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  • Title: OnlineBIBliothek
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  • Title: Online-Bibliothek
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  • Title: Die Thraker, das goldene Reich des Orpheus
    Descriptive info: Die Thraker, das goldene Reich des Orpheus.. Phiale Aus dem Schatzfund von Rogozen; 4.. Jh.. v.. Chr.. (Foto: K.. G.. Müller).. Homer.. erzählt uns, dass Helden einiger der über 90 Stämme der.. Thraker.. im.. Trojanischen Krieg.. für die belagerte Stadt kämpften.. Sie seien so tapfer gewesen, dass der Kriegsgott.. Ares.. selbst in ihrem Land wohnte.. Da war das geheimnisvolle, verschollene Reitervolk aus dem heutigen.. Bulgarien.. , eines der größten und ältesten.. indoeuropäischen.. Völker, aber schon über 5.. 000 Jahre alt und hatte sich weit über.. Südosteuropa.. und.. Kleinasien.. ausgebreitet.. Es verschwand im zweiten Jahrhundert unser Zeitrechnung.. Rituelle Gaben an die Götter, Schmuck und Gebrauchsgegenstände aus Grab- und Schatzfunden belegen lebhafte Handels- und Kulturbeziehungen zu.. Griechen, Persern, Skythen.. und anderen Steppenvölkern,.. Kelten.. ,.. Römern.. , sogar.. Ägyptern.. Diese Beziehungen formten die.. thrakische.. Kunst und das Kunsthandwerk.. Etwa tausend exquisite Beispiele waren 2004 in der.. Bonner Kunst- und Ausstellungshalle.. zu bewundern.. Die.. schufen um die Gestalt des berühmten Sängers.. Orpheus.. , des Sohnes der jungfräulichen großen Muttergöttin, der seiner geliebten.. Eurydike.. in die Unterwelt folgt, eine Religion der Wiedergeburt.. Ein berühmter weltlicher.. war.. Spartakus.. römischer.. Sklave und Gladiator, der den größten Sklavenaufstand der alten Welt anzettelte und damit die Weltmacht.. Rom.. in ihren Grundfesten erzittern ließ.. Eine frühe Verheißung der Freiheit aller Menschen, auch der geknechteten!.. Die Ausstellung zeigt unter vielem anderen die spektakulären Goldschätze aus.. Varna.. (modernen Sonnenanbetern als Goldstrand bekannt) und anderen Orten.. Sie beeindrucken nicht nur wegen ihres Metallwertes, sondern vor allem wegen ihrer Phantasie und handwerklichen Meisterschaft.. Oft sind sie von grandioser Einmaligkeit, originell, dekorativ, ausdrucksstark - wie das berühmte geflügelte Pferd Pegasus, in Hohlguss hergestellt und zusätzlich getrieben (15 cm hoch).. Die Stücke aus der.. Eisenzeit.. geben eine stilistische Entwicklung von primitiv zu geometrisch, schematisch, realistisch und naturalistisch wieder.. Beliebt sind immer Motive von Tieren, deren Darstellung gelegentlich ineinander übergeht, wie in einer kleinen Hirschstatuette des geometrischen Stils.. Das Tier steht aufgerichtet mit hoch erhobenem Kopf auf langem Hals.. Die riesigen Hörner haben je vier.. bogenförmige, nach oben, dann nach hinten geschwungene spitze Verzweigungen, die deutlich wie Vogelköpfe wirken.. Dazu gesellen sich interessante frühe Keramiken: Idole, Frauengestalten, Menschen- und Tier-förmige oder glatte Gefäße, Tierfiguren, Stempel, Gussformen, Öllampen, Spinnwirtel, komplizierte Amulette, ein winziger aber ausdruckstarker Denker.. Interessant sind Modelle von Getreidekörnern von 6 cm Länge - die.. wurden in früher Zeit Ackerbauer, vielleicht die ersten der Welt.. Wir wissen nicht, ob diese Körner kultischen oder wirtschaftlichen Zwecken oder schlicht als Schleudersteine dienten.. Die Gründung.. griechischer.. Kolonien an den.. thrakischen.. Küsten der.. Ägäis.. , des.. Marmarameeres.. und des.. Schwarzen Meeres.. im 8.. und 7.. Jahrhundert v.. führte zu einer kulturellen Annäherung.. Von ihr zeugen rot- und schwarzfigurige Gefäße im schönsten.. griechischen.. Stil aus der Nekropole von.. Appolonia Pontica.. Besonders ein ausdrucksvolles Kopfgefäß prägt sich der Erinnerung ein.. Der Krug mit kleeblattförmigem Ausguss zeigt ein Frauenantlitz mit mandelförmigen Augen, hochgeschwungenen Brauen, einer feinen Nase und vollen Lippen.. Unter den geschmiedeten, gegossenen, üppig getriebenen edlen Stücken aus Silber und Bronze sind viele von atemberaubender Schönheit und höchster technischer Perfektion.. Rhyta (Trinkhorn-artige Spendengefäße, oft mit einer zweiten Öffnung am Fuß, die mit Finger oder Hand geschlossen gehalten werden musste) mit Sphinx-, Pferd- und Stierköpfen, Kannen, Phialen, also schalenartige Gefäße für die Trankspende, mit Menschen- und Tierdarstellungen bleiben unvergesslich.. Die Palette reicht über Weihreliefs, Masken, Statuetten bis zu Waffen, Verzierungen von Wagengeschirren, Zaumzeugen, Werkzeugen und Münzen.. Eins der erlesensten Stücke der Ausstellung ist eine Phiale von  ...   Pharaonenschätze in Bonn, Das goldene Jenseits.. Tutanchamun - Grabschätze aus dem Tal der Könige.. 7000 Jahre persische Kunst.. Troia - Wunder und Wirklichkeit.. weitere Artikel bei OBib vom selben Autor.. onlinebibliothek.. de.. obib.. eu.. net.. Andere Seiten bei OBib:.. Das europäische Chinabild im Mittelalter.. Wo kommen die Koreaner her?.. Alte Schriften, alte Völker.. Rock 'n Roll Children.. Kosmologie der Sa'dan Toraja.. Schamanismus der Postmoderne.. Von den Zahlen 5 und 8.. Die Rede des Häuptlings Seattle.. WebLinks.. *.. :.. Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik in Bonn.. Ausstellung Die Thraker - das goldene Reich des Orpheus in Bonn 2004.. Ausstellung Die alten Zivilisationen Bulgariens - Das Gold der Thraker in Basel 2007.. Informationen über das Bergheiligtum Perperikon.. (engl.. /bulg.. Thrakische Zeitleiste:.. 7.. Jahrtausend.. Chr.. Frühe protothrakische Bauernkultur im thrakischen Kerngebiet.. Ende 6.. Jt.. Früheste Keramik auf dem Perperikon im Rhodopen-Gebirge.. 5000-4000 v.. Erste Dörfer sowie Gold-, Silber- und Kupferminen.. Ab 4600 v.. Bestattungen mit reichen Beigaben; vorthrakisches Gräberfeld an der Schwarzmeerküste bei Varna.. 4000-3000 v.. Kupfer wird in Zentren verhüttet und kunstvoll verarbeitet.. 3000-2000 v.. Indogermanische Völker wandern auf dem Balkan ein und bilden in ihrer Gesamtheit die Stämme der Thraker.. 2000-1000 v.. Rohstoffe machen die thrakischen Stämme reich und Dynastien entstehen.. Im Trojanischen Krieg um 1200 v.. kämpfen die Thraker auf der Seite Trojas.. 1000-700 v.. Griechen gründen Kolonien am Schwarzen Meer.. Einige dieser Kolonien entrichten an die Thraker Tribute.. Im Nordosten rückt das Reitervolk der Skythen heran.. 700-500 v.. 513 v.. zieht der Perserkönig Dareios I.. gegen die Skythen ins Feld und besetzt dabei 512 v.. Thrakien.. 500-400 v.. Als die Perser ab 480 v.. Krieg gegen Griechenland führen, werden sie von thrakischen Verbänden, insbesondere den Odrysen unterstützt.. Ab ca.. 428 v.. eint der odrysische Herrscher Teres I.. die Thraker.. Im Peleponnesischen Krieg (431-403 v.. ) kämpfen thrakische Söldner mal für Athen, mal für Sparta.. 400-300 v.. 351 v.. wird der Westteil Thrakiens von Philipp II.. , König von Makedonien, erobert.. 341 v.. folgt auch der Osten als makedonische Provinz.. Philipp II.. wird der immer wieder aufflackernden thrakischen Aufstände jedoch kaum Herr.. Erst sein Sohn Alexander der Große besiegt 335 v.. die thrakischen Stämme bis in den Donauraum.. Nach Alexanders Tod 323 v.. erklärt sich sein General Lysimachos 306 v.. zum König von Thrakien.. 300-100 v.. Lysimachos stirbt 281 v.. in der Schlacht von Kurupedion und um diese Zeit fallen die Kelten auf ihrem Rückzug von Delphi in das thrakische Gebiet ein und gründen ein Reich in Tylis (im heutigen Ostbulgarien), das 278-212 v.. bestand.. Die Römer unterwerfen Thrakien 168 v.. , doch die Unruhen in Thrakien reißen nicht ab.. 100 v.. - 100 n.. Aufständische Thraker werden von Mithridates IV.. , dem Herrscher des Pontischen Reiches an der Südküste des Schwarzen Meeres, unterstützt.. Dieser wird erst 69 v.. von den Römern geschlagen.. Ab 55 v.. begehrt der thrakische Stamm der Daker auf und als Thrakien 19 v.. römischer Vasallenstaat wird, auch der thrakische Stamm der Bessen.. Ab 46 n.. wird Thrakien zur Provinz Thracia, was die Stimmung weiter verschlechtert.. 100-300 n.. 106 n.. unterwirft Kaiser Trajan die Daker und installiert die Provinz Dacia.. Ab 244 n.. überschreiten die Goten Roms Nordost-Grenzen.. 271 n.. geben die Römer die Provinz Dacia auf,.. 284 n.. auch die Provinz Tracia.. 300-600 n.. In der Völkerwanderungszeit wird das Land von Germanen, Westgoten, Hunnen und Slawen überrannt.. Um 600 n.. siedeln sich die Urbulgaren (.. Protobulgaren.. ) an..

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  • Title: Pharaonen-Schätze in Bonn
    Descriptive info: Pharaonenschätze in Bonn.. Das goldene Jenseits.. Pektoral (Brustschmuck) des Tutanchamun mit Skarabäus.. Der ordinäre Mistkäfer war für die alten Ägypter das wichtigste Wiederaufer-stehungssymbol.. Mit einer ähnlichen Bewegung, wie er seine Dungkugel über den Weg rollte, sollte der heilige Pillendreher die Sonne über das Firmament führen - die Sonne, die tagtäglich neu Lebenskraft verlieh und den Fortbestand der Welt garantierte.. Das Bild, wie die jungen Tiere statt der Mutter, die ihre Eier in der Kugel abgelegt und diese in eine Erdspalte geschafft hatte, herauskrochen, stand auch für die Wiedergeburt der Menschen.. Das Stück zeigt, welcher Höhepunkt in der Goldschmiedekunst während der 18.. Dynastie erreicht wurde.. Ich sehe wunderbare Dinge,.. rief.. Howard Carter.. 1922 seinem schillernden Geldgeber.. Lord Carnarvon.. zu, als er durch eine Öffnung den ersten Blick auf die fabelhaften Grabschätze des.. Tutanchamun.. warf.. Der Lord war mit seiner Tochter auf das Telegramm von der Entdeckung des Grabes hin aus England herbeigeeilt und wartete nun aufgeregt mit einer Menschenmenge.. Dasselbe möchte man sagen, wenn man die Ausstellung.. in der.. sieht.. 120 erlesene Kunstwerke aus Gräbern und Tempeln der 18.. ägyptischen Dynastie sind zu bewundern, viele davon zum ersten Mal außerhalb des.. ägyptischen.. Museums in.. Kairo.. Da Gold, das.. Fleisch der Götter.. , im alten.. Ägypten.. als Farbe der täglich wiederkehrenden Sonne galt und daher ein Symbol für die Wiedergeburt im Jenseits war, sind neben dem viel verwendeten Edelmetall auch Gegenstände aus anderen Materialien wie besonders Holz in Goldfarbe gestrichen.. Ein Rausch in Gold!.. Die 18.. Dynastie (16.. - 13.. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung) weist besonders spektakuläre Herrscher auf.. Pharao Ahmose vertrieb die.. Hyxos.. , ein.. asiatisches.. Reitervolk mit Bogenschützen und Kampfwagen, nach hundertfünfzigjähriger Herrschaft am.. Nil.. Seine Nachfolger.. Amenhotep, Thutmosis I.. II.. sicherten das Reich weiter ab.. Hatschepsut.. war eine Frau auf dem Königsthron.. Die erste Dame war vermutlich die erste große Herrscherin der Weltgeschichte.. Höhepunkt (und wohl auch Konsolidierung) ihrer Herrschaft war die Schiffsexpedition in das magische Land.. Punt.. der Götter, des Goldes, des Weihrauchs und der Myrrhe.. Unsägliche Schätze wurden nach drei Jahren auf den fünf Segelschiffen mit je 30 Ruderern zurückgebracht.. Bis heute streiten die Wissenschaftler, wo.. lag, obwohl man einen Teil der Strecke anhand der im.. -Terrassentempel anatomisch genau abgebildeten Fische rekonstruieren konnte.. Im heutigen.. Somalia.. ?.. Eritrea?.. Simbabwe.. ? Für letzteres spricht die lange Dauer der Fahrt, eine abgebildete Königin mit Fettsteiß, einer echten Hottentotten-Dame, und die.. Antimon.. -Nutzung seit der 6.. Dynastie.. konnte zu der Zeit nur vom.. Sambesi.. kommen.. Hatschepsut widmete sich 22 Jahre mit aller Kraft friedlichen Aufgaben wie tüchtiger Verwaltung, guten  ...   seine Stein-Bildnisse wurden verstümmelt und in neue Tempel verbaut.. Die alten Götter gewannen unter den folgenden Pharaonen.. Meretaton, Semenchkaré, Tutanchamun.. wieder zunehmend mehr Macht.. , Sohn des.. mit einer Nebenfrau, herrschte nur von seinem neunten bis achtzehnten Lebensjahr.. Der unbedeutende Kindpharao war eine Marionette der.. Amun-Priester.. Aber sein Grab ist das einzige bis heute gefundene, das über die Jahrtausende von Grabräubern fast verschont blieb.. Wenn man seine unsäglichen Schätze sieht, fragt man sich, wie reich erst die Gräber der großen Könige geschmückt gewesen sein mögen.. Nach Pharao.. Aja.. beschließt König.. Haremhab.. , ein großer General, die 18.. Da diesem wackeren Haudegen ein Sohn versagt blieb, adoptierte er einen seiner Offiziere, der die folgende 19.. Dynastie gründete.. Sein Name war.. Ramses.. Unter den nun in.. Bonn.. ausgestellten Kostbarkeiten prägen sich besonders prachtvoll geschmückte Kanopengefäße (Eingeweidesärge), erlesene Statuetten, bemalte Salbgefäße aus Alabaster, reich verzierte Diademe, Pektorale und andere kostbare Schmuckstücke, edle Kleider, feine Möbel, diverse Musikinstrumente, Weinkrüge, Waffen dem Gedächtnis ein.. All das sollte die toten Pharaonen ins Jenseits begleiten und sie dort nach der Auferstehung erfreuen.. Eine farbige Rekonstruktion der Grabkammer des.. vertieft den Eindruck der Ausstellung.. Besonders interessant ist eine Computeranimation der Firma.. Art+Com.. , die eine Einführung in die Geographie des Reiches am Nil und in die Grabarchitektur von den frühen bis in die späten Dynastien gibt.. Die - jeweils meist vier - Kanopengefäße dienten der Aufnahme der inneren Organe des Toten, die bei der Mumifizierung entnommen wurden.. Tut ist zurück in Deutschland.. Wenn Sie ihn jetzt nicht hier sehen, müssen Sie dafür nach Amerika fahren, dem nächsten Ausstellungs- Ort.. So sagte zutreffend der moderne Pharao der ägyptischen Antikenverwaltung,.. Prof.. Dr.. Zahi Hawass.. in der Presse-Eröffnung - ausnahmsweise ohne sein Markenzeichen, den braunen Hut, den wir aus so vielen Fernsehsendungen kennen.. Er erklärte auch, warum wir über zwanzig Jahre seit der letzten Ausstellung.. ägyptischer.. Museumsschätze warten mussten.. Vor 23 Jahren war beim Verpacken die.. Uräus-Schlange.. des Kopfschmucks der Göttin.. Selket.. abgebrochen.. Darauf hatte das.. ägyptische.. Parlament beschlossen, die Schätze des.. nicht mehr auf die Reise zu schicken.. Erst eine leidenschaftliche Rede des Kultusministers vor dem Parlament hat diese Tournee ermöglicht.. Denn ein neues Super-Museum bei den Pyramiden muss finanziert werden.. Dauer der Ausstellung: bis.. 1.. Mai 2005.. Königliche Kanopenbüste aus Kalzit (ägyptischer Alabaster).. Späte 18.. Dynastie, Tal der Könige, Grab Tutanchmuns.. Ägyptisches Museum Kairo.. Andreas F.. Voegelin.. Bartz.. König von Unterägypten.. Stuckiert und vergoldete Statuette aus Holz.. 18.. Spiegelkasten in Form eines Anch-Zeichen aus Holz, Gold- und Silberblech.. Vom selben Autor:.. Die Thraker, das goldene Reich des Orpheus..

