenntnissen reichen Welt für alle möglich und nötig?.. Und deshalb: Was und wofür lernen wir?.. Die am Freitag vom Hochschulrat geheim gekürte potentielle Präsidentin der Universität beäugt diese Fragen im besten Falle teilnahmsarm.. In dem Gespräch mit den studentischen Vertretern des Akademischen Senats erklärte sie Krieg zum selbstverständlichen Mittel der Politik, befürwortete eine "Wehrbereitschaft" der Bundesrepublik, konnte keine klare inhaltliche Grenze für die grundgesetzlich garantierte Freiheit der Wissenschaften ausmachen (z.. "Die Würde des Menschen ist unantastbar.. " Art.. 1 GG) und legitimierte ihre öffentliche Befürwortung der Kandidatur von Angela Merkel, obwohl sie auf Elemente des CDU-Programms (Sozialstaatszerstörung und Bundeswehr im Innern) hingewiesen war.. Einen Zusammenhang von Universität und Sozialstaat sähe sie nicht (z.. soziale Offenheit, demokratische Mitbestimmung und verantwortungsbewußter Gesellschaftsbezug).. Studiengebühren befürwortet sie weiterhin.. Der Zugang zur Hochschule möge nach "Leistungsstärke" gestaltet werden, die wiederum nach "dem Individuum innewohnender" Begabung ausfalle.. Gender-Fragen (demokratische Gleichstellungs- statt Karriere-Fragen), darin die Bedeutung von Interdisziplinarität, verantwortungsvoller Praxisbezug und der aufgeklärten Gestaltbarkeit von Wissenschaftskonzepten, sind ihr fremd.. Sie will den Flug zum Mars.. Irdisch hat sie ihren Platz in der Gesellschaft gefunden.. (Sie kooperiert als Raketenforscherin mit Rüstungsunternehmen und militärischen Einrichtungen wie Bayern-Chemie/Protac und der NASA.. ) Das ist ihr unausgesprochenes Programm.. Damit steht diese Kandidatin in schroffer Gegnerschaft zu erfreulichen, praktischen Einsichten an der Hamburger Universität.. Zum Zwecke mündigen Eingreifens für eine gerechte, demokratische und friedliche Welt (Leitbild) soll hier gelehrt und geforscht werden.. In diesem Verständnis sind Einrichtungen der Friedensforschung, der lernende Umgang mit der Geschichte, die gruppendemokratische Mitbestimmung, der kooperative Nutzen der Fächervielfalt, die über dreißigjährige Gebührenfreiheit, die wissenschaftliche Internationalität gegen erhebliche Beharrung erstritten, entwickelt und verteidigt worden.. Die geschäftsmäßigen Absichten des CDU-Senats (betriebliche Zergliederung der Universität, Streichung zahlreicher Geisteswissenschaften) sind auf dieser Basis zurückzuweisen gewesen.. Die soziale und kulturelle Herabwürdigung der Lernenden und Lehrenden durch Studiengebühren, "leistungs"-orientierte Bezahlung und trainingscamp-artige BA/MA-Studiengänge, die Abwicklung sozialer Bezüge im Studium und der (teil-)demokratischen Souveränität gegenüber dem Senat rufen deshalb begründete Opposition hervor.. In diesen Zeiten erforderlich und angenehm ist eine Universität, die sich couragiert dem kritischen Verstehen der menschlichen Verhältnisse für alle förderlich produktiv widmet.. Diese Richtung muß von einer künftigen Universitätsleitung kollegial verantwortet und verwirklicht werden.. Am Donnerstag soll der Akademische Senat der Auswahl der Hochschulrats zustimmen.. Tut er dies nicht, muß - in einem demokratisierten Verfahren - ein vernünftigerer Kandidaturvorschlag ermittelt werden.. V.. i.. S.. d.. P.. : Olaf Walther & Golnar Sepehrnia, c/o Studierendenparlament, VMP 5, 20146 Hamburg.. Sondersitzung des Akademischen Senats zur Wahl.. eines Präisdenten / einer Präsidentin.. Do.. , 27.. 07.. 2006, 14 Uhr, ESA 1, Raum 308.. Das Prinzip Frieden.. Aber, das weiß ich, ist Pflicht: wenn man die Wahrheit lehren will, sie ganz oder gar nicht zu lehren; sie klar und rund, ohne Rätsel, ohne Zurückhaltung, ohne Mißtrauen ihre Kraft und Nützlichkeit zu lehren; und die Gaben, welche dazu erfordert werden, stehen in unserer Gewalt.. Gotthold Ephraim Lessing, Über die Wahrheit.. In dieser Woche besucht George W.. Bush die Bundesrepublik.. In der letzten Woche hat die  ...   konstatieren, daß ein mehrzehnfacher potentieller atomarer Overkill und der jährliche Etat der EU-Staaten von 180 Milliarden Euro für Rüstung und Streitkräfte von besorgnisgebender Dimension sind.. Die materielle Bedrohung wächst.. Auch die Subjekte der Wissenschaften können mehr und mehr ihren Beitrag zur Überwindung der Kluft zwischen Friedensnorm und Kriegspraxis leisten.. Olaf Walther, Golnar Sepehrnia.. Hamburg, den 6.. Eene, meene, miste - es rappelt in der Kiste:.. Die konfliktreiche Suche nach einem Präsidenten oder einer Präsidentin.. "Jedenfalls lebt kein vollsinniger Kaufmann auf dieser Erde, der Milliarden und Milliarden in ein Geschäft hineinsteckt, das er niemals auszunutzen gedenkt.. Das tut aber der Militarismus.. Und es gibt da so eine Art Naturgesetz: was man jahrelang, mit dem Aufwand der äußersten Geldeinlagen, vorbereitet, das muß sich eines Tages von selbst auslösen.. Geladene Gewehre gehen einmal los.. Kurt