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  • Title: Stoneage in south-west Bavaria
    Descriptive info: Stoneage in South-West Bavaria.. Contens:.. Résumé.. Abstract.. Keywords.. Introduction.. Figure 1.. Figure 2.. Late Palaeolithic and Early Mesolithic.. Figure 3.. Late Mesolithic.. Early Neolithic.. Figure 4.. Figure 5.. Acknowledgements.. References.. Aachen, Beginenwinkel.. Aachen, Münsterplatz.. Burg Binsfeld.. Grevenbroich-Gustorf.. Jülich, Am Aachener Tor.. Jülich, Propsteikirche.. Jülich, Schloßstraße.. Rommerskirchen-Gill.. Stolberg-Gressenich.. Archäologische Berichte bei OBib.. Archäologie Linkseite.. OBib.. ÈPIPALÉOLITHIQUE, MÉSOLITHIQUE ET NÉOLITHIQUE ANCIEN DANS LES BASSES-ALPES ENTRE L'ILLER ET LE LECH (SUD-QUEST DE LA BAVIÈRE).. LATE PALAEOLITHIC, MESOLITHIC AND EARLY NEOLITHIC IN THE LOWER ALPINE REGION BETWEEN THE RIVERS ILLER AND LECH (SOUTH-WEST BAVARIA).. Birgit Gehlen.. Erschienen in: Thévenin, André (ed.. ) & Pierre Bintz (dir.. ) (1999) L'Europe des derniers chasseurs.. L'Epipaléolithique et Mésolithique.. Peuplement et paléoenvironnement de L'Èpipaléolithique et du Mésolithique.. Actes du 5e Colloque international UISPP, 18-23 septembre en Grenoble 1995.. Paris 1999, 489-497.. - La région des Basses-Alpes entre l'Iller et le Lech est connue sous le nom d'Allgäu.. Pendant le Pléistocène final et l'Holocène ancien, la région de l'Allgäu et liée au développement culturel des Alpes souabes et de la Haute-Souabe.. À quelques exceptions près, les sites de l'âge de pierre en Allgäu on été d´couverts par des ramassages ou fouilles non scientifiques effectués par des amateurs.. Il s'agit pour la plupart de sites de plein air, où la couche de sédiments est généralment peu épaisse.. Ce facteur, combiné aux conditions dans lesquelles ont été faites les découvertes, est souvent responsable de la non-préservation, ou plutôt de la non-récupération de matériel organique, ce qui rend l'analyse archéologique principalement dépendante des objets lithiques eux-mêmes.. Le seul site-abri connu à ce jour dans la région a été fouillé par l'Institut de pré- et protohistoire de l'Université de Cologne entre 1984 et 1988.. Les sites épipaléolithiques et mésolithiques se trouvent à des altitudes approximatives comprises entre 720 et 920 m au-dessus du niveau de la mer et sont généralment situés dans les mêmes conditions topographiques, donc sur des collines ou des terrasses aux abords de ruisseaux, de rivères ou de lacs.. Le paysage des Basse-Alpes a été prinicipalement formé par la dernière période glaciaire.. Ce n'est qu'au cours du Bölling que les glaciers ont complètement disparu et qu'une lente reforestration s'est amorcée.. Seules des découvertes isolées pourraient indiquer une occupation pendent le Magdalénien.. Jusqu'a présent seulement quatre inventaires sont connus de l'epoque épipaléolithique.. Situé à Weissensee près de Füssen, à environ 920 m au-dessus du niveau de la mer, l'abri "Unter den Seewänden" reste seul site à avoir fourni des dates radiocarbone qui indiquent une occupation pendent l'Alleröd.. Les inventaires de 12 sites représentant le Mesolithique ancien, donc le Beuronien A ou B du Sud de l'Allmagne (la période du Préboreal et du Borél ancien).. le Beuronien C (la période du Boréal moyen et final), compris ici comme la prèmiere phase du Mésolithique récent, est présent dans trois inventaires.. Neuf inventaires peuvent ètre attribués au Mésolithique récent classique présentant des lames régulières une occupation et/ou des microlithes rectangulaires (la période du Boreal final jusqu'a l'Atlantique ancien).. Il y a peu d'évidence pour une occupation de la région pendant le Néolithique ancien.. Quelques découvertes isolées - des haches et peu de céramique - indiquent des relations avec le Néolithique ancien d'origine danubienne.. Mots Clés.. - Èpipaléolithique, Mésolithique, Beuronien, Néolithique ancien, Linearbandkeramik, Großgartacher Gruppe, Stichbandkeramik,.. haches, céramique, analyses polliniques, céréales cultivés.. - The Lower Alpine region between the rivers Iller and Lech is known as the Allgäu.. During the Late Pleistocene and the Early Holocene the Allgäu is obviously connected with the cultural development in the Swabian Alps and in Upper Swabia.. With few exceptions, the Stone Age finds in the Allgäu have come to light through collecting or non-scientific excavating by amateurs.. Almost all the sites are open air sites, where there is usually very little sedimentation.. This fact, and the find circumstances in general, are responsible for the non-survival - or rather non-recovery - of any organic material.. Archaeological analyses are mostly dependent upon the sone artefacts themselves.. The only hithero known abri site in the region was excavated by the Institute for Pre- and Protohistory of the University of Cologne between 1984 and 1988.. The late palaeolithic and mesolithic sites lie at heights between 720 and 920 m above sea-level and are generally situated in similar locations on top of hills and on terraces close to rivers, streams and lakes.. The landscape of the lower Alpine region was mainly formed during the Last Ice Age.. Once the area had become free of ice, a slow reforestation began in the Bølling period.. Only singular finds could point to a settlement during the Magdalenian.. From the Terminal Palaeolithic, 4 assemblages are known today.. Situated about 920 m above sea-level, only the abri "Unter den Seewänden" in Weissensee near Füssen is dated absolutely by the radiocarbon method as belonging to the Alleröd period.. The Early Mesolithic, Beuronian A or Beuronian B phase of Southern Germany (Preboreal period and Early Boreal period), is represented by 12 sites.. The Beuronian C phase (Middle to Late Boreal period), understood here as the early stage of the Late Mesolithic, could be identified in 3 assemblages.. 9 inventories are dated to the classical late Mesolithic with regular blades and/or rectangular microliths (Late Boreal period to Early Atlantic period).. There is small evidence for the presence of people during Early Neolithic Times.. Some single finds.. of axes and few ceramics point to connections with the Early Neolithic of Danubian origin.. Late Palaeolithic, Mesolithic,.. Early Neolithic, Linearbandkeramik, Großgartacher Gruppe, Stichbandkeramik, axes, ceramics, pollen analysis, cultivated cereals.. The lower Alpine region between the rivers Iller and Lech is known as the Allgäu.. Its northern border lies north of a line marked by the cities of Memmingen and Landsberg am Lech (.. Fig.. ).. The name Allgäu also defines a cultural area, which even today is characteristically south-west German-Swabian, although the greater part belongs administratively to Bavaria.. The connection between this region and the cultural development of south-west Germany is even apparent in stone-age artefacts.. The few known palaeolithic and mesolithic.. finds are very similar to the inventories in the Swabian Alps and in Upper Swabia.. : The Allgäu in south-western Germany.. With few exceptions, the stone-age finds in the Allgäu have come to light through collecting or non-scientific excavating by amateurs.. For archaeological analyses we are mostly dependant upon the stone artefacts themselves.. Three open-air sites were discovered by archaeologists during a programme of small test excavations.. : Pollen profiles and stone-age sites in the lower Alpine region of the Allgäu.. Pollen profiles:.. Kleinwalsertal, Austria;.. Ammergebirge, Bavaria;.. 3.. Auerberg, Bavaria.. Late Palaeolithic sites: 1.. Forggensee (Magdalenian?);.. Hopferau-Pertlesbichl;.. Bannwaldsee-Judenberg;.. 4.. Feuerbichl;.. 5.. Abri 'Unter den Seewänden'.. Early Mesolithic sites: 1-3.. Hopferau-Scharrenmoos 1-3;.. Bannwaldsee 2;.. Bayerniederhofen 1;.. 6.. Bayerniederhofen 2.. Late Mesolithic sites: 1.. Memmingen-Trunkelsberg;.. Bannwaldsee-Stadel;.. Forggensee 2;.. Forggensee 3;.. Forggensee 4;.. Forggensee 5;.. 8.. Forggensee 6;.. 9.. Bannwaldsee-Judenberg;.. 10.. Winterzach.. Early Neolithic sites: 1.. Forggensee;.. Dirlewang-Helchenried;.. Rieden;.. Buxheim-Egelsee;.. Legau-Oberlandholz;.. Scheuring-Haltenberg;.. Kaufering.. The only hitherto known abri site in the region was excavated by the Institute for Pre- and Protohistory of the University of Cologne between 1984 and 1988 (Gehlen 1988a; 1995).. The late palaeolithic and mesolithic sites lie at heights between approximately 720 and 920 metres above sea-level and are generally situated in similar locatios on top of hills and on terraces close to rivers, streams and lakes.. A map of all the sites (Fig.. 2) shows, that the Alpine regions of the Allgäu have not been taken into consideration.. This is the research area of Giuseppe Gulisano and we leave the description of the stone age sites in this region to him (Gulisano 1994; 1995).. Other facts recognizable from the map are that: the best investigated area lies in the south east corner of the Allgäu and that there are huge regions which have not been researched until now (Gehlen 1988a; 1988b; 1995).. Only the sites  ...   artefacts excavated at the Henauhof Nord II site by the Federsee in Upper Swabia (Kind 1992; Owen & Pawlik 1993).. This site is dated to the end of the Mesolithic, contemporaneous with the earliest Neolithic.. Another assemblage from the end of the Mesolithic was recovered from the site at Winterzach (.. : Late Mesolithic Site 10 at about 700 m, Fig.. 4, 28-32).. The blades seem to be somewhat more regular than the earlier ones and one of the asymmetrical trapezes shows retouche inverse plate (.. , 29).. This manner of retouching is seen as characteristic of a younger phase during the late Mesolithic (Löhr 1994, 20-26) or Early neolithic (Taute 1973/74, 79-82; 90-91).. Asymetrical trapezes with retouche inverse plate seem to be of western European origin (Löhr 1994, 20-21).. The site of Winterzach is situated about 30 km north of the Alps and about 60 km south of the Swabian Alps.. Together with artefacts made of colored radiolarite and Alpine chert, the inventory contains a large number of pieces made of jurassic chert originating from the Swabian Alps.. The stone artefacts were collected from an small area.. of just a few metres in diameter.. There was no indication of a neolithic settlement at the site.. Archaeologists never thought of the cool and wet lower Alpine region of the Allgäu with its poor soil as belonging to the classic early neolithic settlement.. area of the 'Danubian Cultures'.. But there is evidence for the presence of people during early neolithic times.. 4:.. Late mesolithic artefacts.. 1-7.. base retouched micropoint, scalene triangles and mèche de foret from Feuerbichl - Beuronian C.. 8-15.. rectangular microliths and regular blades from Forggensee 2 - classical Late Mesolithic.. 16-19.. rectangular microliths and regular blades from Forggensee 6 - classical Late Mesolithic.. 20-23.. rectangular microliths and regular blades from Feuerbichl - classical Late Mesolithic.. 24-27.. asymetrical trapezes and regular blades from Bannwaldsee-Judenberg - Terminal Late Mesolithic.. 28-32.. triangle, asymmetrical trapeze with retouche inverse plate and regular blades from Winterzach - Terminal Late Mesolithic.. Only a few artefacts or assemblages can be clearly assigned to the Early Neolithic.. Isolated finds of an adze from the north shore of the Forggensee (.. : Early Neolithic Site 1 at about 770 m; Fig.. 5, 1), a shoe-last ax from Dirlewang-Helchenried (.. : Early Neolithic Site 2 at about 650 m; Fig.. 5, 2) and one shaft-hole ax from Rieden (.. : Early Neolithic Site 3 at about 660 m) prove human presence during the 'Linearbandkeramik' or 'Stichbandkeramik/Rössen' periods.. Such isolated objects are a very common phenomenon in the highlands on the periphery of early neolithic settlement areas and are considered to be indications of contacts between mesolithic and neolithic settlers.. Five possible early neolithic settlement sites are known in the northern part of the Allgäu, already in or close to the loess regions.. At Buxheim-Egelsee near the city of Memmingen, already located in the loess area south of the river Danube (.. : Early Neolithic Site 4 at about 620 m; Fig.. 5, 3; 4), pits with pottery of the 'Stichbandkeramik' and 'Großgartacher Gruppe' types were excavated during the buildung of the Autobahn (Schröter 1974).. A probably early neolithic assemblage of stone artefacts was recovered in Legau- Oberlandholz (.. : Early Neolithic Site 5 at about 700 m) and three locations with pottery of the 'Linearbandkeramik' and 'Stichbandkeramik' types were discovered close to the villages of Kaufering and Scheuring-Haltenberg north of the city of Landsberg am Lech (Gerhard & Gohlisch 1992).. (.. : Early Neolithic Sites 6-8 at about 600-620 m;.. , 5-10).. 5:.. Early neolithic artefacts (scale 1:3):.. Early neolithic adze from the Forggensee;.. Early neolithic shoe-last ax from Dirlewang-Helchenried;.. Pottery from Buxheim-Egelsee - 'Stichbandkeramik';.. Pottery from Buxheim-Egelsee - 'Großgartacher Gruppe';.. 5-7.. Pottery from Scheuring-Haltenberg - 'Linearbandkeramik';.. 8-10.. Pottery from Kaufering - 'Stichbandkeramik'.. Only 20 km north of the foothills of the Alps there is a uniquely situated mountain called Auerberg.. Pollen analyses of several moors surrounding the mountain reveal domesticated cereals in the early Atlantic period (.. : Pollen Diagrams 3).. The earliest date for domesticated cereals found near the Auerberg is 6.. 310 ± 65 BP (KI-2210.. 10, Willkomm 1988, 180).. The southernmost loess soils of the Allgäu can be found only some 5 km northeast of this mountain (Küster 1988, 55-59).. There must have been early farmers living within the traditional hunter-gatherer areas of the lower Alpine regions.. From several pollen diagrams of the northwestern Alps (Dieffenbach-Fries 1981, 121-123; Bludau 1985, 231-233), the southern and western Alps and from individual finds in pollen diagrams for the eastern lower Alpine regions of Bavaria, domesticated cereals are reported from the early Atlantic and even from the late Boreal period (dates collected by Küster 1988, 102-113).. The recent discovery of many mesolithic sites in the Alps between the river Rhine and the river Iller indicate the probability of passages between different alpine regions during the early Holocene (Gulisano 1994; 1995).. Although it is evident, that the Allgäu belonged to the sphere of influence of the Early Danubian Neolithic, it seems possible that neolithic.. elements reached the northern foothills of the Alps - perhaps even earlier - from southern and southwestern directions.. I thank Werner Schön for the redaction of the manuscript, Beverley Hirschel for the correction of the English text and Norbert Bartz for the composition.. of the maps (fig.. 1 and fig.. 2) with the personal computer.. Bludau, W.. 1985: Zur Paläoökologie des Ammergebirges im Spät- und Postglazial.. Rheinfelden 1985.. Cziesla, E.. 1992: Jäger und Sammler.. Die mittlere Steinzeit im Landkreis Pirmasens.. Brühl 1992.. Dieffenbach-Fries, H.. 1981: Zur spät- und postglazialen Vegetationsentwicklung bei Oberstdorf (Oberallgäu) und im Kleinwalsertal (Vorarlberg).. Pollen- und makrofossilanalytische Untersuchungen an drei Mooren der montanen Stufe.. Dissertation Technische Hochschule Darmstadt 1981.. Gehlen, B.. 1988a: Steinzeitliche Funde im östlichen Allgäu.. In: H.. Küster, Vom Werden einer Kulturlandschaft.. Vegetationsgeschichtliche Studien am Auerberg (Südbayern).. Acta humaniora 3.. Weinheim 1988, 195-209.. Dies.. 1988b: Mesolithische Siedlungsplätze im Landkreis Ostallgäu.. Archäologische Informationen 11/2, 1988, 222-227.. 1995: Die Steinzeiten.. In: W.. Czysz, H.. Dietrich & G.. Weber (eds.. ), Führer zu archäologischen Denkmälern in Deutschland 30.. Kempten und das Allgäu.. Stuttgart 1995, 26-37.. Gerhard, S.. & Gohlisch, T.. H.. 1992: Altneolithische Fundplätze bei Landsberg a.. Lech.. Das Archäologische Jahr in Bayern 1992, 34-35.. Gulisano, G.. 1994: Neue mittelsteinzeitliche Fundplätze im oberen Illertal und im Kleinwalsertal.. Archäologische Informationen 17/1, 1994, 79-84.. Ders.. 1995: Die Besiedlung des Kleinwalsertales und seiner angrenzenden Gebiete in Bayern und Vorarlberg von der Steinzeit bis zur Einwanderung der Walser.. Archäologische Informationen 18/1, 1995, 53-65.. Kind, C.. -J.. 1992: Der Freilandfundplatz Henauhof Nord II am Federsee und die 'Buchauer Gruppe' des Endmesolithikums.. Archäologisches Korrespondenzblatt 22, 3/1992, 341-354.. Küster, H.. 1988: Vom Werden einer Kulturlandschaft.. Weinheim 1988, 1-164, 14 Beilagen.. Löhr, H.. 1994: Linksflügler und Rechtsflügler in Mittel- und Westeuropa.. Der Fortbestand der Verbreitungsgebiete asymmetrischer Pfeilspitzenformen als Kontinuitätsbeleg zwischen Meso- und Neolithikum.. Trierer Zeitschrift für Geschichte und Kunst des Trierer Landes und seiner Nachbargebiete 57, 1994, 9-127.. Taute, W.. 1973/74: Neolithische Mikrolithen und andere neolithische Silexartefakte aus Süddeutschland und Österreich.. Archäologische Informationen 2/3, 1973/74, 71-125.. 1975: Ausgrabungen zum Spätpaläolithikum und Mesolithikum in Süddeutschland.. In: K.. Böhner (ed.. ), Ausgrabungen in Deutschland, Gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft 1950 bis 1975, Teil 1.. Mainz 1975, 64-73.. 1980: Korrelation des Probenmaterials und zusammenfassende chronologische Übersicht.. Taute (ed.. ), Das Mesolithikum in Süddeutschland.. Teil 2: Naturwissenschaftliche Untersuchungen.. Tübingen 1980.. Oeschger, H.. & Taute, W.. 1980: Radiocarbon-Altersbestimmungen zum süddeutschen Mesolithikum und deren Vergleich mit der vegetationsgeschichtlichen Datierung (Jägerhaus-Höhle, Falkensteinhöhle, Felsdach Inzigkofen, Fohlenhaus, Bettelküche).. Owen, L.. R.. & Pawlik, A.. F.. 1993: Funktionsinterpretation durch Merkmals- und Gebrauchsspuren-Analysen an Steinartefakten der spätmesolithischen Fundstelle Henauhof Nord II (Baden-Württemberg).. Archäologisches Korrespondenzblatt 23, 4/1993, 413-426.. Schröter, P.. 1974: Eine mittelneolithische Siedlung bei Memmingen im Bayerischen Oberschwaben (Buxheim, Ldkr.. Memmingen).. Archäologisches Korrespondenzblatt 4, 2/1974, 121-131.. Willkomm, H.. 1988: Radiokohlenstoffdatierungen im Bereich des Auerbergs.. Weinheim 1988, 173-194..

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  • Title: Lederfunde auf Burg Binsfeld
    Descriptive info: Burg Binsfeld - Die Lederfunde.. Burg Binsfeld - Die Ausgrabungen 1992.. Die Schmuckfußböden der Burg Binsfeld.. Die Lederfunde der Grabung Burg Binsfeld.. Aachen, Kaufhof.. Jülicher Zeitleiste.. Linkseite zu Jülich.. mitteleuropäische Zeitleiste.. Archaeolgie - Linkseite.. Geologie - Linkseite.. Obib - Links.. /.. eu.. Das reichhaltige Fundmaterial der Ausgrabungen auf dem Gelände der Burg Binsfeld belegt, daß der Burggraben zu allen Zeiten wohl auch als Abfalldeponie genutzt wurde.. Anfänglich wurde er allerdings offensichtlich nur gelegentlich und nicht grundsätzlich zur Müllentsorgung verwendet.. Später boten dann mehrfache Bauschuttauftragungen im Bereich des niedergelegten Ostflügels günstige Gelegenheit, sich immer wieder gleichzeitig größerer Mengen von Hausmüll zu entledigen.. Der Graben wurde im Laufe der Zeit verfüllt und die Halde begann oberirdisch zu wachsen; dieses Anwachsen beschleunigte sich, da in jüngerer Zeit die Abfallmenge immer größere Dimensionen annahm.. Das schließlich auf etwa 4 m Höhe angewachsene Paket vergrößerte zu Anfang des 20.. den Burghof um fast 20 %.. Allein Leder geriet in älteren Zeiten häufiger in den Abfall als in jüngeren: von den 60 im allgemeinen gut erhaltenen Lederfunden stammen 25% aus der ältesten und nur noch etwa 2% aus den jüngsten Schichten.. Dass im Vergleich zu den übrigen Fundgattungen nur so wenige Lederreste aufgefunden wurden, mag einerseits durch die Langlebigkeit von Leder, andererseits auch durch die universale Wiederverwendbarkeit des Materials erklärt werden können; Eigenschaften, die, gepaart mit seinem relativ hohen Handelspreis, dem Leder immer schon eine besondere Stellung unter den Gebrauchsmaterialien verliehen.. Dies ist auch dadurch belegt, daß die eindeutig durch Gebrauch abgenutzten Fragmente fast immer als Einzelfunde im Uferschlamm des Burggrabens und nur in einem Fall im Zusammenhang mit anderen, häufigeren Abfällen im Schutt eingelagert aufgefunden wurden.. Daß es sich bei den Lederfunden, neben einigen abgerissenen Kleinteilen, fast ausschließlich um Überreste von Fußbekleidungen und hier um verschlissene Lauf- und Innensohlen, Absatzfragmente und Fersenkappen handelt also typische Reparaturabfälle zeigt, daß das Schuhwerk der Burgbewohner offensichtlich immer wieder vor Ort geflickt wurde.. Wenn also nicht einer der Bediensteten des Schuhflickens kundig war, muß man davon ausgehen, daß die anfallenden Reparaturen von freien Flickschustern ausgeführt wurden.. Im Gegensatz zu den an ihre Werkstatt gebundenen Schuhmachern boten diese nämlich den Service vor Ort.. Auf der anderen Seite hängt es sicher eng mit dem im 16.. Jahrhundert zum ersten Mal auftauchenden Absatz zusammen, daß nicht nur die Reparaturaufträge für Flickschuster, sondern auch die Menge der aufgefundenen Sohlenfragmente im Burggraben im Gegensatz zum allgemein anwachsenden Abfallberg im Laufe der Jahrhunderte immer mehr abnimmt.. Mit der Perfektion dieser Konstruktion gewann der Schuh nämlich zunehmend an Robustheit und Lebensdauer.. Ein unmittelbar über der Grabensohle aufgefundenes vierlagiges Absatzfragment bezeugt, dass sich der Absatz aus einer Flickstelle an der Ferse entwickelt hat und somit offenbar eine technologische Entwicklung der ständischen Schuhmacher war.. Es handelt sich um den Rest eines Schuhes eines Burgbewohners aus dem 16.. Jahrhundert.. Zum einen zeigen die Abnutzungsspuren der beiden obersten Lagen, daß  ...   überrascht wurde und sie nach kurzer Gewöhnung als angenehm empfand oder ob er den Handwerker, einem bereits bestehenden Modetrend folgend, selbst mit dem Anbringen eines Absatzes beauftragt hatte.. Daß aber letztendlich eher der Schuhmacher als der nach künstlicher Erhöhung strebende Kunde der Initiator dieses technologischen Fortschrittes war, erscheint doch wahrscheinlich.. Wenn auch dieser Nebeneffekt der Erhöhung von einigen Bevölkerungsschichten aufgegriffen wurde und in geradezu lebensgefährlich hohen Absätzen seine Ausführung fand, so war doch der eigentliche Grund für die Einführung des Absatzes ein anderer.. Erstens ist der Fersenbereich eines Schuhs meist der stärksten Abnutzung unterworfen und somit besonders häufig reparaturbedürftig.. Wer wußte dies wohl besser als der Flickschuster, der ständig mit diesem Problem konfrontiert wurde.. Diese immer wieder notwendig werdende Reparatur stellte natürlich, neben der Herstellung von Schuhen, eine weitere, sichere Einnahmequelle dar.. Zweitens entstand in der frühen Neuzeit für die Schuhmacherinnung das Problem, daß zum Ärger der ortsfesten Schuhmacher immer mehr ihrer Aufträge und insbesondere die Flickarbeiten zunehmend von freien Flickschustern ausgeführt wurden.. Vor diesem Hintergrund scheint es plausibel, daß die Schuhmacher parallel zur Forderung nach gesetzlicher Regelung ihres Schuhherstellungsmonopols durch die Einführung des Absatzes versuchten, den unliebsamen Konkurrenten die Aufträge zu entziehen.. Denn plötzlich war die Laufsohle im Ballenbereich durch Nagelung und an der Ferse durch Absatz und Nagelung geschützt erst reparaturbedürftig, wenn der Schuh nahezu verschlissen, seinen Besitzer möglicherweise überlebt hatte oder ganz einfach aus der immer öfter wechselnden Mode gekommen war.. Häufiger modischer Wechsel des Schuhwerks kam zumindest bei den betuchteren Bürger vor, die es sich zudem leisten konnten, mehrere Sätze Schuhe gleichzeitig zu besitzen; Schuhpaare nach unserem heutigen Verständnis sind eine moderne Erfindung.. Von den Lederfragmenten, die einen groben Querschnitt durch die Schuhmoden der letzten 400 Jahre zeigen, ist neben diversen Schuh- und Pantoffelsohlen, einer Ristlasche, Absätzen (einer davon mit Sporenhalterungen und viereckigen Hufnägeln beschlagen), Fersenkappen, einem Gürtelende und einem vierlagigen Wamsfragment vor allem noch ein mit nahezu allen Einzelteilen in der oberen Grabenschlammschicht aufgefundener, mit eisernen Ringösen besetzter Schnürstiefel jüngeren Datums zu erwähnen.. Die vermutlich aus den vierzieger Jahren des 20.. Jahrhunderts stammende, relativ einfach gehaltene, schmale Stiefelette mit halbhohem Schaft fällt wegen ihrer ungewöhnlichen Verarbeitung auf.. Das halbrund ausgeschnittene Vorderblatt ist an der Fußspitze durchgelaufen und mit feinen Strichpunzierungen im Bereich der Naht versehen.. Die Zunge des Schuhs ist aus Gummi und die mehrteilige Sohle ist mit kleinen Holznägeln in sich selbst und mit dem daran angehefteten Oberschuh verbunden, statt mit Garn vernäht, eine offenbar so haltbare Konstruktion, daß der Schuh als Ganzes länger hielt als das Material im Bereich der Fußspitze, die in eindrucksvoller Weise belegt, mit welchem Erfindungsreichtum die Schuhmacher fehlendes Material in Mangelzeiten zu ersetzen verstanden.. Norbert Bartz, 1992, Veröffentlicht in:.. Archäologie im Rheinland 1992, Seiten 126-127.. Literatur:.. R.. FORRER.. , Archäologisches zur Geschichte des Schuhs aller Zeiten (Schönenwerd 1942).. S.. DURIAN-RESS.. , Schuhe Vom späten Mittelalter bis zur Gegenwart (München 1991)..

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  • Title: Von den Zahlen 5 und 8
    Descriptive info: Von den Zahlen,.. ihrer Macht und ihren Kräften.. Die Zahl Fünf.. Das Pentagramm.. Das Siegel Salomos.. Die Zahl Acht.. Die Zahl Zweiunddreißig.. Literatur.. VON DEN ZAHLEN FÜNF UND ACHT.. IHREN KRÄFTEN UND IHRER MACHT.. Treb R.. Ztrab 1993.. Von den Zahlen, ihrer Macht und ihren Kräften.. Der spätrömische Philosoph und Theologe Anicius Manlius Severinus Boethius (480-526) sagt: Alles von Anbeginn der Dinge Erschaffene scheint nach Zahlenverhältnissen geformt, die als ein Vorbild in dem Geiste des Schöpfers lagen.. In ihnen haben die verschiedenen Elemente ihren Grund; der Wechsel der Zeiten, die Bewegung der Gestirne, die Umdrehung des Himmels, kurz der Stand aller Dinge besteht durch die Verbindung der Zahlen.. Es wohnen deshalb den Zahlen große und erhabene Kräfte inne, und da schon in den natürlichen Dingen so viele und so große Kräfte verborgen sind, die sich durch ihre Wirkungen offenbaren, so darf man sich nicht wundern, daß in den Zahlen noch weit größere, verborgenere, erstaunlichere und wirksamere liegen, da ja die Zahlen an sich formaler, vollkommener, im Himmlischen begründet, nicht aus verschiedenen Substanzen gemischt sind und in der nächsten und einfachsten Beziehung zu den Ideen der göttlichen Vernunft stehen, von denen sie ihre wirksamsten Kräfte erhalten.. Deshalb vermögen auch zur Erlangung dämonischer und göttlicher Gaben die Zahlen so Vieles, gleich wie bei natürlichen Dingen die Versetzung ihrer elementarischen Eigenschaften zur Hervorbringung von etwas Elementarischem vieles vermöge.. Alles was ist und wird, bestehe durch bestimmte Zahlen und erhielte von ihnen seine Kraft.. Die Zeit bestehe aus der Zahl und jede Bewegung und Handlung sowie alles was der Zeit und der Bewegung unterworfen ist; auch die Harmonie und die Stimme, erhalte durch Zahlen und ihr Verhältnis Kraft und Beistand und die aus Zahlen hervorgegangenen Verhältnisse bilden durch Linien und Punkte Charaktere und Figuren.. Diese seien aber für magische Operationen sehr geeignet, indem sie vermöge ihrer Formbarkeit mit dem Höchsten wie mit dem Niedrigsten in Zusammenhang gebracht werden könnten.. Endlich seien alle Arten der natürlichen sowie der übernatürlichen Dinge an bestimmte Zahlen gebunden, weshalb Pythagoras sich zu dem Ausspruch veranlaßt fand, die Zahl sei es, wodurch alles bestehe und die den einzelnen Dingen ihre besonderen Kräfte verleihe; und Proklus sagte: die Zahl existiert immer, jedoch als eine andere in der Stimme und als eine andere in ihrem Verhältnis, als eine andere in der Seele und Vernunft und als eine andere in göttlichen Dingen.. Plato aber, sowie Themistius, Boethius und Averroes der Babylonier erhoben die Zahlen so sehr, daß sie glaubten, es könne niemand ohne dieselben richtig philosophieren.. Darunter verstanden sie aber nur die reine und formale Zahl.. nicht die materielle, geschriebene oder ausgesprochene, also nicht die Zahl der Kaufleute, mit welcher letzterer die Pythagoräer und Akademiker, so wie Augustinus, nichts zu schaffen haben wollten.. Sie beschäftigten sich bloß mit dem aus der ersteren hervorgehenden Verhältnisse, welches sie die natürliche, formale und reine Zahl nannten, aus der allein die großen Geheimnisse hervorgehen, sowohl in den natürlichen, als in den himmlischen und göttlichen Dingen.. Sie führe zunächst zu der Kunst der natürlichen Weissagung und selbst der Abt Joachim sei zu seinen Prophezeiungen auf keinem anderen Wege gelangt, als durch die reinen Zahlen.. Das in den Zahlen eine wunderbare Kraft und Wirksamkeit, sowohl zum Guten als zum Bösen, verborgen liege, darüber waren nicht nur die ausgezeichnetesten Philosophen einverstanden, sondern auch die Lehrer der katholischen Kirche, wie z.. B.. Hieronymus, Augustinus, Basilius, Hilarius, Rabanus, Beda und viele andere.. Aber auch alle anderen kleinen und großen Religionen teilen diesen Aspekt.. So behauptet Hilarius in seinen Kommentaren über die Psalmen, die siebzig Ältesten haben die Psalmen nach der Wirksamkeit der Zahlen geordnet.. Auch der berühmte Lehrer Rabanus hat über die Kräfte der Zahlen ein besonderes Buch geschrieben.. Welche Kräfte dieselben aber in der Natur besitzen, erhellt z.. das Pentaphyllon oder Fünffingerkraut, welches vermöge der Zahl Fünf dem Gift widerstehe, böse Geister vertreibe, Versöhnung befördere und täglich neunmal ein Blatt davon im Wein genommen, heile das andertägige, drei Blätter das dreitägige, vier das viertägige Fieber.. So heilen vier Körner von der Sonnenwende (Heliotropium), im Getränk genommen, das viertägige, drei aber das dreitägige Fieber.. Auf ähnliche Weise soll das Eisenkraut (Verbena) bei Fiebern Hilfe bringen, wenn es bei dreitägigen Fiebern am dritten, bei viertägigen am vierten Stengelknoten abgehauen wird.. Wird die Schlange einmal mit dem Spieße durchstochen, so kommt sie um, geschieht es aber zweimal, so genest sie wieder.. Dies und vieles andere der Art kann man bei verschiedenen Autoren wiederfinden.. Der Grund solcher Erscheinungen aber sei in dem Wechselverhältnis der verschiedenen Zahlen zu suchen.. So sei auch die wunderbare an der Zahl Sieben gemachte Erfahrung, daß immer das siebente männliche Kind, ohne das ein Mädchen dazwischen hineingeboren wurde, die Kraft besäße durch bloße Berührung oder durch das Wort Kröpfe zu vertreiben.. Auf ähnliche Weise soll die siebente Tochter wunderbare Hilfe bei Geburten bringen können, wovon aber gewiß nicht die natürliche Zahl, sondern nur das formale Verhältnis, welches in der Zahl liegt, der Grund sei.. Es wird immer wieder daran erinnert, daß nämlich diese Kräfte nicht in den Wort- oder Handelszahlen liegen, sondern daß die Geheimnisse Gottes und der Natur in den reinen, formalen und natürlichen Zahlen enthalten sei.. Wer nun aber die Wortzahlen und die natürlichen mit den göttlichen zu verbinden und in Einklang zu bringen vermag, der könne durch die Zahlen Wunderbares bewirken und auch erfahren.. Die Pythagoräer versicherten, daß sie durch die Zahlen der Namen vieles vorauszusehen imstande seien und wenn nicht wirklich ein großes Geheimnis in den selben verborgen wäre, so würde Johannes in der Apokalypse nicht gesagt haben:.. Wer Verstand hat, der überlege die Zahl des Tieres, denn es ist eines Menschen Zahl.. Diese Berechnungsweise stand bei den Hebräern und Kabbalisten in hohem Ansehen.. Vor allem sei aber hier bemerkt, daß die einfachen Zahlen die göttlichen Dinge bezeichnen, die Zehner die himmlischen, die Hunderter die irdischen und die Tausender das, was der zukünftigen Zeit angehört.. Da ferner die Geistesteile wegen ihrer Identität (der Gleichheit unter sich) oder wegen der Gleichheit ihrer Erscheinungen nach arithmetischen Verhältnissen verbunden sind, der Körper dagegen, dessen Teile von verschiedener Größe sind, nach geometrischen Verhältnissen zusammengesetzt ist, die lebenden Geschöpfe aber aus beiden, nämlich aus Seele und Körper, nach den