Tucholsky, " Gesunder Pazifismus ", 1928.. Die Universität hat sich angenehm wegweisende Grundsätze gegeben:.. "Für alle Menschen will sie (die Universität) ein Ort lebenslangen Lernens sein und ein öffentlicher Raum der kulturellen, sozialen und politischen Auseinandersetzung.. ) Sie (die Mitglieder der Universität) wollen zur Entwicklung einer humanen, demokratischen und gerechten Gesellschaft beitragen und Frauen und Männern gleichen Zugang zu Bildung und Wissenschaft eröffnen.. ("Leitbild Universität" Hamburg, 1998.. In diesem Sinne hat sich der Akademische Senat (AS) wider den Krieg der US-Administration gegen den Irak ausgesprochen.. Auf dieser Linie vernünftiger Entscheidungen für emanzipatorische und verantwortliche Wissenschaft liegt auch die wiederholte Ablehnung von Studiengebühren.. Die Ehrung der "Weißen Rose" gehört ebenso zu diesem Impetus wie das erinnernde Benennen von Hörsälen des Hauptgebäudes nach humanistischen Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen.. Dies ist der politisch-kulturelle Hintergrund, vor dem ein Präsident/eine Präsidentin die Uni durch kollegiales Zusammenwirken im Präsidium, in enger Kooperation mit dem Akademischen Senat (AS), im souveränen Verhältnis zum eher amorph aufgesetzten Hochschulrat, in Koordinierung der Fakultäten und unter aufmerksamer Berücksichtigung der Personalräte sowie der Verfaßten Studierendenschaft die Universität leiten sollte.. Bislang konnten diese Ansprüche - bei allerlei Hakeligkeiten - in wesentlicher Tendenz gemeinsam verwirklicht werden.. Nun soll eine Person neu für dieses Amt bestimmt werden, da die Amtszeit des bisherigen Präsidenten Jürgen Lüthje im September des laufenden Jahres endet.. Das ist laut Dräger-Gesetz Aufgabe des Hochschulrates, der eine Kommission (mit auch Vertretungen aus dem AS) eingesetzt hat.. Der AS muß dann den definitiven Vorschlag bestätigen - oder auch nicht.. Vorrangig im Gespräch ist Prof.. Ing.. Monika Auweter-Kurtz, die die Abteilung Raumtransporttechnologie der Uni Stuttgart leitet.. Sie leitet zudem das "Steinbeis Transferzentrum" für "Plasma- und Raumfahrttechnologie", das als einen Referenz-Kooperationspartner die "Bayern-Chemie/ Portac" ausweist.. "Bayern-Chemie/Portac" ist ein Gemeinschaftsunternehmen des Luft-, Raumfahrt- und Rüstungskonzerns EADS und des französischen Rüstungskonzerns THALES und entwickelt und produziert unter anderem eine Kurzstrecken-Luftabwehrrakete, einen Raketenmotor für eine britische Abwehrrakete sowie einen Feststoffraketenmotor für Lenkraketen.. Eine Schelmin, die Schlechtes dabei denkt.. Frau Auweter-Kurtz befürwortet zudem Studiengebühren.. Zu ihrem Menschenbild sagt die Wissenschaftlerin: "Erst vor einigen Jahren erfuhr ich, dass es in meiner entfernten Verwandtschaft mehrere Physiker gibt, zwei davon haben es bis zum Professor geschafft.. Also steckt diese Neigung möglicherweise in meinen Genen.. " ("Frauen Aktiv in Baden-Württemberg", Ausgabe 25, 3/2004.. ) Die biologistische Deutung von geistiger spezifischer Qualifikation ist nicht vereinbar mit einem aufgeklärten Verständnis des Menschen und seiner Kultur.. Vielleicht hält ja auch deshalb die Unternehmensberatung SUP, die in das Findungsverfahren eingeschaltet ist, Frau Auweter-Kurtz "mit 7 von 10 möglichen Punkten für die Position der Präsidentin der Universität Hamburg qualifiziert".. Rüstungsforschung liegt quer zum Leitbild der Universität und der daraus abgeleiteten Funktion des Präsidiums.. Studiengebühren sind abzulehnen wie diese Kandidatin.. : Olaf Walther, Golnar Sepehrnia, Christian Sauerbeck & Bela Rogalla, c/o Studierendenparlament, VMP 5, 20146 Hamburg.. Sozialer Demokrat oder Smart?.. In diesem Jahr erhält die Universität einen neuen Präsidenten.. Nichts ist schwerer und nichts erfordert mehr Charakter als sich im offenen Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zusagen: NEIN.. Kurt Tucholsky.. Zum Wintersemester 06/07 soll die Universität einen neuen Präsidenten erhalten.. Was soll dieser Mensch tun?.. Der CDU-geführte Senat hat mit der Novelle des Hochschulgesetzes (2003) folgendes im Sinn: Der Präsident wird seither vom zwangsverordneten, wirtschaftsnahen Hochschulrat (neun Mitglieder; keine Studierenden) gekürt und soll vom Akademischen Senat (zehn Profs und je drei wissenschaftlichen Mitarbeiter, Technisches und Verwaltungspersonal sowie Studierende) bestätigt werden.. Das war nicht immer so.. 1969 wurde ein demokratisches Universitätsgesetz gültig.. Erkämpft hat es die studentische Bewegung, die sich gegen den kulturellen Muff der Adenauer-Ära und das anmaßende, brutale Gebaren westlicher Mächte in Vietnam und Iran wandte, die Mitverantwortung der Universitäten und der eigenen Hochschullehrer im Faschismus sowie deren Verstrickungen in privat-ökonomische Interessenpolitik aufdeckte und kritisierte.. Die Studierendenschaft stritt für friedliche Entwicklung, soziale Reformen und gesellschaftliche Demokratisierung.. Im Zuge dieses Kampfes wurde die ständische Rektoratsverfassung der Universität die fürstenähnlichen Ordinarien erhoben aus ihrer Mitte einen Rektor überwunden.. (Auch Studiengebühren waren bald abgeschafft.. ) Die neu gebildeten Fachbereiche (statt überkommener Fakultäten) erhielten paritätisch besetzte Räte mit einem Sprecher (statt eines herrschaftlichen Dekans), die Universität bekam ein Parlament: das Grundsatzfragen erörternde Konzil mit jeweils einem Drittel Studierende, Angestellte und Hochschullehrer; der Akademische Senat (AS) wurde zum Arbeitsparlament.. Der Präsident wurde vom Konzil demokratisch gewählt.. Im Dezember 1969 gelangte so trotz konservativer Gegenwehr der Theologie-Assistent Peter Fischer-Appelt nach kontroverser Diskussionen vor einem vollen gefüllten Audimax im fünften Wahlgang mit den Stimmen der Studierenden ins Amt.. Es begann die 20jährige Amtszeit eines streitbaren Humanisten, der in der Universität die Mündigkeit und menschenwürdige Verhältnisse für alle fördert und fordert die hohe Schule der Gesellschaft verwirklicht sehen will.. Sein Engagement für die egalitäre Kultivierung von Hochschule und Gesellschaft war mit der Universität in der Phase echter gesellschaftlicher Reformen ( Mehr Demokratie wagen ) und darin des Ausbaus der Uni zur demokratischen Massenhochschule sowie in der problematischen Periode der späten 70er ( Rotstiftpolitik ) und der 80er Jahre ( Geistig-moralische Wende ) im Einklang.. Er plädiert heute weiterhin für die positiven Maßstäbe und Erfahrungen der Reform-Ära.. Ihm folgte der heutige Präsident Jürgen Lüthje.. Der Verwaltungsjurist setzte sich im Streit reformistischer Strömungen der Hochschullehrer und Angestellten 1991 im vierten Wahlgang durch; die studentische Favoritin schied vorher aus.. In der Phase der Abwicklung sozialer Errungenschaften in Folge des Zerfalls der sozialistischen Staaten ( Ende der Geschichte ) suchte er die Vermittlung merkantiler und sozialstaatlicher Ansprüche; hier ist eine moderate Befürwortung von Studiengebühren und schlanker Entscheidungsstrukturen gegeben.. Gestärkt durch den universitären Widerstand gegen betriebswirtschaftliche Umstrukturierungen tritt er kontrahent zum CDU-Senat für bedarfsdeckende Hochschulfinanzierung, die universitäre Einheit und Fächervielfalt sowie für Chancengleichheit und ein wissenschaftliches Niveau von Forschung und Studium ein.. Die wissenschaftliche Verantwortung für Frieden und sozialen Forschritt begründet er historisch; er befürwortet nunmehr milde Reformen unter Berücksichtigung aktueller Innovationsforderungen.. Seine Amtszeit endet dieses Semester mit der Pensionierung.. Die Findung des neuen Präsidenten findet entgegen der demokratischen Tradition im Verborgenen statt.. Durchgesetzt werden konnte aber eine gemeinsame Findungskommission von AS und Hochschulrat, in der die Vertreter des AS auf studentisches Drängen für vernünftige Auswahlkriterien gewirkt haben (siehe Dokumentation).. Die Kommission hofft nun, einen Kandidaten gefunden zu haben, der trotz des politischen Senats die Leitungsaufgabe übernehmen will.. Er wird sich in einem nichtöffentlichen Verfahren den AS-Mitgliedern vorstellen.. Sollte er absehbar nicht die Zustimmung des Gremiums erhalten, werde der Vorschlag wieder zurückgezogen.. Es ist also möglich, die politisch gewollte managementorientierte Führung der Universität zugunsten einer relativ aufgeklärt-demokratischen Leitung zurückzuweisen.. Letztlich ist die Universitätsleitung wohl so demokratisch, entwicklungsoffen und gesellschaftskritisch wie die Universitätsmitglieder es verlangen.. In jedem Fall sollte die Opposition gegen die ökonomische Instrumentalisierung von Wissenschaft und Menschen durch Studiengebühren, gegen Verwertungsdruck und Entsolidarisierung fortgesetzt und eine neue Ära echter Reformen erwirkt werden.. Der rechte Senat ist schon angeschlagen.. In dieser Lage läßt sich mit Aufklärung und solidarischem Handeln viel Positives bewirken.. Dokumentiert:.. Kriterien für die Wahl eines neuen Präsidenten/ einer neuen Präsidentin.. Ein Präsident/eine Präsidentin der Universität Hamburg soll.. a) die Einheit und Vielfalt der Universität stärken,.. b) die akademische Leitung kollegial im Präsidium und mit starkem Bezug zum AS realisieren,.. c) eine lebendige demokratische Selbstverwaltung mit relevantem Konvent vertreten,.. d) für aufklärerischen, verantwortlichen Gesellschaftsbezug der Universität wirken,.. e) die institutionelle Souveränität gegen über dem politischen Senat repräsentieren,.. f) kommunikativ und kollegial in Bezug auf alle Statusgruppen agieren,.. g) für die bedarfsgerechte Ausstattung der Universität eintreten.. (vorgelegt im Akadmischen Senat und seinen Mitgliedern in der Findungskommission mit auf den Weg gegeben von Olaf Walther & Golnar Sepehrnia)..