Regeln der Harmonie bestehen, so folge hieraus, daß die Zahlen.. vorzugsweise auf die Seele, die Figuren auf den Körper, beide zusammen auf das ganze lebende Wesen einzuwirken vermögen.. Die Zahl fünf ist nicht von geringer Kraft denn sie besteht aus der ersten geraden und der ersten ungeraden, gleichsam aus einer weiblichen und einer männlichen; die ungerade Zahl ist nämlich männlich und die gerade Zahl ist weiblich; weshalb die Arithmetiker jene den Vater, diese aber die Mutter nennen.. Die Zahl Fünf besitzt daher eine große Vollkommenheit und Kraft, welche aus der Vermischung dieser Zahlen entspringt; auch ist sie gerade die Mitte von der allgemeinen Zahl, nämlich Zehn, denn wenn man die Zahlen zu beiden Seiten des Fünfers miteinander verbindet, wie Neun mit Eins, Acht mit Zwei, Sieben mit Drei, Sechs mit Vier, so entsteht immer die Zahl Zehn und der vollkommene, gleichweit entfernte Mittelpunkt ist stehts die Zahl Fünf.. Bei den Pytagoräern heißt sie deshalb die Zahl der Ehe, wie auch die der Gerechtigkeit, weil sie die Zahl Zehn durch das Gleichgewicht bildet.. Fünf sind der Sinne des Menschen: Gesicht, Gehör, Geruch, Geschmack und Gefühl: fünf Seelenvermögen gibt es: das belebende, das empfindende, das begehrende, das erregende und das vernünftige, fünf Finger sind an der Hand; fünf Wandelsterne am Himmel und denselben gemäß fünffache Grenzscheiden in jedem Himmelszeichen.. In den Elementen gibt es fünf Gattungen von gemischten Körpern, nämlich Steine, Metalle, Pflanzen, Tierpflanzen (Zoophyten) und Tiere, und von den letzteren gibt es wieder ebenso viele Gattungen, nämlich Mensch, vierffüßige, kriechende, schwimmende und fliegende Tiere.. Auch gibt es fünf Arten, nach welchen von Gott alles erschaffen wird, nämlich das Wesen, die Gleichheit, die Verschiedenheit, die Empfindung und die Bewegung.. Die Schwalbe brütet nur fünf Junge aus, welche sie mit großer Unparteilichkeit ernährt, indem sie bei dem ältesten anfängt und so der Reihe nach fortfährt.. Eine große Kraft besitzt ferner diese Zahl bei den Sühnungen, denn bei heiligen Dingen vertreibt sie die bösen Geister, bei natürlichen schützt sie gegen die Gifte.. Sie heißt auch die Zahl der Glückseligkeit und der Gnade und ist das Siegel des heiligen Geistes, das alles verknüpfende Band und die Zahl des Kreuzes, auch durch die Hauptwunden Christi, deren Narben er noch an seinem verklärten Körper bewahrte, vor allen ausgezeichnet.. Die heidnischen Philosophen haben sie dem Merkur geweiht und ihre Kraft um so viel höher geachtet, als die der Vielzahl, insoweit das Belebte das Leblose übertrifft.. Doch wird diese Zahl auch der himmlischen Welt beigelegt, die über den vier Elementen unter einer anderen Form das fünfte darstellt.. In dieser Zahl fand Noah Gnade bei Gott und wurde in der Sindhflut am Leben erhalten.. In der Kraft dieser Zahl zeugte der bereits hundert Jahre alte Abraham mit seinem neunzigjährigen und unfruchtbaren Weibe Sarah, gegen die gewöhnliche Ordnung der Natur, einen Sohn, der zu einem großen Volke heranwuchs.. Bei den Indianern ist die Fünf die Zahl des Menschen.. Das Medizinrad, der Heilige Kreis, ist der Mensch selbst.. die Potentialität des Göttlichen, die ihm bereits auf Erden geschenkt wird, wenn er bereit ist, sich in den Dienst dieses Wissens zu stellen.. Im Mittelpunkt steht die Bewußtseinentwicklung des Menschen von der Heiligen Fünf bis zur Heiligen Zwanzig.. Wenn wir nun als Mensch, als Heilige Fünf, die Finger der beiden Hände oder die Zehen der beiden Füße aufeinanderlegen, so verbinden wir in dieser Gestik unsere beiden Körperseiten, von denen die linke Körperseite den Bereich des rechten Gehirns und die rechte Körperseite den Bereich des linken Gehirns widerspiegelt.. Wenn  ...   nicht näher eingegangen werden soll.. Fragt man, wieso ein Zeichen derartige Macht über die Geister ausüben kann, so müsste man auch fragen, warum die christliche Welt sich vor dem Zeichen des Kreuzes in den Staub geworfen hat.. Das Zeichen an sich bedeutet nichts und hat nur Kraft durch das Dogma, dessen Auszug und Wort es ist.. Ein Zeichen, das alle okkulten Kräfte der Natur zusammengefaßt ausdrückt, ein Zeichen das elementaren und anderen Geistern immer in ihrer Natur überlegene Gewalt offenbarte, ringt ihnen naturgemäß Achtung ab und erzwingt durch die Macht des Wissens und Willens über Unwissenheit und Schwäche ihren Gehorsam.. Der Mensch in der Kraft der Heiligen Fünf, der auf die Welt der Pflanzen meditiert, sich mit der Kraft der Heiligen Drei vereint, öffnet sich dadurch der Kraft der Heiligen Acht im Nordwesten des Medizinrades.. Die Heilige Acht vereint in sich die Kräfte des Westens und Nordens: intuitives Wollen und instinktsicheres Handeln vermählen sich und gebären die Kraft der Kreisläufe, der Zyklen und der großen Gesetze.. Versuchen wir, dem Weg zu folgen, der in der Verbindung der Heiligen Fünf mit der Heiligen Drei zur Kraft der Heiligen Acht führt: Was erfährt der Mensch als Heilige Fünf, wenn er auf die Kraft der Pflanzen meditiert? Die Pflanzen zeigen uns ihr unerschütterliches Vertrauen auf die Kreisläufe des Lebens.. Betrachten wir den Lebenszyklus eines Maiskornes:.. Er beginnt im Dunkel der Erde und endet wieder im Dunkel der Erde.. Dazwischen liegt die Zeit, wo der keimende Same die Erde durchbricht, dem Licht zustrebend sich entfaltet und schließlich welkt und stirbt.. Im Sterben aber trägt es schon den Impuls zu neuem Leben, da es erneut den Samen gebiert.. Wir sehen, es ist nicht ganz stimmig, dabei von Beginn und Ende zu sprechen.. Es sind nur relative Größen, da das Ende wieder zum Anfang und der Anfang wieder zum Ende wird.. Sowohl das Ende, als auch der Anfang, das Sterben als auch die Geburt, sind lebendiger Wandel.. Tod ist Geburt und Geburt ist Tod.. Diese Geheimnis versinnbildlicht uns schon die Form.. Zeichnen wir die Acht, so merken wir, wenn wir in der Mitte der Nahtstelle der beiden Kreise beginnen, wie wir notwendig von der ersten sich schließenden Kreisform wieder zur Mitte zurückkehren, um in die zweite übergehen zu können, dabei jedoch die Richtung ändern.. Die Mitte ist das All, das Nichts, die All-Einheit, Gott.. Die Heilige Acht lehrt uns, daß wir zu einer wahren Veränderung, zu einem tatsächlichen Wandel nur über die Mitte her fähig sind.. Die Form der Acht, wenn sie horizontal gezeichnet wird, ist das Zeichen für Unendlichkeit: zwei in entgegengesetzter Richtung verlaufende Kreise, die sich in der Mitte als gemeinsamer Punkt berühren.. Stellt man sich das Ganze dreidimensional vor, so entsteht eine Spiralbewegung, die sich ins Unendliche fortsetzt.. Daraus wird ersichtlich, daß nach einem abgelaufenen Zyklus nie wieder der gleiche folgen wird.. Wenn dem nicht so wäre, so gäbe es auch keine Entwicklung.. Die Acht die unendliche Möglichkeit des Endlichen.. Wenn wir Tod nicht als Ende von allem, sondern nur als Ende eines Zyklus begreifen, der notwendigerweise übergeht in einen neuen, gelingt es uns, das Geheimnis von Tod und Wiedergeburt zu enthüllen und es zu unserem täglichen Ratgeber zu machen.. Dann bewegen wir uns selbst als kreisende Acht, sind harmonisch wie die Pflanzen vereint mit den unendlich endlichen Kreisläufen, in die alles Leben eingereiht ist.. Erst in dieser Erfahrung vermählen sich unsere Willenskraft und unser instinktsicheres Denken zur Einsicht der Großen Gesetze, in der alles seine Bestimmung und Ordnung im übergeordneten Ganzen hat.. Konkreter ausgedrückt: Wir müssen Tag für Tag unsere notwendigen Bedürfnisse.. beachten.. und sie über die Kraft des Wollens zu einer klaren Strategie verwandeln, damit sie Befriedigung und Harmonie finden.. So wird ein Mangel - ein Bedürfnis ist immer ein Mangel an etwas - zum Motor einer Handlung; der Mangel ist wichtige Antriebskraft.. Wenn wir jeden Tag das Notwendige erledigen, "die Not wenden", wie schon das Wort sagt, leben wir in Harmonie mit den Großen Gesetzen und erfüllen damit unseren Lebensauftrag, unser Schicksal, gleich den Pflanzen, die in Einklang mit den Gesetzen ihres Schicksals leben und sich im Ur-Vertrauen dem Rhythmus von Leben und Sterben hingeben.. Unsere Geburt ist nicht der Beginn unseres Lebens, sie ist nur der Beginn einer sich materiell als physischer Körper verdichteten Traumgestalt unseres Geistes.. Als Geistwesen sind wir immer und als solche stehen uns unendliche Seinszyklen zur Verfügung, die der Kosmos, die Ordnung des Universums, im Großen Geist für uns vorgesehen hat.. Ebenso ist es mit dem Tod, der nicht Ende unseres Seins, sondern nur ein Abschiednehmen von einer aktuell geträumten Gestalt unseres Geistes, unserem physischen Körper ist.. Zum Verstehen der Heiligen Acht, der Gesetzmäßigkeit allen Lebens, gibt es ein Grundprinzip, das uns von einem bedeutenden ägyptischen Priester und Eingeweihten überliefert ist, von Hermes Trismegistos.. Er schrieb die Weisheit diese Prinzips auf eine Tafel aus grünem Smaragd nieder.. Die Tafel ging verloren, aber ihr Inhalt lebt bis heute weiter.. Er lautet:.. "Dasjenige, welches Unten ist, ist gleich demjenigen, welches Oben ist.. Und dasjenige, welches Oben ist, ist gleich demjenigen, welches Unten ist, um zu vollbringen die Wunderwerke eines einzigen Dinges.. ".. Dieses Analogiegesetz können wir verstehen, wenn wir uns den Kosmos als eine geordnete Einheit vorstellen.. (Kosmos bedeutet im Griechischen Ordnung).. , in dem alle Organismen - sei es die Erde, die Sonne, die anderen Planeten und Sonnensysteme, sei es der Mensch, die Pflanze, das Tier, das Mineral.. - Teile des großen Organismus "Universum" sind.. Wie beim Körper und seinen einzelnen Zellen, der nur dann gesund ist, wenn sich jede Zelle dem Gesetz der obersten Körperinstanz unterwirft.. Ebenso gibt es kosmische Gesetze, die uns Menschen regieren.. Der Mensch trägt als Mikrokosmos das getreue Abbild des Makrokosmos, des Universums in sich.. Es gibt außerhalb des Mikrokosmos "Mensch" nichts, was nicht auch analog in ihm selbst zu finden ist.. ".. im Himmel.. wie auf Erden.. " haben wir zu beten gelernt.. Im Himmel, wie auf Erden gibt es kein unterschiedliches Gesetz, sondern in allen Erscheinungsformen des Lebens sprechen die gleichen Gesetze.. Nur dadurch ist der Mensch fähig, das gesamte Universum zu begreifen, indem er es herunterholt vom Himmel auf die Erde, in sich hinein.. So wie es uns der Spruch über dem Tempel von Delphi sagt:.. "Erkenne dich selbst, damit du Gott erkennst.. Als Körper-Seele-Geist-Wesen sind wir Teil des kosmischen Stoffwechsels, und der kosmische Stoff ist gewebt aus den gesetzmäßigen An-Ordnungen der einzelnen Fasern.. Unser aktuelles Leben ist eine Körperzelle des kosmischen Körpers, und als solche ist sie natürlich eingegliedert in den großen kosmischen Kreislauf.. Unser Schicksal, das uns in der irdischen Seinsform als persönliches Gesetz begegnet, ist der Kompaß, der uns den Ort im kosmischen Stoffwechsel anzeigt und sagt, welche Funktion uns als Zelle X darin zugesprochen wird.. Die Zahl Acht nennen die Phythagoräer die Zahl der Gerechtigkeit und der Fülle, und zwar weil sie zuerst unter allen in gleiche gerade Zahlen geteilt werden kann, nämlich in vier; auch bei der wiederholten Teilung (zweimal Zwei) findet dasselbe Verhältnis statt.. Wegen dieser Gleichheit der Teilung erhielt sie den Namen der Gerechtigkeit.. Die Zahl der Fülle wurde sie wegen ihrer körperlichen Dichtheit genannt, denn sie bildet, bzw.. darum bildet sie als erste Zahl einen festen Körper.. Hierher gehört auch der Eid des Orpheus, welcher, als wollte dadurch die göttliche Gerechtigkeit zum Zeugen aufgerufen werden, bei acht Gottheiten geschworen wurde, deren Namen sind: Feuer, Wasser, Erde, Himmel, Mond, Sonne, Phanes und Nacht.. Auch gibt es nur acht sichtbare Himmelssphären.. Ferner wird durch diese Zahl das Wesen der körperlichen Natur bezeichnet, die Orpheus in acht Meerhymnen darstellt.. Ferner heißt sie die Zahl des Bundes und der Beschneidung, welches letztere die Juden nach dem Gesetze am achten Tage vornehmen müssen.. Acht priesterliche Ornamente gab es nach dem alten Gesetze: die Beinkleider, das Unterkleid, der Hut, der Gürtel, das Oberkleid (Talar), das Schulterkleid (Leibrock), das Brustschildchen und das goldenen Stirnblatt.. Auch auf die Ewigkeit und das Ende der Welt bezieht sich diese Zahl, weil sie unmittelbar auf die Zahl Sieben folgt, die das Symbol der Zeit ist.. Ferner ist sie die Zahl der Seligkeit, denn so viel Grade der selben lehrt Christus nach dem Evangelium Matthäi.. Auch die Zahl des Heiles und der Erhaltung wird sie genannt, denn acht Seelen wurden in der Arche Noahs vor der Sündflut gerettet.. Acht Söhne hatte Jesse, von denen David der Achte war.. Am achten Tage erhielt Zacharias, der Vater des Johannes, die Sprache wieder.. Endlich ist diese Zahl dem Dionysos heilig, der im achten Monat zur Welt kam.. Zumewigen Gedächtnisse erhielt die dem Selben geweihte Insel Naxos das Vorrecht, daß nur.. die Frauen dieser Insel im achten Monate glücklich niederkommen und lebensfähige Kinder gebären, während sonst überall solche Geburten für die Kinder und auch sehr häufig für die Mütter einen unglücklichen Ausgang nehmen, woran auch die moderne Medizin gewöhnlich nichts zu ändern vermag.. Die Zahl Zweiunddreißig legen die Hebräischen Lehrer der Weisheit bei, denn von so vielen Pfaden der Weisheit spricht Abraham im Buche Jezirah.. Die Pythagoräer aber nennen diese Zahl die Zahl der Gerechtigkeit, weil sie bis zur Einheit in stets gleiche Teile teilbar ist.. Agrippa von Nettesheim.. de occulta philosophia; 16.. Jonas, Hans.. Gnosis und spätantiker Geist, 1.. Die mythologische Gnosis; Göttingen 1934.. Keyserling, Arnold und Wilhemine.. Kriterien der Offenbarung.. Astrologie, Mantik, Numerologie, Mystik, Magie; Wien 1982.. Lévi, Eliphas.. Dogma und Ritual der hohen Magie; München 1927.. Lörler, Lu.. Die Hüter des alten Wissens; München 1986.. Meiners, Christoph.. Lebensbeschreibungen berühmter Männer aus den Zeiten der Widerherstellung der Wissenschaften; Zürich 1795.. Kosmologie der Sa'dan Toraja.. Das europäische Chinabild im Mittelalter.. Seattles Rede.. Alte Schriften, alte Völker.. Wie der Herr so gut gewesen.. Rock 'n Roll Children..