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  • Title: - öffentlich - Dossier zu Dieter Lenzen
    Descriptive info: Inhalt:.. Einleitung.. Ein Offizier des Kapitals.. - Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM).. o Grundsätze.. o Zu Studiengebühren.. o Zu Humankapital.. - Aktionsrat Bildung.. Dressur statt Bildung der Pädagoge.. - Bildung als Standortfaktor.. - Geschichtsrevisionismus.. - Disziplin, Ordnung, Autorität.. - Schulpolitik.. als Hochschuldidakt.. - von der Ungleichwertigkeit der Menschen.. - Auswahlverfahren, Ba/Ma, Credit- und Malus-Points.. - Sozialdarwin.. 5.. Der Wissenschaftspolitiker und die Forschungsuniversität.. - Profilbildung durch Ökonomisierung.. - Rüstungsforschung statt Sozialkritik.. - Ein Hohelied auf Cluster.. 6.. Die Diktatur des Managements.. - Berufungspolitik.. - Anti-Links.. - Maulkorb-Erlaß.. - Studentische Mitbestimmung nicht gewünscht.. : Golnar Sepehrnia, Olaf Walther, Christian Sauerbeck - BAE!.. Der Bewerber ist vielfältig für die ideologische und bildungspolitische Durchsetzung der partikularen Interessen großer Unternehmen engagiert.. Er ist Fördermitglied und Berater der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM).. Diese ist vom Arbeitgeberverband Gesamtmetall und all deren regionalen Teilverbänden versammelt die Automobil- und Rüstungsindustrie ins Leben gerufenen und wird jährlich mit offiziell 8,8 Mio Euro finanziert.. Es handelt sich um einen neoliberalen think tank , der nachweislich und ohne jeden Hehl im Sinne seiner Erfinder Medienmanipulation betreibt.. Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft verfolgt ideologisch die konkurrenzgeleitete Zerstörung sozialstaatlicher Errungenschaften.. Wissenschaftspolitisch propagiert sie insbesondere Studiengebühren als Maßnahme zur Herstellung von Gerechtigkeit zwischen vermeintlich substantiell privilegierten Akademikern und von diesen angeblich ausgenutzten Fachaberbeitern.. Nicht Mechaniker und Akademiker sind beide Mittel zum Zweck der unternehmerischen Profitsteigerung (bzw.. der staatlichen und ideologischen Organisation und Absicherung dieses Prozesses), sondern der Mechaniker werde durch den Akademiker ausgebeutet.. Für den Standort sei der Mensch zu vermarkten.. Mit einer ganzseitigen Zeitungsanzeige warb INSM mit einer anti-humanen Reklame: Unser teuerster Exportartikel.. Zusehen ist ein menschliches Gehirn in einem durchsichtigen Gefrierbeutel.. Über dem Scan-Code ist zu lesen: Feinstes Akademikergehirn, Gewicht: 1375g, Haltbar bis: 05/2040, Herkunftsland Deutschland.. Ungehemmt wird auf der Würde des Menschen herumgetrampelt.. Der Mensch zynisch zerlegt und verpackt als Ware, zum Export bereit oder doch besser zu animieren, sich zur kannibalisch-profitablen Verwertung am Standort Deutschland bereit zu stellen.. Dieter Lenzen wirbt im Dienste dieses think tanks für arbeitsmarktkonformes, leistungsorientiertes und konkurrenzverschärfendes Lernen in vorwiegend kulturell selektiven Bildungsinstitutionen.. Darüber hinaus ist er Vorstand des Aktionsrats Bildung der bayrischen Wirtschaft (Metall- und Elektro-Industrie).. Der Aktionsrat hat den Auftrag für eine kapitalverwertungsgerechte Bildungsdeform in Land und Bund vermeintlich wissenschaftlich untersetzte Studien zu verbreiten.. In deren Auftrag gab Lenzen 2003 die Studie Bildung neu denken! Das Zukunftsprojekt heraus.. Hierin wird das derzeitige Bildungssystem mit neoliberalen Behauptungen kritisiert.. Das Bildungssystem müsse entstaatlicht, Schule auf die Förderung von Leistung und Eigenverantwortung und institutionelles Marktbestehen (rsp.. -versagen) zugerichtet werden.. Die Leistungselite müsse bessere Rekrutierungsbedingungen haben und vergrößert werden, die leistungsschwache Mehrheit sei zielgerichteter auf Arbeitsmarkterfordernisse zuzurichten.. [Quelle: http://www.. romanherzoginstitut.. de/uploads/tx_mspublication/Lenzen-Studie_Bildung_neu_denken.. pdf)].. Unverholen betreibt der vermeintliche Wissenschaftler Lenzen also die gesellschaftliche Spaltung in Elite und Masse im Auftrag der Eigentümer, Aktionäre und Vorstände der deutschen Schlüsselindustrien.. Als Lobbyist zur profitbringenden Negation von Menschenwürde, politischer Gleichheit, freier Entfaltung der Persönlichkeit, Wissenschaftsfreiheit und Sozialstaatlichkeit bewegt er sich höchstens scheinbar im Rahmen des Grundgesetzes.. Unvereinbar ist dies auch mit dem Leitbild der Universität Hamburg (1998):.. Wissenschaftliche