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  • Title: Wie der Herr so gut gewesen, M.S.Gehlen
    Descriptive info: von Maria Susanna Gehlen, 1989.. Ein mitteleuropäisches Leben im 20.. Seit dem 07.. Dezember 1988 lebe ich im Altenheim St.. Franziskus in Aachen-Eilendorf, Kirchfeldstr.. 34.. Die Übersiedlung dorthin war nötig geworden durch einen erlittenen Schlaganfall mit linksseitiger Behinderung und Lähmung der linken Hand.. Meine Tochter Josefine hat mir vorgeschlagen, mein Leben zu Papier zu bringen.. Schreiben kann ich noch, Gott sei Dank, also gebe ich mich daran.. Meinen Aufzeichnungen gebe ich bewußt den Titel:.. Ich, die Maria Gehlen geb.. Müller, die genau Maria Susanna getauft ist, wurde am 28.. Mai 1906 als Tochter des Krämers Johann Müller und seiner Ehefrau Eva geb.. Göbel in Algringen/Elsaß-Lothringen zu deutschen Zeiten geboren.. Elsaß-Lothringen war immer ein Zankapfel zwischen Deutschland und Frankreich.. Zur Zeit meiner Geburt lag Algringen im Kreis Diedenhofen-West im freien Reichsland Elsaß-Lothringen.. Ich war immer klein von Gestalt, nach Aussagen meiner älteren Geschwister klein, aber oho, ein kleiner Schlauberger! Von Kindheit an habe ich mit Gott gelebt, er war mein Vater-Gott.. Erst möchte ich meine Eltern vorstellen:.. Mein Vater, Johann Müller, geb.. am 09.. Juni 1866 zu Mehring an der Mosel im Bezirk Trier, als Sohn eines Ackerers (so in der Geburtsurkunde).. Dieser Ackerer war zugleich Fährmann auf der Mosel.. Meines Vaters Familie wurde in Mehring Bäkisch genannt.. (Müller und Bäkisch, vielleicht ein Zusammenhang bei den Ahnen?).. Die Mutter meines Vaters, eine geborene Linden, soll nach Aussagen meiner Mutter eine herrschsüchtige, eine schrohe Frau gewesen sein, eben ihre böse Schwiegermutter.. Die Geschwister meines Vaters:.. den Pitter (Peter).. den Hanni (Johann, das war mein Vater).. den Jäb (Jakob).. den Hänschen (zweimal Johann unter den Vornamen?).. et Eva (später Frau Wintrich in Mehring).. et Sos (Susanna, später Frau Bayer in Trier).. et Ammi (Annemarie, die bei einem Scheunenbrand ums Leben kam).. In der Mundart sagte man nicht der oder die , sondern den Pitter und et Eva.. Meine Mutter, Eva Müller geb.. Göbel, stammte ebenfalls aus Mehring und wurde dort am 04.. September 1869 geboren.. Die Familie wurde in Mehring Ensch genannt, nach dem Namen der Mutter.. Der Vater hieß Göbel, aber meine Mutter war eben Ensch Iv , amtlich Göbel Eva.. Mein Großvater stammte aus dem Nachbarort Longen.. Er war Leinenweber.. Die Haltung bei seiner Arbeit am Webstuhl soll ihm ein Leberleiden eingebracht haben.. Er war schon drei Monate tot, als meine Mutter, sein drittes Kind, zur Welt kam.. Meine Großmutter mütterlicherseits, Irmina Göbel geb.. Ensch, war um die Jahrhundertwende in unseren Haushalt nach Algringen übergesiedelt und ist etwa 1910 bei uns in Algringen gestorben.. Die Geschwister meiner Mutter:.. et Odel (Ottilie), später in Algringen Frau Eberth, nach ihrer Ausweisung aus Lothringen, in Baesweiler bei Aachen ansässig.. den Mattes (Matthias), seine Familie ist in Algringen, heute Algrange, geblieben.. Seine Frau, die Tante Jennie, wurde dort als Französin geführt, da sie vor 1870 zu französischen Zeiten in Wolkrange geboren ist.. Meine Vettern und Cousinen aus dieser Familie waren für uns immer dunkelhäutige Franzosentypen.. Das Heimatlied meiner Ahnen: Das Mosellied :.. Im weiten deutschen Lande zieht mancher Strom dahin;.. Von allen, die ich kannte, liegt einer mir im Sinn.. O Moselstrand, o selig Land!.. Ihr grünen Berge, o Fluß und Tal,.. Ich grüß euch von Herzen viel tausendmal!.. Und an des Stromes Bette, all überall im Tal,.. Da stehen Dörfer, Städte und Burgen ohne Zahl.. O Stadt und Land! O Stromesrand!.. Wie wurden meine Eltern in Algringen ansässig.. ?.. Nach dem Sieg der Deutschen im Krieg 1870/71 fiel Elsaß-Lothringen an Deutschland.. Der deutsche Michel gab sich forciert daran, in West-Lothringen die reichen Bodenschätze (Erz, Kohle, Salz) zu nutzen, und es entstand schon bald eine gut florierende Schwerindustrie.. Den Moselanern winkte hier das große Geld.. Das Moseltal wurde damals (wie auch die Eifel) das Armenhaus Deutschlands genannt.. Die Menschen konnten sich zwar mit Ackerbau und Weinbergen gut ernähren, aber für Saatgut, Gebäudeinstandhaltung und Abgaben, die der Fiskus durch den sogenannten Einnehmer kassierte, reichte es nicht aus.. Ich war immer ein interessierter Zuhörer, wenn meine Eltern von der alten Zeit sprachen.. Butter und Eier wurden vom Mund abgespart und im sogenannten Trier-Körvchen (Körbchen) beiseite gelegt, um damit auf den Markt nach Trier zu pilgern.. Die Frauen gingen schon in der halben Nacht über Berg, durch dunkle Wälder und Täler und wieder stundenlang zurück, um vor Anbruch der nächsten Nacht wieder im Ort zu sein, und das oft nur für 1 Pfund Butter und 10 Eier.. So nutzten viele junge Männer die Gelegenheit, im nahe gelegenen Lothringen das große Glück zum Geldverdienen wahrzunehmen.. Auch mein Vater war mit 17 Jahren stark und willens genug, die Not von seinem Elternhaus abzuhalten und fand in einer Erzgrube des Industriellen Röchling seinen ersten Arbeitsplatz, wo er bei harter Arbeit gutes Geld verdiente.. Die Entfernung nach Algringen war nicht groß, aber es waren mühselige Strapazen, welche die arbeitsamen Nehringer Jungen auf sich nahmen im Pendelverkehr Mehring-Algringen.. Zunächst auf Schusters Rappen mit Sack und Pack auf dem Rücken bis Trier, dann mit der Bahn nach Diedenhofen.. Von dort wieder per pedes über Berg und Tal, durch unbeleuchtete Ortschaften, stundenlang dem Ort der guten Hoffnung Algringen entgegen.. Ein Mehringer Landsmann, etwa 10 Jahre älter als mein Vater, war schon mit seiner Frau, dem Mantlich Kätt , eine Zeitlang in Algringen ansässig.. Neben seinem Bergmannsberuf bot er vielen nachkommenden Mehringern Herberge.. Gewissenhaft überwachten die beiden auch das Leben ihrer Schützlinge, so wie sie es den Eltern der jungen Burschen in die Hand versprochen hatten.. Diese Familie Mergen hat nach ihrer Ausweisung aus Algringen hier in Eilendorf Fuß gefaßt (Familie Mergen-Hauser).. Vor der Ausweisung war ihre Herberge für Mehringer Jungen nach und nach eine stattliche Wirtschaft geworden.. Sie wurde zuletzt vom Schwiegersohn betrieben, Franz Hauser und Ehefrau Angela geb.. Mergen, kurz Mergens Engelchen genannt.. 11 Jahre lebte mein Vater bei Mergen.. 2 Jahre Militärzeit in Trier bei den 66ern unterbrachen diese Zeit.. Durch Strebsamkeit, Fleiß und Sparsamkeit war es ihm möglich, 1893 zu heiraten und einen eigenen Hausstand zu gründen.. Ich lasse meine Mutter zu Wort kommen: Unsere erste Wohnung war im Kirchshofweg, unsere Einrichtung so bescheiden, wie bei allen anderen unseresgleichen: 1 Tisch, 1 Bank, 2 Stühle, 1 Herd, 1 Geschirrablage, 1 Bett, 1 Kleiderhakenbrett und 1 Wäschekommode (war schon Luxus).. Meine Eltern sparten eisern, verkauften ihre Weinberge in Mehring und bauten ein Wohn- und Geschäftshaus in der Friedensstraße 26.. Dies war ein kühnes Unternehmen, besonders bei dem Kinderreichtum dieser schweren Zeit.. Es kamen hintereinander 8 Kinder:.. 1894 Tilly (Ottilie).. 1895 Matthi ( Matthias).. 1896 Jakob.. 1898 Hanni (als Säugling gestorben).. 1900 Eva.. 1902 Dina (1920 an einem Herzschlag in Eschweiler verstorben).. 1904 Hans.. 1906 Maria ( das war ich als achtes Kind und Schlußlicht).. Trotz enormen Fleißes hatten meine Eltern sich übernommen: Gemischtwarengeschäft, Speisehaus, dazu noch Ackerbau und Viehzucht: 3-4 Kühe, 40 Schweine und Geflügelhof.. Es war ein Übermaß an Arbeit zu bewältigen, die z.. T.. auch von meinen älteren noch schulpflichtigen Geschwistern ausgeführt werden mußte.. Nun ja, ein Konkurs war das traurige Ende.. Meine Eltern und älteren Geschwister waren nach diesem harten Schicksalsschlag sehr gedemütigt.. Unsere Verwandten hatten es klüger angefaßt.. Sie hatten sich zunächst von uns abgewandt.. Viel später haben wir uns wieder versöhnt.. Sowohl an den steigenden Wohlstand als auch an den wirtschaftlichen Zusammenbruch unserer Familie habe ich keine klare Erinnerung.. Was ich aus dieser Zeit meiner frühen Kindheit weiß, stammt größtenteils vom Erzählen meiner mir wesensgleichsten 12 Jahre älteren Schwester Tilly.. Einige Erinnerungsfetzen aus dieser Zeit möchte ich erzählen.. Es war an Pfingsten.. Zu dem Konkurs kam noch das Verenden einer Kuh.. Sie hatte auf der Weide Karbid gefressen.. Die Bergleute reinigten ihre Karbidlampen unvorsichtig.. Das Bild von der toten Kuh im oberen Hof und dem Tierarzt, der sich um sie bemühte, steht mir noch vor Augen.. Jetzt folgt ein schönes Erlebnis.. Als einmal eine Sau Junge warf, saß ich neben meiner Mutter im Stall.. Sie putzte jedes Ferkelchen, das kam, schön ab, und ich durfte dieses eine Zeit lang halten.. Das war viel schöner, als leblose Puppen an sich zu drücken.. Noch eine Erinnerung an einen bitteren Tag.. Wir hatten ein Bild von der immerwährenden Hilfe der Gottesmutter.. Davor knieten wir alle zu später Stunde und flehten um Hilfe in unserer verzweifelten Lage.. Trotz allem verlebte ich eine sonnige Kindheit und wurde als Nesthäkchen von allen verwöhnt.. Wie soll ich meine Art, mein Wesen beschreiben.. Ich war ein aufgewecktes Kind, in der Schule bei den ersten und kassierte ein Fleißkärtchen nach dem anderen.. Die religiöse Erziehung in der Familie, in Schule und Pfarre nahm ich willig an.. An der Mutter Hand früh um 7 Uhr zur hl.. Messe, um 8 Uhr zur Schule.. Sonntags ging es morgens zur Messe und nachmittags zur Vesper, im Mai zur Maiandacht, im Oktober zur Rosenkranzandacht, im November zur Armseelenandacht.. In der Weihnachtszeit besuchten wir oft die Krippe in der Kirche.. Waren wir zu mehreren Kindern, so wurde an der Krippe gesungen.. Auch in der Familie wurden jeden Abend Weihnachtslieder am Tannenbaum gesungen.. Der Christbaum war mit Zuckergebäck behangen, und wenn er geplündert wurde, war helle Freude bei uns Kindern.. Jeden Samstag wurde in der Beichte die Sündenschuld abgeladen.. So wurden wir zu Katholiken geformt.. Es soll nicht geschadet haben.. Nachfolgend das Morgengebet meiner Mutter, in der Kindheit abgelauscht und übernommen:.. In der Frühe des anbrechenden Tages erhebe ich mein Gemüt zu dir, mein Herr und mein Gott und danke dir aus dem Innersten meines Herzens für die erquickende Ruhe dieser Nacht.. Ich danke dir, daß du mir wiederum einen neuen Tag schenkst, damit ich meiner Bestimmung, die du mir gegeben hast, immer näher komme und durch die Erfüllung deiner heiligen Gebote der ewigen Seligkeit teilhaftig werde.. Aus väterlicher Liebe hast du bisher mein Leben erhalten und in allem so gut für mich gesorgt.. Erbarme dich weiterhin meiner, erleuchte durch das Licht deiner Gnade mein Gemüt, daß ich den ganzen Tag meinen Erlöser als Vorbild der Liebe, Geduld und Heiligkeit vor Augen habe, daß mein Herz in der Einsamkeit so auch im Gewirre häuslicher Sorgen nur nach dir allein trachte und in dir allein Trost finde.. So gehe ich jetzt an meine Arbeit.. In deinem heiligen Namen und zu deiner Ehre soll alles geschehen.. Amen.. Schöne Erinnerungen habe ich an meine Freizeit und die Schulferien.. Unser Spielplatz war die Straße, zum Verstecken, Nachlaufen, für Kreis- und Ballspiele.. Eine Freude besonderer Art bescherte uns der nahegelegene Wald mit einer vorgelagerten großen Wiese.. Das war unser Kinderparadies.. In den Sommerferien spielten wir hier tagsüber bis die Kirchturmuhr 17 Uhr schlug.. In unserem Touristengepäck befanden sich: 1 Flasche Natron-Zuckerwasser, Butterbrote (Schmieren genannt), 1 dickes Seil für die Schaukel zwischen 2 Bäumen.. Der Strickstrumpf war auch im Gepäck.. Auf einer Pärzdeck ausgestreckt, beobachteten und zählten wir die Waggons der Seilbahnen, die ihre Erzfracht von den Erzgruben bis an die Hochöfen der großen Hüttenwerke brachten.. War das ein Kinderparadies!.. Lothringen, mein Heimatland, sei gegrüßt in hellen Weisen.. Von der Saar zum Moselstrand will die Zunge dich nur preisen.. Holde Fülle dich umlacht, Reben grün und Ährenpracht.. Grenzt an Höhen, reich an Eisen!.. Jetzt möchte ich den Verlauf einer Tauffeier in Algringen schildern.. Die Hebamme mit dem Täufling und den Paten fuhren per Landauer zur Kirche.. Auf dem Rückweg lief eine große Schar von Kindern hinter der Kutsche her, denn es wurden Kindtaufbonbons geworfen, so wie im Rheinland Kamelle an Karneval.. Die Bonbons waren je nach den finanziellen Verhältnissen der Familien mehr oder weniger gute Dragees.. Für Hochwürden und Küster gab es ein Spezialdütchen mit Fünfzigpfennig- oder Markstücken gefüllt.. Bei meiner Taufe erhielt ich den Namen Maria Susanna.. Als ich für meine Heirat eine Geburtsurkunde vom Standesamt Algringen benötigte, wies diese nur den Vornamen Susanna aus.. Es stellte sich heraus, daß mein Vater an meinem Geburtstag zu tief ins Glas geschaut hatte und den Namen Maria nicht angegeben hatte.. Das Pfarramt in Algringen konnte klarstellen: Ich war Maria Susanna getauft.. Dieser Wirrwarr um meinen Vornamen hat im Laufe der Jahre etwas Ärger gebracht.. Die Heiratsurkunde lautet auf Susanna, der Taufschein auf Maria Susanna.. Die Krankenkasse führt mich als Maria Susanna.. Hier im Altenheim bin ich als Maria eingetragen.. Mein Personalausweis ist von mir mit Maria Susanna unterschrieben.. Wie wurde in Algringen Erstkommunion gefeiert.. Für meine älteren Geschwister war der Zeitpunkt etwa bei der Schulentlassung mit ca.. 13 bis 15 Jahren.. Die Mädchen trugen ein langes weißes Kleid mit Schleier, die Jungen waren in schwarz, wie ein Herr mit Hut.. Als ich 1917 zur Erstkommunion ging, war manches anders.. Die Frühkommunion war erlaubt.. Ich war 11 Jahre, mein Kleid war schwarz.. Die Familienfeier war in einem Waldcafe, der Philipsburg.. Das Sakrament der Firmung habe ich am 03.. Juni 1918 von Bischof Benzler von Metz, alias Abt von Maria Laach, empfangen.. Gerne erinnere ich mich an meine Schulzeit.. Nach 6 Volksschuljahren besuchte ich von 1918 bis zu unserer Ausweisung aus Elsaß-Lothringen 1920 die französische Haushaltschule der Vinzentinerinnen, das Schwesternhaus, wie jeder