Freiheit in gesellschaftlicher Verantwortung:.. Die Mitglieder der Universität wollen die universitären Aufgaben in der Verbindung von Forschung und Lehre, Bildung und Ausbildung in wissenschaftlicher Unabhängigkeit erfüllen.. Sie wollen zur Entwicklung einer humanen, demokratischen und gerechten Gesellschaft beitragen und Frauen und Männern gleichen Zugang zu Bildung und Wissenschaft eröffnen.. Dressur statt Bildung Der Pädagoge.. Herr Lenzen geht davon aus, daß Deutschland sich in der globalisierten Welt als bester Wirtschaftsstandort auf Kosten und zu Lasten der Mehrheit der Weltbevölkerung durchsetzen muß:.. Wieder einmal kommt der Bildungspolitik die Schlüsselrolle zu, an die Stelle des Sputnik-Schocks ist der Pisa-Schock getreten, erneut wird nach Bildungsreserven gesucht, und erneut besteht die Gefahr, dass gesellschaftspolitische Debatten die eigentliche Kernfrage überlagern: Wie wird es möglich sein, Anstrengungs- und Leistungsbereitschaft schon in Familie und Schule zu kultivieren, die Freude am Wettbewerb nicht zu diskriminieren, eine möglichst große und tüchtige Leistungselite zu fördern, Dienstleistungsberufe herauszubilden und die bildungsfernen Schichten zu aktivieren?.. [http://www.. wirtschaftundschule.. de/WUS/homepage/Aktuell/Bildungspolitik/Mehr_lernen__was_sonst_.. html?version=w].. Um diese gesellschaftlichen Widersprüche reaktionär beantworten zu können, müssen die humanistischen Lehren aus dem Faschismus als irrationale Reflexe denunziert werden:.. Die Bildungsreform wurde indessen von einem ganz anderen Thema überlagert: der Kritik an der autoritären , spätkapitalistischen Gesellschaft.. Die Aufmerksamkeit der Schulen wurde auf gesellschaftliche Lehrplaninhalte gerichtet, soziales Lernen rückte in den Mittelpunkt der Aktivitäten.. Der deutsche Glaube daran war unverrückbar, dass staatliche Erziehung entweder zum Sozialismus in der DDR oder zum kritischen Staatsbürger in der Bundesrepublik eine Wiederholung der Gräuel des Naziregimes verhindern könnte.. Weil die Durchsetzung von Leistungsstandards aber als ein besonderes Beispiel für autoritäres Unterrichten gehalten wurde, diskriminierte man die Prinzipien der Leistung, der Anstrengung oder gar des Wettbewerbs nicht selten als solche.. Jetzt sei dieser Irrtum auszuräumen:.. Eine Bildungsrevolution wird nur gelingen, wenn wir, die Bürger in allen Schichten, begreifen: Bildung heißt in erster Linie  ...   (IMI) von 2009 ist deshalb auch eine Beteiligung an Rüstungs- und Sicherheits -Relevanter Forschung nachgewiesen.. (Sarah Nagel, Imi-Studie, Nr.. 07/2009).. Lenzen:.. Ich halte dieses für den einzigen Weg, angesichts der sich verschärfenden ökonomischen und politischen Situation in dieser Stadt die Freie Universität als Universität zu behalten, weiter zu entwickeln und ihr eine unverwechselbare Identität zu geben.. Diese Cluster orientieren sich an mittelfristigen, vorhersagbaren, gesellschaftlichen Erwartungen an Universitäten.. Es sind dieses Erwartungen, die im Zusammenhang mit Technologieentwicklungen stehen, mit einem intellektuell hochrangigen Beratungsbedarf vom politischen System bis hin zur Judikative und mit der klassischen Aufgabe europäischer Universitäten bei der Rekonstruktion kultureller Tradition und der Ausdifferenzierung der Kultur.. (Dieter Lenzen, Antrittsrede, Mai 2003).. Die Universität als konforme Dienerin privat-ökonomischer Interessen und politischer sowie kultureller Herrschaftssicherung mit dieser Zielsetzung wird die intellektuelle Selbstentleibung einer Zentraleinrichtung gesellschaftlicher Aufklärung betrieben.. Wahrlich: Eine Exzellenz-Universität!.. Freie Forschung und wissenschaftliche Lehre:.. Durch ihre Forschung trägt die Universität Hamburg zur freien Entwicklung der Wissenschaft bei, durch Lehre und Studium zur Verwirklichung des Rechtes auf wissenschaftliche Bildung.. (Leitbild).. Die Diktatur des Managers.. Der Widerspruch zwischen einerseits den Forschungs-Ufos und andererseits gesetzlich gesicherter Mitbestimmung auf Basis der historisch begründeten Fächer- und Selbstverwaltungsstruktur wird von Lenzen diktatorisch aufgelöst.. Wann immer ein Konflikt droht, werden die Gremien schlicht vermittels präsidialer Richtlinienkompetenz ausgeschaltet oder auf anderen Wegen delegitimiert und umgangen.. Beispiele:.. LENZEN: Wenn man einen Wettbewerb zwischen den Universitäten wünscht, dann gehört natürlich dazu, dass diejenigen, die für die Institution verantwortlich sind, auch die Personalpolitik machen können.. Die gesamtstrategische Steuerung muss in die Hände der Hochschulleitungen, also der Dekanate und Präsidien, gebracht werden.. Denn die Gesamtlinie einer Uni kann nicht von einer Berufungskommission überblickt werden.. Kein Mensch käme auf die Idee, die Bereichsleiter bei Mercedes durch den Wirtschaftsminister oder die Belegschaft auswählen zu lassen.. Oder nehmen wir den Exzellenzwettbewerb.. Der wird zu einer einzigartigen Verschiebung von Schwerpunkten in den Universitäten führen.. Deshalb haben DFG und Wissenschaftsrat den Hochschulleitungen als Antragstellern eine besondere Rolle zugewiesen.. So wird jede demokratische Legitimation der Präsidentschaft ob durch eine zumindest parlamentarisch gestützte Behörde oder durch die Wahl durch Hochschulmitglieder rundheraus abgelehnt.. Aus dieser Sicht hielt der Präsident der FU Berlin es auch für angebracht, in einem bemerkenswerten Willkürakt die Berufung des durch sämtliche zuständigen Gremien einhellig unterstützten Nordamerikanisten Albert Scharenberg auf eine Junior-Professur am J.. F.. Kennedy-Institut der FU zu verweigern.. Scharenberg ist Redakteur der Blätter für deutsche und internationale Politik und Mitglied im Kuratorium der Rosa-Luxemburg-Stiftung.. Auch auf Besetzungsvorschläge aus der Universität für weniger exponierte Stellen gab es vergleichbare politisch motivierte Ablehnung.. Wer dennoch nicht an politische Zensur eines absoluten Uni-Präsidenten glauben will, möge sich davon überzeugen lassen, das Prof.. Peter Grottian die Beteiligung an einer Langen Nacht des Wissens wegen zu erwartender kritischer Äußerungen zur bildungspolitischen Situation untersagt wurde.. Ähnlichkeiten zum Auweter schen Maulkorb-Erlaß oder der Verweigerung der präsidialen Bestellung des gewählten geisteswissenschaftlichen Dekans, Hans-Martin Gutmann in sein Amt im Sommersemester 2009 sind nicht zufällig.. Die elitäre, anti-demokratische Konzeption des berliner Hochschul-Präsidenten macht sich besonders bemerkbar, indem er Studierenden prinzipiell die Mitbestimmungsfähigkeit an Angelegenheiten, die nicht die Lehre betreffen abspricht:.. Wo ist studentische Mitbestimmung sinnvoll?.. LENZEN: Wo es um die Lehre geht.. In den Ausbildungsgremien der Fachbereiche und des Akademischen Senats haben die Studenten ja auch 50 Prozent der Sitze.. In anderen Fragestellungen fehlt ihnen aber oft der nötige Einblick.. (Furios, Studentisches Campusmagazin an der FU Berlin, 1.. Juni 2009.. Folgerichtig beabsichtigt Lenzen nicht, die berliner Studierenden an der auch in der Bundeshauptstadt geplanten Reform der Bologna-Reform zu beteiligen.. Der Bewerber ist ungeeignet.. Grundordnung der Universität Hamburg - Präambel.. Die Universität Hamburg als autonome öffentliche Körperschaft, die im Zusammenwirken ihrer Mitglieder durch Forschung und Lehre, Studium und Weiterbildung der Pflege und Entwicklung der Wissenschaft dient, gibt sich in eigenverantwortlicher Wahrnehmung ihres Satzungsrechts eine Grundordnung zur Regelung der Rechte und Pflichten ihrer Mitglieder, des Zusammenwirkens ihrer Organe und Fakultäten sowie der Gestaltung ihrer Selbstverwaltung.. Im Bewusstsein der wechselvollen Geschichte und der gesellschaftlichen Verantwortung der Universität bezieht sich der Akademische Senat dabei auf das am 15.. Juni 1998 beschlossene Leitbild der Universität als Auftrag zum Schutz und zur Verwirklichung wissenschaftlicher Freiheit, zur Mitgestaltung eines sozialen und demokratischen Rechtsstaates und einer friedlichen und menschenwürdigen Welt sowie zur Verwirklichung des Rechtes auf Bildung und der Gleichstellung der Geschlechter.. Der Forschung, der Lehre und der Bildung gewidmet, sind die Universität und ihre Fakultäten aufgerufen, den Zusammenhang der Universität zu wahren und die wissenschaftliche Zusammenarbeit auch über Fächergrenzen hinweg und im internationalen Austausch zu pflegen.. (Amtl.. Anz.. Nr.. 96, 8.. Dezember 2006, S.. 2952 bis 2959.. Zur vertiefenden Lektüre empfohlen:.. - Torsten Bultmann, Elite Begabung Exzellenz, Zur aktuellen Konjunktur einer anti-egalitaristischen Bildungspolitik, in: Lorenz Huck u.. (Hg.. ), Abstrakt negiert ist halb kapiert, Marburg 2008.. - Bodo Zeuner, Die Freie Universität Berlin vor dem Börsengang? , Abschiedsvorlesung, Berlin 2007.. [Quelle: http://fsigeschichte.. blogsport.. de/2007/07/16/die-fu-vor-dem-boersengang-abschiedsvorlesung-bodo-zeuner/]..