es nannte.. Die Unterrichtssprache war französisch.. Ich habe diese Sprache gut erlernt, aber mangels Umgang ist davon nur noch übrig geblieben, daß ich französisch lesen und schreiben , aber wenig sprechen kann.. In dieser Schule war ich in allem mit Leib und Seele dabei.. Mein Verhältnis zu Gott und zu unserem katholischen Glauben hat hier nicht nur Bereicherung erfahren sondern wirklich Vertiefung.. Es war ja nicht mehr Kindheit sondern Jugendzeit.. Wie habe ich die Schwestern verehrt, ich verehre sie noch heute! Als wir 1920 ausreisen mussten, war für mich der schwerste Punkt, das Schwesternhaus verlassen zu müssen.. Noch später von Rothe Erde aus habe ich mit den Schwestern korrespondiert.. Leider habe ich diese Post mit dem Schwesternhaus nicht aufbewahrt.. Als mein Bruder Matthi beerdigt wurde, habe ich das Haus noch einmal aufgesucht, aber die alten Nonnen waren tot.. Ich wußte dies, denn ihre Todesanzeigen sind mir nach Aachen zugegangen.. Daraus ergab sich, daß die Oberin Soeur Agnes und Soeur Cecile leibliche Schwestern waren und aus portugiesischem Adel stammten, ihr Name war Bores-Gomes.. Ehre ihrem Andenken! Die Todesanzeigen liegen bei meinen Papieren.. Zeitweise hatte die Kindergartenschwester mich als Stütze zu sich genommen.. Wie stolz war ich, wenn die Kinder auf der Straße mich mit bonjour mademoiselle begrüßten!.. In Algringen bestand ein blühendes Vereinsleben.. Aus vielen deutschen Landschaften hatten sich arbeitswillige, fleißige Menschen hier angesiedelt, vor allem Moselaner und Südeifeler.. , aber auch Hessen-Nassauer, ein munteres Völkchen.. Das Saarland war stark vertreten, aber auch Luxemburg, Sachsen und Oberschlesien.. Als Sprache hatte sich aus allen Mundarten ein Kauderwelsch herausgebildet.. Hier einige Spottliedchen:.. Mir sinn Saarbrücker, mir spiele Knicker, mir stemme Pärdswurscht mit einer Hand.. oder:.. Hoch lebe Letzeburg mit dem Städtchen Esch, wenn mir mal kei Geld mer han, bezahle mir mit Blech.. Auch die Hessen hatten ihr Liedchen:.. Bei uns dahaam gits Gaseflasch, die Stücker groß und klan.. Im August 1914 begann der 1.. Weltkrieg.. Der deutsche Truppenaufmarsch nach Frankreich war enorm.. Tag und Nacht waren die Straßen mit Soldaten verstopft, Pferde zogen die Kanonen, Militärkapellen amüsierten uns Kinder sehr.. Es folgten Siegesmeldungen Schlag auf Schlag.. Im Nachbarort Kneuttingen verlief über einen großen Viadukt die Eisenbahnstrecke nach Frankreich.. Dorthin liefen wir Kinder, um die ersten gefangenen Franzosen zu sehen.. Frankreich zog 1914 noch mit der rot-blauen Uniform in den Krieg.. Wir Kinder gröhlten zu der hohen Brücke hinauf:.. Franzos mit der roder Hos un dem blaue Jacke, komm runner, ich schlag dir e paar in de Backe.. Von dem erbitterten Kampf um Verdun drang der Kanonendonner bis zu uns.. Auch hatten wir oft französische Luftangriffe, die den Industrieanlagen galten.. Wer hätte nach 4 Jahren Menschenmorden und anfänglichem Siegestaumel an den Rückzug einer geschlagenen Deutschen Nation gedacht! Es war bitter für uns, die wir eben damals doch noch große Patrioten waren.. Elsaß-Lothringen, von 1871 1918 deutsch, wurde 1918 wieder französisch.. Da wir am Anfang des Ortes wohnten, spielte sich vor unserer Haustüre die Besitzergreifung des Ortes durch den 1.. französischen Kommandanten ab.. Wir wußten bis dahin noch nicht, daß es eine Lothringer Tracht gab.. Eine Trachtengruppe war zu seinem Empfang in Aktion.. Für uns deutschstämmige war dies ein wehmütiger Anblick.. Wir ahnten, daß wir jetzt Bürger zweiter Klasse würden.. Für uns gab es auf die Dauer keine Bleibe mehr.. Die besten Stellen wurden von Franzosen aus dem Innern Frankreichs besetzt.. Mein Bruder Hans mußte als Deutscher seine Dreherlehre abbrechen.. Ich erinnere mich an ein folgenschweres Ereignis.. Der 14.. Juli ist in Frankreich Nationalfeiertag und wird feierlich begangen.. Schon am Vortag war Algringen, jetzt Algrange, mit der Trikolore oder dem Lothringer Kreuz geflaggt.. Doch am Morgen des Feiertages waren viele Fahnen heruntergerissen.. In den deutschen Familien mit Söhnen wurden Razzien abgehalten.. Mein Bruder Jakob und seine Freunde setzten sich in der nächsten Nacht über die grüne Grenze in das Trierer Land ab.. Von dort zog es sie zu Algringern, die durch ihre Ausweisung im Ruhrgebiet Fuß gefaßt hatten.. Er landete in Essen und hat einige Jahre dort bei Krupp gearbeitet.. Wir bekamen noch 2 Jahre Frist, dann erfolgte unsere Ausweisung aus unserer Heimat.. Mein Bruder Matthi wollte und durfte in Algrange bleiben, weil er vor der Heirat stand und seine Braut Armande französischer Abstammung war.. Matthi hat uns bis Diedenhofen begleitet.. Der Abschied war sehr wehmütig.. Über die guten Ermahnungen, welche die Eltern ihm gaben, muß man heute teilweise lächeln.. Mein Jung sagte der Vater, ich bin mit 17 Jahren in die Welt gezogen und habe immer meine Religion hochgehalten.. Denk auch du immer so, wie ich von jung an.. Er sprach von in die Welt gezogen , dabei war es dasselbe Moseltal, nur etwas südlicher hatte er in Algringen gelebt und gelitten von 1883 bis 1920.. Nun ja, das war ja auch in der guten, alten Zeit.. Aus der Heimat muß ich wandern, aus der Heimat muß ich fliehn,.. Schweren Herzens mit den andern, nutzlos war mein innig Flehn.. Weil ich Treue ihm geschworen, meinem deutschen Vaterland,.. Hab die Heimat ich verloren, ausgewiesen kurzerhand.. Wer da liebet deutsches Wesen, deutschen Wein und deutschen Sang,.. Wessen Eltern deutsch gewesen, allen drohte Wanderzwang.. Was hab weiter ich verbrochen, was hab Böses ich getan?.. Ach, ich habe deutsch gesprochen, weil ich welsch nicht sprechen kann.. In die Heimat darf ich nimmermehr zurück.. Scherzhaft.. :.. Wem Gott will rechte Gunst erweisen,.. Den schickt er über die Kehler Brück.. Den läßt er ohne Habe reisen.. Mit 30 Kilo Handgepäck.. Es war im September 1920, als wir mit militärischer Begleitung von Diedenhofen über Metz, Zabern, Straßburg, bei Kehl über den Rhein nach Offenburg/Deutschland abgeschoben wurden.. Der Soldat, der unser Bahnabteil bewachte, war freundlich zu uns.. Sein Gewehr hat er bald nach der Abfahrt ins Gepäcknetz gelegt.. Er hat sich mit uns unterhalten und sich über meine Französischbrocken amüsiert.. Bevor er in Kehl ausstieg, hat er uns alle zum Abschied auf beide Wangen geküßt.. Bei unserer Ankunft in Offenburg war dort Jahrmarkt.. Es gab viel zu sehen, und ich erinnere mich daran, daß Männer und Frauen in Schwarzwäldertracht dahergingen.. Für einige Zeit wurden wir in einer peinlich sauberen Kaserne untergebracht.. Anschließend wurden wir nach Mannheim verfrachtet.. Dort lebten wir in einem Barackenlager, das zur Aufnahme der letzten deutschen Kriegsgefangenen aus Avignon bestimmt war.. Wir waren gut untergebracht, alles sehr sauber mit Schwimmbecken und Badeanstalt.. Nach einigen Wochen wurde uns eröffnet, daß eine Ansiedlung im Ruhrgebiet für uns nicht möglich sei.. Also mußte jeder zur Selbsthilfe greifen.. Schnell entschlossen setzten wir uns nach Eschweiler bei Aachen in Bewegung, wo unsere Verwandten Onkel Pitter und Tant Frenz, ebenfalls aus Elsaß-Lothringen ausgewiesen, bereits Fuß gefaßt hatten.. Sie waren schon in Aumetz/Lothringen wohlhabend mit Grundbesitz, der vom deutschen Staat gut entschädigt wurde.. So konnten sie in Eschweiler ein großes Grundstück mit Wohnhaus und Restaurant mit Kegelbahn erwerben.. Es war eine Fehlanzeige, daß wir in Aachen vom Roten Kreuz weiter betreut werden sollten.. Auf sich allein gestellt, liefen mein Vater und mein Bruder Hans von Behörde zu Behörde und verbrachten die Nacht im Bahnhofswartesaal.. Meine Mutter, meine 3 Schwestern und ich wurden in den Liebfrauenhort (Heim für gefährdete Mädchen) in der Wilhelmstraße geschleust.. Wir wurden von Fräulein Ehrle, der Fürsorgerin, bestens betreut und mit viel Verständnis für unsere Lage bedacht.. Am nächsten Tag konnten wir alle zusammen nach Eschweiler fahren, wo es ein herzlich-wehmütiges Wiedersehen mit unseren Vervandten gab.. Tant Frenz war an Gastfreundschaft nicht zu übertreffen.. Eine Woche verging, ehe wir unsere Verwandten entlasten konnten.. Unsere Eva blieb als Stütze der Tante in Eschweiler.. Meine Schwester Tilly kam bei unserer Cousine Lena, die mit ihrem Mann eine Gastwirtschaft in Hehlrath betrieb, als Haushalthilfe unter.. Meine Schwester Dina sollte auch kurze Zeit in Eschweiler bleiben.. Mein Vater und mein Bruder Hans fanden durch eine Zeitungsanzeige Arbeit in dem Hüttenwerk Aachen - Rothe Erde.. Es herrschte schlimme Wohnungsnot.. Die einzig mögliche Unterkunft bot uns eine Wohnbaracke auf dem Hüttengelände, ein ehemaliges Betriebsbüro mit 4 Zimmern und 1 Toilette.. Aber wir griffen zu.. Eigener Herd ist Goldes wert.. In der Baracke standen 1 langer Tisch und 1 lange Bank.. Als Speiseschrank diente uns eine schöne Holzkiste, die in Algringen vom Schreiner für die Ausreise angefertigt worden war.. In dem 30kg Handgepäck für jeden von uns sieben hatten wir zum Glück gutes Bettzeug.. So kauerten meine Eltern und Hans einige Nächte in den Bettfedern auf dem Boden bis unsere Villa mit dem nötigsten Mobilar versehen war.. Dann kam Hans mich in Eschweiler abholen.. Wir standen am Bahnhof Rothe Erde und staunten über den großen Verkehr.. Dann gingen wir zu Fuß durch den Reichsweg, durch die Bahnunterführung zur Zeppelinstraße, die damals Stumpengasse hieß, auf unsere Baracke zu.. Unter Tränen schlossen die Eltern uns jammernd in die Arme.. Aber wir hatten wieder einen eigenen Herd.. Man kann nicht schildern, durch welches Elend wir hindurch mußten.. Es war alles so gewesen, traurig, aber wahr! Am nächsten Sonntagmorgen überbrachte mein Vetter Peter aus Eschweiler eine ganz schreckliche Nachricht: Meine Schwester Dina war in der Nacht an einem Herzschlag verstorben.. Dina war herzleidend und dem Vagabundenleben nicht gewachsen.. Wie furchtbar, besonders für meine ohnehin schwer geprüften Eltern! Mein Vater war damals 54 Jahre, meine Mutter 51 Jahre.. Meine armen Eltern sind durch ein Martyrium gegangen.. Alles in Gottes Namen.. Zu diesen Zeitpunkt hatten wir das uns zur Verfügung stehende Geld für die notdürftige Einrichtung der Wohnung ausgegeben.. Im Restaurant meines Onkels verkehrte der Stadtdirektor von Eschweiler.. Durch ihn bekamen wir für die Begräbniskosten einen Vorschuß auf die Entschädigung, die der deutsche Staat uns für unsere in Algringen zurückgelassene Habe leisten mußte.. Viele Gäste meiner Verwandten und auch die Nachbarn gaben unserer lieben Dina mit uns das letzte Geleit.. Die Tragik um dieses Sterben ist ihnen allen zu Herzen gegangen.. Ein halbes Jahr vor ihrem Tod hat meine Schwester Dina sich in meinem Poesie-Album wie folgt verewigt:.. Algringen den 21.. März 1920.. Die Hoffnung des Lebens wird selten erreicht,.. die schäumende Zukunft vernichtet sie leicht,.. und haben wir Wünsche an Wünsche gereiht,.. verschwinden sie alle im Strome der Zeit,.. nur uns bleibt, dem armen Menschen, beschieden.. die Ruhe des Herzens, der innere Frieden.. Zum Andenken an Deine.. Schwester Dina.. (Das Original liegt bei meinen Papieren.. ).. Es war eine schwere Trauerzeit.. Aber das Leben ging weiter.. Wir mußten in der Fremde wieder Fuß fassen.. Es gelang uns, wenn auch unser Dasein bescheiden blieb.. Freund, ich bin zufrieden, geh es, wie es will!.. Jetzt komme ich zu meiner Stellensuche.. Fräulein Ehrle, die Fürsorgerin aus dem Liebfrauenhort, hatte ihre Hilfe angeboten.. Ich, klein aber oho, 14 Jahre alt, ging allein zu Fuß von Rothe Erde zur Wilhelmstraße, mehrmals nach dem Weg fragend.. Fräulein Ehrle erreichte am Telefon, daß ich mich am anderen Tag in der Buchhandlung Albert Jacobi Ciein Aachen, Büchel 15, vorstelIen konnte.. Es war für meine Mutter ein unheimlicher Tag.. Vater und Hans auf der Hütte.. Sie allein in dieser Wohnung, die bei jedem Blick die Tragik unserer Heimatlosigkeit wiederspiegelte.. Wohnen in einer Baracke und zudem noch in einem Hüttenwerk.. Die 14jährige Tochter lief alein durch eine fremde Stadt, um einen Arbeitsplatz zu finden.. Vor einigen Tagen in der Fremde eine 18jährige Tochter zu Grabe getragen.. Es war schrecklich und unheimlich schwer.. An diesem Abend waren alle erlöst, als wir wieder zusammen waren.. Wir saßen auf der langen Bank an dem langen Tisch, die der liebe Gott uns gratis in unseren Barackeraum gestellt hatte und hielten Familienrat über meine Vorstellung am nächsten Tag.. Ich fuhr mit der Straßenbahn bis Elisenbrunnen, dann wurde der Büchel gesucht.. Als ich vor dem Haus Nr.. 15 stand, habe ich Gott und alle Heiligen um Beistand angerufen.. Das Haus war ein Patrizierhaus, dessen Schönheit ich erst später zu verstehen gelernt habe.. 0, was ein großer Bücherladen mit 4 Schaufenstern! Vom Hauseingang in der Mitte waren zu beiden Seiten Ladeneingänge.. Ein älterer feiner Herr kam aus der einen Türe heraus und ging an der anderen Seite wieder hinein.. Ob er wieder zurückgeht? So war es.. Ja, dann mußte ich zum Kampf antreten.. Ich sprach ihn an und trug mein Anliegen vor, wahrscheinlich einfach und ungeschickt, ich war ja erst 14 Jahre alt.. Es war Herr Jacobi, der Buchhändler.. Als er mich die Treppen hinauf über mit Läufer belegte Stufen führte, war ich in Verlegenheit! Er ging über die Läufer, also tat ich es auch.. Es darf laut gelacht werden! Nun, ich sollte ja mein Leben erzählen.. So ist alles gelaufen, wie es mein Geschreibsel aussagt.. Also ihr wißt, wo ich herkomme, was ich war, was aus mir geworden ist und Ihr aus mir.. Wir betraten einen schönen Salon, der erst in späteren Zeiten meine Bewunderung erfahren hat.. Auffallend für mich war eine Harfe, die ich in dem Zimmer erblickte.. Herr Jacobi unterhielt sich etwas mit mir und o Glück, ich wurde zum 1.. November 1920 in die Lehre genommen.. Mir hüpfte das Herz im Leib vor Freude.. Ich sollte also den Beruf einer Buchhandlungsgehilfin erlernen mit 60,-- Mk Gehalt im Monat und bei Zufriedenheit noch etwas mehr.. Ich muß doch wohl einen guten Eindruck gemacht haben, ich armselig Mädchen aus Algringen.. Die erforderliche Liebe zu  ...   , das habe ich aus meiner Mutter Mund hundertmal gehört.. Sie war eine Frau mit starkem religiösem Rückgrat.. Meine Mutter war einige Wochen tot, da stand wirklich, ja wirklich Hermann s Heimkehr ins Haus.. Es war August 1947.. An einem Abend spät schellte es sehr stürmisch.. Es war Onkel Max Reinhart, der begeistert ausrief: Maria, Hermann ist bei uns angekommen.. Wenn er sich etwas erfrischt hat, kommt er hierhin! Da ließ ich mich nicht mehr aufhalten! Ehe ich bei Tante Leni war, so etwa am Kirchplatz, kam er auf Holzschuhen angeklappert.. Wir schlossen uns beide laut weinend vor Glück in die Arme.. Zerlumpt, auf Holzschuhen, mit einem hölzernen Eßgeschirr und einem Besteck aus Holz, mit einer Kordel an seine Kleider gebunden, war Hermann nach 8 Jahren heimgekehrt.. Zu Hause gab es ein herzliches Wiedersehen mit Hans-Josef und Josefine, und zum ersten Mal schloß er sein fast 3jähriges Töchterchen Monika in die Arme.. 8 Jahre lang hatte beinahe jeder Tag Tod und Verderben gesprüht.. Eine Zeitlang verging, ehe Hermann nachts Schlaf fand.. Er hatte es kaum fassen können, wieder ein freier Mann zu sein.. Wie alle Rußlandheimkehrer hatte er einen dicken, aufgeschwemmten Kopf.. Schrecklich war sein Martyrium gewesen! Wir hatten unseren lieben Vater wieder in unserer Mitte.. Dann war die Zeit wieder peu a peu lebenswerter geworden.. Hermann dachte intensiv daran, wieder auf seine alte Stelle bei der Verkaufsgesellschaft des EBV zu kommen.. Heute sage ich, daß er sich hat arbeitsfähig machen lassen, denn seine Gesundheit war sehr angeschlagen.. Damals bekamen die Leute in den Betrieben belegte Butterbrote.. Das waren für unsere Kinder willkommene Hasenbrötchen!.. Bald hätte ich vergessen, den Empfang, der Hermann bereitet wurde, zu erwähnen.. Es ging wie ein Lauffeuer durch Rothe Erde: Der Hermann Gehlen ist heimgekehrt! Hans-Josef zählte am nächsten Abend über 40 Personen, die bei uns ein- und ausgegangen waren: Seine Geschwister, die den Krieg überlebt hatten, mit ihren Partnern, Dechant Brandenburg, Kaplan von Issum, alle Nachbarn, der alte Zinsen, der alte Knops, Herr Gallas, sein väterlicher Freund, einige Sängerfreunde, Peter Hennen, Gerhard Offergeld usw.. Aus Broichweiden kam Hermann Dahmen.. Die beiden Hermänner waren fast bis 1947 als Kriegskameraden immer zusammen und hatten sich eng angefreundet.. Sie waren wie aus demselben Holz geschnitzt, tranken gern eins, Hitlerhasser durch und durch, ihren Frauen treu ergeben! Lange lagen sie sich küssend, aber auch ganz ungehemmt weinend in den Armen.. Hermann Dahmen war etwas vor unserem Hermann aus Gefangenschaft zurückgekommen, starb aber noch vor ihm.. Er hatte sich beim Ausschachten eines Bierkellers übernommen, als er seine elterliche Wirtschaft so schnell wie möglich wieder eröffnen wollte.. Nun ja, ein Gehirnschlag war die Folge des übermäßigen Strebens bei gebrochener Gesundheit!.. Wir beiden Frauen mit den Kindern haben uns in den Kriegsjahren oft, gegenseitig besucht.. Daran denke ich noch gerne zurück.. Aber mein Hermann war ein geschlagener Mann.. Wie leid tat er mir, wenn er sich morgens auf den Weg zur Arbeit machte, bis zur Göbbelgasse.. Ich habe ihn immer mit meinen Gebeten begleitet.. Von seinem Kriegskamerad Josef Goergens aus Eilendorf, der nach ihm nach Hause kam und heute noch lebt, habe ich erfahren, daß Hermann bei schweren Arbeiten in einem Steinbruch seine Kräfte total verbraucht hatte.. Nach einem Zusammenbruch kam er ins Lazarett und wurde bald nach Hause entlassen.. Am Karsamstag 1953 wurde Hermann in die Städt.. Krankenanstalten in der Goethestraße eingeliefert.. Au wei, was kam da der Reihe nach heraus: Doppelseitige chronische Nierenentzündung, Schrumpfnieren, Harnvergiftung.. Bis zum 15.. September 1953, dem Fest der sieben Schmerzen Mariä, hatte er so dahin gelitten und ist nachts mutterseelenallein gestorben.. Am 19.. September, unserem 24.. Hoch- zeitstag, haben wir ihn auf dem Forster Friedhof zu Grabe getragen.. Dort fand er seine letzte Ruhestätte.. Viele Menschen gaben ihm das letzte Geleit.. Betagte ehemalige Hüttenleute sah man weinen.. Ein treues, gütiges Menschenherz hatte aufgehört zu schlagen.. Rückblickend erinnere ich mich an 2 Tage, von denen ich noch sprechen möchte.. Am 1.. Mai 1953 hatte Hermann einen ganz schweren Tag nach einem sehr schmerzvollen Eingriff.. Max Giesen, der in diesen Tagen bei ihm im Zimmer lag, hatte es mir so angedeutet.. Unsere liebe Monika sollte in diesem Jahr zur ersten hl.. Kommunion gehen.. Das sollte zu Hause feierlich begangen werden, aber wie schon erwähnt, seit Karsamstag lag der arme Vater im Krankenhaus.. Am Weißen Sonntag haben wir ihn mit unserem Bräutchen besucht.. Aber er war sehr traurig und geschwächt.. Bei der häuslichen Feier war die große Verwandtschaft eingeladen.. Das Kind Monika hatte ein schönes Fest bereitet bekommen.. Aber wie weh war mir ums Herz!.. Mein geliebter Mann, um den ich schon so viel Angst ausgehalten hatte, war nun tot.. Jetzt gab es keine Heimkehr mehr zu uns.. 54 Jahre war er durch dieses Jammertal gepilgert.. Ich danke Gott, daß er ihm jetzt den ewigen Frieden geschenkt hat.. Unsere Heirat hatte ich als Aufbruch zu neuen Ufern ernst genommen.. Mit Gottes Hilfe nahm ich das Los, Witwe zu sein, ebenfalls als Aufbruch zu neuen Ufern sehr ernst.. Jetzt mußte ich 3 Kindern Mutter und Vater sein, verantwortlich für ihren Leib aber auch für ihre Seele.. Wie oft hatte Gott schon geholfen, er wird auch uns Vieren immer zur Seite stehen.. Mir hatte man einmal mit vorgehaltener Hand zugeflüstert, ich hätte meine Kinder zu viel beherrscht! Erziehen ist schwer, aber auch erzogen werden ist nicht immer Zuckerschlecken.. Heute, 60 Jahre nach der Geburt meines ersten Kindes, kann ich dankbar und beruhigt annehmen, daß meine Methode gut war oder nicht? Mein inniges Flehen zu Gott, heute am Fest der hl.. Martha: Führe sie alle, die du mir gegeben, d.. h.. meine ganze Großfamilie dereinst nach dem Pilgerweg durch die Welt zum ewigen Licht! Ein tiefes Atemanhalten bedeutete noch die Rentenfrage.. Wie hoch wird die Rente sein, kann man davon bestehen, war die bange wichtige Frage.. Nach anfänglichen Schwierigkeiten hatte unser Hausarzt Dr.. Maus schließlich durchgefochten, daß Hermanns Krankheit als Kriegsleiden anerkannt wurde.. Monika und ich waren Kriegshinterbliebene und waren finanziell gut versorgt.. Dafür hat Hermann einen unermeßlich hohen Preis zahlen müssen!.. Hans-Josef und Josefine hatten zu diesem Zeitpunkt schon eigenes Einkommen.. Was die Schulbildung meiner Kinder anbelangt, so war es Hans-Josef und Josefine aus finanziellen Gründen nicht möglich, das Abitur zu erreichen.. Damals mußte noch Schulgeld bezahlt werden und zudem kam unser Vater erst 1947 aus russischer Kriegsgefangenschaft.. Sie verließen daher beide das Gymnasium mit der Mittleren Reife und hatten dann beide den kaufmännischen Beruf erlernt.. Monika besuchte die Realschule und hatte nach erfolgreichem Abschluß zunächst auch den kaufmännischen Beruf erlernt.. Später hatte sie eine Ausbildung als Gemeindereferentin gemacht.. Zwischen meinen 3 Kindern und mir bestand immer ein inniges Vertrauensverhältnis.. Jeder hatte das Herz auf der Zunge.. Ohne Familienrat lief nichts.. Ich habe mich immer als Magd meiner Familie verstanden.. Ich habe mich nie vor einem Einsatz gedrückt, wenn es auch manchmal mühsam war.. Eine gute Magd ist immer da, wo sie gebraucht wird.. Kann denn dann vom Beherrschen meiner Kinder die Rede sein?.. Hans-Josef und Fine gingen schon ihre eigenen Wege.. Ich war froh, daß ich noch Monika hatte.. Wir beide sollten jetzt Lebensgefährten werden.. In dieser Zeit des Alleinseins waren meine Schwester Tilly und ihre Familie allsonntäglich unsere Anlaufstelle.. Bis heute habe ich ein herzliches Verhältnis zu Evi und Willi Grobusch.. Sie schätzen mich sehr als noch lebende Schwester ihrer Mutter.. Als ich noch in Forst wohnte, hatte Evi mich immer umarmt, wenn wir uns begegneten.. Zur Zeit trägt Evi sehr schwer an der Stimmbanderkrankung ihrer Christiane.. Ich bete gern und oft mit den Geschlagenen.. Aber wenn ich mit Monika abends von Forst nach Hause kam, habe ich die gähnende Leere bitter empfunden.. Hans-Josef hatte schon Anni gefunden, die auch seine Auserwählte bleiben sollte.. Anni und ihre Eltern hatten schon die Tage der Krankheit unseres Vaters mit uns getragen, war das nicht treu! Der 13.. Juli 1955 war der Hochzeitstag von Anni und Hans-Josef.. Die Trauung fand in St.. Barbara statt.. Herr Dechant Brandenburg hatte ein feierliches Brautamt zelebriert.. Anni stellte eine schöne, feine Braut dar.. Für den Brautzug hatten wir anderen uns auch herausgeputzt.. Günther Plum und Monika, in hellblauem Kleid und einem bunten Wickenstrauß in der Hand, führten den Zug an.. Anni s geschmackvollen Brautstrauß sowie alle anderen Blumen für den Festtag lieferte das Blumenhaus Brings, damals in Aachen führend.. Die Eltern Plum hatten ihrem Töchterchen eine große häusliche Feier bereitet.. Es war ein Haus voll Gäste beisammen gekommen.. Anni und Hans-Josef hatten sich eine schmucke Einrichtung für ihre 3-Zimmerwohnung im elterlichen Haus von Anni ausgesucht, die sich sehen lassen konnte.. Tante Maria Frings, die einen guten Geschmack hatte und sich ein Urteil erlauben konnte, gestand, daß sie noch bei keinem ihrer bekannten jungen Leute ein geschmackvolleres Heim gesehen habe.. Ja, was Anni anfaßt, wird was! Der Himmel hing voller Geigen, es war beiderseits eine große Liebe!.. Hans-Josef war dank seiner Fähigkeiten und Zuverlässigkeit erfolgreich im Beruf und Anni bis heute eine Superhausfrau.. Es war ein Paar mit guter Note in jeder Weise.. Sie lebten eine gute Ehe, mit 4 Kindern gesegnet: Winfried, Birgit, Norbert und Ulrich.. Eine rundum glückliche Familie! Die Eltern Plum standen Anni und Hans-Josef hilfreich zur Seite und hatten große Freude an den Enkelkindern.. Leider hat sich hier allzufrüh etwas schmerzvoll geändert.. Der Vater Plum verstarb während eines Kuraufenthaltes in Bad Kissingen.. Die Mutter Plum hat den plötzlichen und frühen Tod ihres Mannes nicht verkraften können und starb 1961.. Haben wir alle Achtung vor der Tapferkeit unserer lieben, guten Anni.. 6 Jahre später wurde ihr der Mann ihres Herzens und Vater ihrer Kinder genommen.. Tragik! Tragik!.. Die Wohnung der Eltern Plum wurde frei.. Da der EBV das Haus, welches wir in der Hüttenstraße bewohnten, an Bergleute verkaufte, bot es sich an, daß ich mit Fine und Monika zur Haarener Str.. 4 III übersiedelte.. So ein wenig konnten wir in etwa die Tradition der Eltern Plum fortsetzen.. Ich, die Oma, habe die 4 Kinder in ihren schönsten Kinderjahren erlebt und ihre unbeschwerte Kindheit genossen.. Anhänglich waren sie alle, aber bei Norbert war die Anhänglichkeit am ausgeprägtesten.. Winfried hatte einen großen Wissensdrang.. Er wollte immer noch mehr wissen.. Für ihn mußte ich immer wieder etwas aus meinem Schatzkästlein Erinnerungen aus Algringen hervorholen.. Mein Kinderparadies, die Spielwiese und die Steinbrüche mit den Blindschleichen und den Kreuzottern waren für ihn ja so interessant.. Birgit, das Prinzeßchen, hatte meine lustigen Geschichten und oft spaßigen Einfälle mit herzlichem Lachen bedankt.. Meine Kaffeekränzchen-Story kennen die vier sicher noch gut.. Ich führe an, wie die verlief.. Als Anni einmal zum Kaffeekränzchen war, habe ich die Kinder im Geiste an den Kaffeetisch geführt, so etwa: Die Kaffeekanne in der Mitte, das ist die schlanke, große Frau Schamberg.. Daneben stehen 2 kleinere Gefäße, die Dose mit dem süßen Zucker und das Kännchen mit der leckeren Büchsenmilch.. Wer könnte das anders sein als unsere liebe, schöne Mama, die Anni Gehlen geb.. Plum.. Vor die schönen Tassen haben die anderen Frauen sich niedergelassen.. Jede hatte die schönste Sammeltasse im Auge.. Liebe Birgit, ich höre dich noch so schallend lachen wie damals, die Bööle! Für Ulrich, den kleinsten im Bunde ging ich unter die Sänger: Du bist mein kleiner Gardeoffizier!.. Da meint man vielleicht, ich hätte keinen Humor.. Mein Humor ergoß sich in Kinderherzen.. Das war ein glückliches Leben mit meinen Enkeln.. Norbert ist heute schon Vater meiner beiden Urenkel Sarah und Mischa.. Anni und Hans-Josef wären mit ihren 4 netten Kindern eine glückliche Familie geblieben, wenn sich nicht bald bei Hans-Josef ein Krebsleiden herausgestellt hätte, welches furchtbar und heute noch nicht zu fassen nach 12 Ehejahren zu seinem Tod führte.. Ich sammle mich wie zum Gebet, wenn ich in Trauer und Ehrfurcht von dem harten Schicksal der jungen Familie schreiben muß.. Am 07.. November 1967, erst 37 Jahre alt, hauchte Hans-Josef sein Leben aus.. Vorausgegangen war im Würselener Krankenhaus eine bösartige Magenoperation.. Die Wochen seines schweren Leidens haben ihn, so glaube ich, seelisch zermürbt.. Unser lieber, guter Hans-Josef! Wie schön hatte die Ehe begonnen.. Hans-Josef war in guter Stellung.. Dank seiner Fähigkeiten und seiner guten Haltung im ganzen hatte er die Nachfolge im Amt seines Vorgesetzten, der bald aus der Firma ausscheiden sollte, sozusagen sicher in der Tasche.. Nun aber war Anni allein mit 4 kleinen Kindern.. Aber auch hier: Wie der Herr so gut gewesen! Wieviel ist mit Anni s Streben, Beten und Opferbereitschaft zum Guten gelenkt worden.. Sie bewohnten ein schuldenfreies Eigenheim.. Bei den Kindern sind Wermutstropfen dazwischen geflossen, wie in jeder Familie Freude und Trauer, Glück und Leid wechseln.. Fazit: Freund, ich bin zufrieden!.. Das ist Goldes wert.. Anni, mein Kind, wie hab ich dich schätzen und lieben gelernt.. Das weißt du, wenn du deine Gedanken an mich im Altenheim lenkst.. Gott empfohlen ihr alle im Leben und in der Ewigkeit.. Einfügen möchte ich ein Anliegen: ein Gebetsgedenken über meinen Tod hinaus.. Monika s Berufswunsch war zunächst eine Bürotätigkeit.. Die erste Stelle war beim Berliner Verein, einer Ersatzversicherung.. Doch das war nicht das Richtige.. Durch Fine s Vermittlung erhielt sie dann eine Stelle bei Garbe Lahmeyer als kaufmännischer Anlernling.. Zum 1.. November 1964 hatte Pastor Henn von der Pfarre St.. Katharina sie als seine Pfarramtshelferin engagiert.. Dieser Stellenwechsel stand für Monika unter einem sehr guten Stern.. Sie hätte sich schnell und gut eingearbeitet, war bald ein Lob von Pfarrer Henn.. Eine Messe-Bestellung hat sie anfangs sehr belustigt: für Anna Maihi geb.. Pläihi.. Dem Kirchenchor St.. Barbara blieb sie noch lange treu.. Als der Chor von St.. Katharina eine besondere Aufführung hatte, half sie dabei aus.. Nun war der Dirigent Franz Ritzerfeld so begeistert von ihrer kräftigen Chorstimme, daß er ihr den Wechsel vom Chor St.. Barbara zum Chor St.. Katharina erpreßte.. Aufgrund ihrer Kontaktfähigkeit hatte Monika bald gute, treue Freunde gefunden.. Es waren nicht nur Chorfreunde.. Die Zuneigung ging bis in den privaten Bereich.. Monika s Weg zum Pfarrbüro war anstrengend.. Sie kam auch in Mittagspause.. Also 4mal täglich zwischen Eilendorf, Haarener Straße und Forster Linde pendeln war schon stramm.. Auf dem Gelände der Pfarre St.. Katharina entstand die Ambrosiusstraße.. Eine schöne 4-Zimmer-Wohnung im Haus Nr.. 19 winkte uns als Lösung.. So siedelten wir eingefleischten Rothe Erder nach Forst über.. Pfarrer Karlheinz Collas, der Pfarrer Henn im Amt folgte und heute Generalvikar des Bistums ist, förderte Monika achtenswerterweise und hatte sie ermutigt, nebenberuflich eine Ausbildung zur Gemeindereferentin zu machen.. Monika hatte den theologischen Kurs (Würzburger Kurs) mit Prädikat Gut absolviert und war ab 1.. Juli 1980 mit Hauptaufgabe Altenarbeit in St.. Katharina tätig.. Dieser Beruf hatte sie voll ausgefüllt und glücklich gemacht.. Leider hatte eine halbjährige schwere Herzkrankheit ihrem frohen Leben ein Ende gesetzt.. Sie starb am 19.. Oktober 1984 im Marienhospital morgens gegen 4 Uhr, erst 40 Jahre alt.. Ich habe die ganze Nacht neben ihr gesessen.. Meine Monika, ruhe in Frieden!.. Das Begräbnis und die Exequien haben bei manchem Erstaunen ausgelöst.. Die unscheinbare Monika hatte in St.. Katharina ein in Gott so feierliches Ende erfahren.. Generalvikar Prälat Collas hielt eine schöne Ansprache.. Weitere 10 Priester standen im Ornat um den Altar herum.. Ein Nachruf von Frau Thömmes liegt bei meinen Papieren.. Von zweien meiner Kinder habe ich jetzt von ihrem Leben geschrieben.. Nun kommt Fine an die Reihe.. Ohne jeden Grund bist du zuletzt dran.. Noch nicht einmal, daß ich den toten Kindern den Vorzug einräumen wollte.. Bei der Fülle meiner Einfälle und meiner Schreibwut geht es eben nicht ohne Panne.. Fine kam nach ihrer Schulzeit auf Empfehlung von Tante Maria Küppers an Fräulein Scheuermann, die Direktions-Sekretärin bei Garbe Lahmeyer war, in diese Firma.. Ihre dortige Beschäftigung stand von Anfang an bis zu ihrem Ausscheiden nach der Heirat unter einem guten Stern.. Sie hatte wirklich eine gute Stelle gefunden.. Nicht nur, weil Fräulein Scheuermann sie protegiert hatte, sie wird Fleiß, Gewissenhaftigkeit und gute Haltung bewiesen haben.. In diesen Jahren hatte sie mit Anni eine Romfahrt gemacht, und das war damals schon mehr wie Nix Marie!.. 1958 lernte Fine den Mann ihres Herzens kennen, den Matthias Gier, aus der Marienstraße in Eilendorf.. Auch dieses Zusammenfinden stand unter einem guten Stern.. Bis heute zu lag noch nie ein Schatten über diesem Paar.. Sein Eindruck war von vornherein bestens.. Mathieu ist gutaussehend, ein großer Naturfreund und Musikliebhaber, strebsam und erfolgreich im Beruf, kurz gesagt: Guter Eltern biederer Sohn! Seine Mutter Gretchen Gier geb.. Datene zeichnete sich durch Fleiß und große Herzensgüte aus.. Leider starb sie allzufrüh mit 58 Jahren.. Der Vater Gier hatte ein schönes Hobby, er war Musiker im Instrumentalverein.. Frau Plum, Anni s Mutter, die mit Mutter Gier von Kindheit an befreundet war, schilderte mir Mathieu s Eltern so: Die Giers sorgen immer, daß der Schornstein raucht! Zur Zeit sind Fine und Mathieu zu einem Urlaub in ihren geliebten Bergen.. Mein ständiges Gebet: Lieber Gott, alles was ihnen schaden kann, halte deine Allmacht fern.. Im August 1961 war eine schlichte Verlobungsfeier im Familienkreis bei uns in der Hüttenstraße.. Ihr Hochzeitstag war der 10.. Mai 1962.. Das Brautamt fand in St.. Barbara durch Dechant Brandenburg statt.. Zu ihrem Hochzeitsgeleit hatten wir uns alle fein herausgeputzt.. Der Star der Veranstaltung Fine war eine feine Braut.. Tante Luise, humorvoll wie sie war, meinte: Josefine war noch schöner als die Fabiola! Die Vermählung des belgischen Königspaares Baudouin Fabiola lag in jüngster Zeit zurück.. Den Hochzeitsschmaus hatten wir in das Restaurant Drimborner Wäldchen verlegt.. Es verlief alles sehr schön, es war dort ein gemütliches, frohes Hochzeitsfest.. Unseren Pastor, Herrn Dechant Brandenburg, hatten wir auch zur Hochzeitsfeier eingeladen.. Hier muß ich innehalten und mich sammeln wie zum Gebet.. Er war ein frommer Priester, ein großer Marienverehrer und Schönstattpriester.. Dort ist er auch am 18.. Mai 1974 gestorben.. Ihm haben meine Kinder und ich viel zu verdanken.. In mir hat er den Opfergedanken geweckt, und was hat dies mir im Leben weitergeholfen! Er hat uns den Weg des Heils geführt.. Ehre seinem Andenken!.. Schon im ersten Jahr ihrer Ehe sind Mathieu und Fine an einen Hausbau herangegangen: Eigenheim Kirchweidweg 3.. Fine hat 3 Jungen das Leben geschenkt, Herbert, Christoph und Stefan.. Stefan starb leider schon im Säuglings- alter.. Das war wohl der erste große Schmerz in der jungen Ehe.. Dank seiner Fähigkeiten und Strebsamkeit war Mathieu beruflich sehr erfolgreich.. Immer dankbar sein gegen Gott und die Menschen! Aber o Kraus! Ein großes Leid für die Familie lauerte im Hintergrund.. Am 17.. September 1986 erlitt Mathieu in der Ausübung seines Berufes einen schweren Unfall.. Das hatte nicht nur seine drei getroffen, auch mich sehr, sowie seine Verwandten und seine Freunde.. Seine Verletzungen waren so schwer, daß man von großem Glück sprechen kann, daß er überlebte.. Ich, die Oma, bete ohnehin dann und wann zu Engel Stefan, den wir im Himmel wissen: Wache immer und überall über deine leiblichen Eltern und Brüder.. Ich konnte erfahren, daß Mathieu sich trotz der Schwere des Falles während des langen Krankenhausaufenthaltes sehr diszipliniert verhalten hatte.. Das ehrt ihn, und wer ihn kennt, mutet das seinem geraden Charakter oder seiner Mentalität zu.. Mein Leid um dieses tragische Schicksal möchte ich ausdrücklich betonen aber auch meine Achtung vor der Haltung Mathieu s bei den Auswirkungen, die noch nicht ganz ausgetragen sind.. Hallo Mathieu! In Kindertagen hat mir jemand ins Poesie-Album geschrieben: Nicht wünsch ich dir immer Sonnenschein.. Auch Stürme gehören ins Leben hinein.. Doch bewahr dir im Glück wie im läuternden Schmerz den Schatz deiner Jugend, ein kindlich frommes Herz!.. Wieder einmal: Wie der Herr so gut gewesen und wunderbar geholfen hat! Herbert und Christoph sind gute Junge Männer geworden.. Nun komme ich zu den Krankheiten in meinem Leben.. Ich habe nie vor Gesundheit gestrotzt.. Ich hatte immer ein schwaches Herz.. Kleine Wehwehchen sind mir zeitlebens nachgelaufen.. Aber ich hätte nie gedacht, daß ich so alt geworden wäre, wie ich heute schon bin, nämlich 83 Jahre.. Wie der Herr so gut gewesen! Er hatte mich bis zum Alter von nahezu 76 Jahren vor schwerer Krankheit bewahrt.. In der Woche vor Fastnacht 1982 machten sich bei mir Zeichen eines Krankheitsherdes in der Blase bemerkbar.. Am 11.. März 1982 wurde ich im Eschweiler Krankenhaus operiert.. Bösartiger Tumor in der Blase! Außer dieser Operation habe ich noch elfmal für eine gleiche Operation herhalten müssen wegen bösartiger Neu- bildungen.. Die Operationen wurden immer nur mit örtlicher Betäubung ausgeführt, aber mit einer sehr schmerzhaften Rückenmarkspritze.. Die Ärzte wehrten sich immer, wenn ich gelegentlich von Eingriffen sprach, sie bestanden auf der Bezeichnung Operation.. Zwischen der 4.. und 5.. Operation in Eschweiler wurde mir 1985 im Marienhospital die rechte Brust wegen Krebs amputiert.. Es folgten 26 Bestrahlungen im Klinikum.. Im Dezember 1987 war ich in der Gefäßchirurgie des Marienhospitals, wo ein Durchstoßversuch eines Arterienverschlusses am rechten Bein leider erfolglos verlief.. Am 29.. September 1988 wurde ich mit einem Schlaganfall ins Marienhospital eingeliefert.. Gott sei Dank waren nach 2-wöchiger Behandlung nur leichte Lähmungen linksseitig und die linke Hand völlig gelähmt geblieben.. Diese meine derzeitige Krankheit hatte mir mehr zugesetzt als alle anderen zuvor.. Ich war schon fast ganz aus den Fugen geraten.. Wollte ich doch tagelang der göttlichen Vorsehung dreinreden: Warum war der Schlag nicht tödlich? sogar hadern mit dem Herrn, der doch immer so gut gewesen.. Mein Geist hatte nicht gelitten, ist das denn kein Beweis, daß ich den Ablauf meines langen Lebens noch niederschreiben kann.. Die Beine sind ziemlich geschwächt, die linke Hand gelähmt.. Darf ich jeden von euch fragen, ob es nicht auch bitter ist, daß meine fleißigen und vielleicht auch geschickten Hände jetzt zur Untätigkeit verurteilt sind? Mir selbst und auch euch kann ich nicht mehr helfen.. Aber ich sehe täglich schwerere bis schlimme Fälle.. Also mit dem Brustton der Überzeugung: Wie der Herr wieder so gut gewesen, Herr dein Wille geschehe! Das renomierte Marienhospital hat mich mit der Station für Schlaganfälle sehr enttäuscht.. Das waren keine Krankenschwestern von Format, sondern Kranke-hinundher-schubser ! Was haben die mich mit meinen Zibbelshärchen gedemütigt! Ich kann diesem Grauen gottlob etwas Schöneres entgegensetzen.. In den Tagen meiner Krankheit ist mir etwas ganz herrlich aufgegangen, eine große liebevolle Anhänglichkeit aller meiner Lieben an mich, die Mutter und Oma.. Jeder ohne Ausnahme hat diesbezüglich das Seine unter Beweis gestellt, Herzlichen Dank an alle! Lieben und geliebt zu werden ist das höchste Glück auf Erden!.. Am Freitag, dem 10.. Oktober 1988, hat Fine mich im Krankenhaus abgeholt und ohne Umschweife das Taxi zum Kirchweidweg dirigiert.. Aber auf der bösen Station hatte man uns die kalte Schulter gezeigt und das von uns angebotene Trinkgeld (DM 50,-) nicht angenommen.. Warum? Zu einer offenen Fehde war es doch nicht gekommen.. Da habe ich auf algringerisch gedacht, was man dort solchem Verhalten entgegensetzt: Scheiss, Preiss, Brandenburg! Diesen Ausdruck muß ich erklären.. Bei den Algringern, besonders bei denen französischer Abstammung, waren der preussische Drill und die preussische Disziplin sowie Brandenburg, das preussische Kernland mit seinem Machtstreben, still verhaßt.. Daher dieser Ausspruch.. Auf Aachener deutsch: Ja, da leck mich!.. Bei Fine habe ich erst mal ausgepustet, ich fühlte mich doch hart geschlagen.. Aber Sehnsucht nach dem Heim in der Ambrosiusstraße wollte diesmal nicht aufkommen.. 2 Monate habe ich im Kirchweidweg verbracht.. Ohne Reibung haben sich beide Parteien gestanden: Das kann kein Dauerzustand sein.. Die richtige Lösung ist wohl oder übel das Alteinheim St.. Franziskus.. Es ist ein Heim ohne Komfort, aber die Nähe zur Fine sollte mein Komfort sein.. Da ich mich nach dem Tod von Monika ohne das Wissen von Fine bereits für den Notfall dort angemeldet hatte, konnte ich am 07.. Dezember 1988 ein Einzelzimmer beziehen.. Sie alle die Meinen haben getan, was sie konnten, um das Zimmer behaglich zu machen.. Jetzt bin ich schon 8 Monate hier, und ich hoffe, daß die erforderliche Eingewöhnungsphase lang genug war, es soll alles gut sein.. Es ist eben der Platz, wo Gott mich hingestellt hat.. Täglich humpele ich zu den Giers, immer liebevoll empfangen und aufgewartet.. Die Hauskapelle gibt mir viel und entschädigt mich für manches, was Opfer verlangt.. Manchmal sagt man mir vor, ich hätte viel Hartes hinter mich gebracht.. Geviß war manches schwer.. Zwei Kinder sterben sehen, mehrmals ein Marsch an die Front, sprich OP.. Das Leid meiner Kinder habe ich vor Gott hingetragen.. Das ging alles nicht ohne viel Gnade von dem Herrn, der immer so gut gewesen.. Aber es drängt mich dazu, auch von den Freuden, die mir so oft zuteil wurden, zu schreiben.. Ungeheuer dankbar will ich meinen Kindern sein für alle Freuden, die sie mir bereitet haben, oder die ich durch ihr Leben empfinden durfte.. Hatte ich doch allen Grund, mich an Hans-Josef zu erfreuen.. Wie hat er zu mir aufgeschaut, an allem Schönen hat er mich teilnehmen lassen.. Dasselbe gilt für dich, liebe Fine, bis heute beweist du tagtäglich ein warmes Herz für mich.. Dank von Herzen euch meinen zwei ältesten Kindern.. Monika, mein Sorgenkind, wie eng hast du dich an mich angelehnt.. Du warst lange mein Lebensgefährte, wie schön war diese Zeit in der Ambrosiusstraße.. Danke von ganzem Herzen.. Bei den Ehepartnern und Lebensgefährten meiner Kinder, Anni und Mathieu, spreche ich von großem Gewinn.. Ich nenne sie ebenfalls meine Kinder, wenn sie so wollen, und sage auch ihnen herzlichen Dank.. Alle sind mir ans Herz gewachsen, auch meine lieben Enkel Winfried, Birgit, Norbert mit Hilde, Ulrich, Herbert,Christoph und als Rattenschwänzchen meine lieben Urenkel Sarah und Mischa! Gott empfohlen meine Kinder alle, ob groß oder noch klein.. Kinder, gehet zu Gott, nach alter Oma Weise!.. Alles in Gottes Namen ! Damit schließe ich meinen Lebensbericht ab.. Heute ist der 09.. August 1989.. Als ich mein Geschreibsel durchgelesen habe, war ich gar nicht zufrieden damit, wie ich meine Hausaufgaben gemacht habe.. Einmal habe ich meine Aufzeichnungen schon vernichtet.. Jetzt müßt ihr euer Urteil darüber aussprechen.. Ich bin schon zu alt, ich konnte es nicht besser.. Mein Gedanke jetzt ist, wann kommt der Sensenmann? Die Zeit meines Lebens läuft aus.. Ich lege meine Zeit in Gottes Hände.. Ich vertraue darauf, daß der Herr mich an meinem letzten Tag durch das Tor ins andere Leben begleiten wird (n.. Theresia Hauser).. Maria Susanna Gehlen, 1989..

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  • Title: Alte Schriften
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  • Title: NB - Datenbankprogramme
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  • Title: Haftungsausschluss
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