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  • Title: Präsidentenfindung an der Universität Hamburg
    Descriptive info: für praesidentenfindung.. wachsender-widerstand.. Inhaltlich Verantwortlicher gemäß § 6 MDStV:.. Michael Schaaf,.. Ophagen 25,.. 20257 Hamburg.. Telefon/Telefax: +49-(0)-40-40171009.. Email: mi.. schaaf at gmx punkt de.. "at" und "punkt" bitte manuell durch die Zeichen "@" und ".. " ersetzen.. Zurück zur Anfangsseite Präsidentenfindung..

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  • Title: Präsidentenfindung an der Universität Hamburg
    Descriptive info: Monika Auweter-Kurtz,.. Kandidatin für das Amt der Präsidentin der Universität Hamburg.. Die Raketenforscherin Monika Auweter-Kurtz kandidiert für das Amt der Präsidentin der Universität Hamburg.. Wir sind nicht der Ansicht, daß sie eine geeignete Kandidatin ist.. Auf diesen Seiten erfahren sie warum.. Wernher von Braun, deutscher Raketenforscher, der zunächst für die deutschen Faschisten die Raketen-"Wunderwaffe" V2 entwickelte und seine Arbeit nach 1945 dann im Dienste der US-Armee und der NASA fortsetzte.. "Es gibt eine eigentümliche Faszination der Technik, eine Verzauberung der Gemüter, die uns dazu bringt zu meinen, es sei ein fortschrittliches und ein technisches Verhalten, daß man alles, was technisch möglich ist, auch ausführt.. Das ist aber nicht fortschrittlich sondern kindisch.. Der Wissenschaftler ist für die Folgen seiner Erkenntnis  ...   mitwirkte, sich danach aber vehement gegen atomare Aufrüstung und für eine weltweite Friedenspolitik einsetzte.. Namensgeber des Zentrums Naturwissenschaft und Friedensforschung an der Universität Hamburg.. Vorstellung von Prof.. -Ing.. habil.. Monika Auweter-Kurtz auf der Homepage des Instituts für Raumfahrtsysteme der Universität Stuttgart.. http://www.. irs.. uni-stuttgart.. de/institut/mitarbeiter/auweter.. html.. Zur Person:.. Wissenschaft.. : Kaufen und Verkaufen.. Monika Auweter-Kurtz im Dienste der Industrie.. Rüstungsforschung.. : Keine Bedenken.. Monika Auweter-Kurtz kooperiert in der Raketenentwicklung mit einschlägigen Rüstungsunternehmen.. Menschenbild.. : Karriere, Feminismus, Biologismus.. Monika Auweter-Kurtz findet, auch Frauen sollten mehr auf ihre Ellenbogen setzen.. Politik.. : Angepasst und neoliberal.. Monika Auweter-Kurtz befürwortet Studiengebühren und unterstützt die CDU im Wahlkampf.. Zum Verfahren:.. Streit.. um die politische Ausrichtung.. SUP.. : Die Unternehmensberatung im Verfahren.. Ausblick:.. Ausblick.. nächste Seite..

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  • Title: Präsidentenfindung an der Universität Hamburg
    Descriptive info: 28.. 08.. 2006 MoPo:.. Kritik an Uni-Chefin in spe.. 27.. 2006 Hamburger Abendblatt:.. Uni-Präsidentin: Kritik von Stapelfeldt.. 26.. 2006 SPD Hamburg:.. Kandidatur für das Amt des Präsidenten der Universität Hamburg - Kritik von der SPD.. Stapelfeldt: "Die beiden letzten Präsidenten der Universität Hamburg, Jürgen Lüthje und Peter Fischer-Appelt, waren jeweils auf ihre Weise fortschrittliche Reformpräsidenten.. Sie haben sich beide hohe Verdienste darum erworben, die Errungenschaften der sozialen und gesellschaftspolitischen Öffnung der Hochschulen in den 1970er Jahren auch in schwierigen Zeiten zu verteidigen und positiv weiterzuentwickeln.. An diesen Maßstäben wird sich auch eine zukünftige Präsidentin oder ein zukünftiger Präsident messen lassen müssen.. 2006 Linkspartei.. PDS Hamburg, WASG Hamburg:.. Keine Rüstungslobbyistin an die Spitze der Universität.. Norman Paech (MdB Linksfraktion im Bundestag, Mitglied im Außenpolitischen Ausschuss): Wenn Frau Auweter-Kurtz ihre Zusammenarbeit mit der NASA und der US AIR FORCE damit begründet, dass sich Wissenschaft und Militärforschung nun einmal nicht trennen lassen, soll sie dort bleiben, wo sie dieses Wissenschaftsverständnis weiter praktizieren kann.. Für das Amt der Präsidentin der Universität Hamburg ist sie nicht geeignet, die mit dem renommierten Friedensforschungsinstitut und zahlreichen Friedenskongressen in der Vergangenheit zur Internationalisierung von Bildung und Wissenschaft für eine friedliche und menschenwürdige Welt beachtliche Beiträge geliefert hat.. Zu befürchten ist, dass eine Rüstungsforscherin als Präsidentin die Kooperation mit der EADS in Forsche und Lehre sucht und damit die notwendige kritische Distanz, die Forschungsfreiheit erst garantiert, gefährdet.. 2006 ver.. di Hamburg:.. Richtungsstreit um zukünftige Präsidentschaft  ...   Studierenden gegen Studiengebühren ausgesprochen, von daher ist davon auszugehen, daß sie sich auch gegen diese Kandidatin aussprechen würden.. 2006 taz:.. Raketenexpertin an Uni-Spitze.. Martin Kalinowski, Vorsitzender des Anfang Juli gegründeten Carl Friedrich von Weizsäcker-Zentrums für Naturwissenschaft und Friedensforschung (ZNF) an der Uni Hamburg,.. treibt daher eher die Frage um, wie eine Technologin mit nicht verwertungsorientierten Disziplinen umgehe.. 23.. 2006 Welt am Sonntag:.. Forscherin soll an die Spitze der Universität.. 22.. Raketen-Forscherin Monika Auweter-Kurtz gewählt.. Erst seit 2003 gibt es in Hamburg den Hochschulrat.. Die geheime Wahl der Raketen-Professorin.. Die GAL-Hochschulexpertin Heike Opitz fordert, diese Regel wieder zu ändern: "Es kann nicht sein, daß Fachfremde die Entscheidung darüber treffen, wer an der Uni das Sagen haben soll und der Akademische Senat das dann nur noch abnicken darf.. Neue Präsidentin.. 2006 Spiegel-Online:.. Uni Hamburg nominiert umstrittene "Raketenforscherin".. Auch die "Juristen gegen den Atomkrieg" (IALANA) sprachen sich gegen Auweter-Kurtz aus.. 2006 NDR:.. Universität Hamburg bekommt eine Präsidentin.. Raketen-Professorin heute Uni-Präsidentin?.. Uni kürt Präsidentin.. 13.. 2006 stattweb.. de:.. Stuttgart: Präsidentschaftskandidatin - Keine Freude über kriegerischen Import in Hamburg.. 10.. 2006 Deutschlandfunk:.. Hamburger Studenten lehnen Präsidenten-Kandidatin ab.. 2006 junge Welt:.. »Universität will Raketenforscherin als Präsidentin«.. 03.. 2006 ND:.. Krach um »Raketen-Moni«.. 30.. Raketenforscherin kam nicht.. 29.. Raketen-Forscherin als neue Uni-Chefin?.. 2006 Frankfurter Rundschau:.. Streit über Universitäts-Präsidentin.. UNI-Präsidentin aus Stuttgart Raketenspezialistin = missliebiger Import.. Präsidenten-Kandidatin verteidigungsbereit.. 16.. Zoff um Nachfolge von Uni-Chef.. Raumforscherin soll Uni leiten.. 15.. Wird die Raketen-Professorin Hamburgs neue Unipräsidentin?..

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  • Title: Präsidentenfindung an der Universität Hamburg
    Descriptive info: Wissenschaft: Kaufen und Verkaufen.. Monika Auweter-Kurtz ist eine Vertreterin jener unpolitischen deutschen Ingenieurstradition, deren Philosophie sich zusammenfassen läßt in der Formel.. Wes Brot ich ess, des Lied ich sing.. Gegenüber der Präsidentenfindungskommission der Universität Hamburg gab sie an, sie rechne 2006.. mit deutlich steigenden Einkünften aus der Nebentätigkeit.. Diese stammen vermutlich aus dem 2005 mit Unterstützung der Steinbeis-Stiftung für Wirtschaftsförderung gegründeten Steinbeis-Transferzentrum Plasma- und  ...   und industrieller Anwendung und bietet laut Homepage ein breit gefächertes Spektrum an Dienstleistungen in Forschung und Entwicklung.. Dabei stehen sowohl die Plasmaanlagen wie auch der unerschöpfliche Wissens- und Erfahrungspool der kooperierenden Institute zur Verfügung.. Daß diese unmittelbare Indienststellung staatlicher Wissenschaft für die Profitinteressen von Wirtschaftsunternehmen einigen Zusatzverdienst einbringt, ist in der Tat anzunehmen.. Homepage des Steinbeis-Transferzentrums Plasma- und Raumfahrttechnologie von Monika Auweter-Kurtz.. plasma-raumfahrt.. de/.. Start..

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  • Title: Präsidentenfindung an der Universität Hamburg
    Descriptive info: Rüstungsforschung: Keine Bedenken.. Bei den Forschungsgegenständen aus dem Bereich Luft-, Raumfahrt- und Raketentechnologie, mit denen Monika Auweter-Kurtz sich beschäftigt, handelt es sich um klassische Dual-Use-Forschung, also um Erkenntnisse, die sowohl zivil wie auch militärisch nutzbar sind.. Ein verantwortlicher und friedensliebender Wissenschaftler würde hier also besondere Sorgfalt dafür aufwenden, sicherzustellen, daß seine Forschungsergebnisse nicht für Zwecke der Kriegsführung genutzt werden.. Dies ist bei Monika Auweter-Kurtz nicht der Fall.. Im Gegenteil: Mit ihrem Transferzentrum sucht sie gezielt die Zusammenarbeit mit  ...   PROTAC, welches nahezu seinen gesamten Umsatz mit Rüstungsproduktion bestreitet.. Die Referenzen des Steinbeis-Transferzentrums Plasma- und Raumfahrttechnologie.. de/referenz.. BAYERN-CHEMIE / PROTAC ist ein Gemeinschaftsunternehmen des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS und des französischen Rüstungskonzerns THALES.. Homepage von BAYERN-CHEMIE / PROTAC.. bayernchemie-protac.. com/.. Produktbeispiele von BAYERN-CHEMIE / PROTAC:.. Entwicklung und Produktion eines Raketenmotors für die britischen ALARM (Air Launched Anti-Radar Missile) Raketen.. com/rocket_motors_alarm.. htm.. Ein Kurzstrecken-Luftabwehrsystem für das französische Crotale-System.. com/crotale_shahine.. Ein Feststoffraketenmotor für die Anti-Flugzeug Lenkrakete VT1.. com/vt_1.. vorherige Seite..

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